Umwelt
Wiederaufbau im Val Bavona bringt den Titel «Landschaft des Jahres 2025»
Das von Unwettern heimgesuchte Tal wird für seine vorbildliche Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft und den Erhalt der Kulturlandschaft ausgezeichnet

Als bemerkenswertes Zeichen der Widerstandsfähigkeit und des Kulturerhalts wurde das Val Bavona im Kanton Tessin mit dem prestigeträchtigen Titel «Landschaft des Jahres 2025» ausgezeichnet. Die Preisverleihung in Cavergno würdigte die aussergewöhnlichen Anstrengungen der Gemeinde Cevio und der Fondazione Valle Bavona, ihre Kulturlandschaft zu bewahren und zu pflegen, obwohl sie von verheerenden Naturkatastrophen heimgesucht wurden. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz verbindet die Auszeichnung mit einem Preisgeld von 10'000 Franken, das die laufenden Erhaltungsbemühungen in der Region unterstützen soll.
Zusammenhalt und Wiederaufbau der Gemeinschaft
Die Auszeichnung des Tals ist auf den vorbildlichen Zusammenhalt der Gemeinschaft und ihren Einsatz für den Erhalt des kulturellen Erbes zurückzuführen. Umweltminister Albert Rösti hob die entscheidende Rolle des lokalen Engagements hervor: «Ohne das Engagement der lokalen Bevölkerung würden wir diesen Preis heute nicht feiern.» Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz lobte insbesondere den jahrzehntelangen Einsatz der Stiftung und der lokalen Bevölkerung für den Landschaftsschutz. Dieser habe eine starke gemeinschaftliche Identität und Widerstandsfähigkeit angesichts von Widrigkeiten gefördert.
Auswirkungen des Unwetters und seine Folgen
Das schwere Unwetter im oberen Maggiatal im vergangenen Juni hat die Region nachhaltig geprägt. Sieben Menschen kamen ums Leben, eine Person wird weiterhin vermisst. Die Gemeinden Lavizzara und Cevio waren am stärksten von der Naturkatastrophe betroffen. Trotz der verheerenden Folgen ist die Reaktion der Gemeinschaft zu einem Vorbild für den Wiederaufbau nach Katastrophen und den Erhalt von Kulturlandschaften geworden. Die Tragödie hat die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterereignisse infolge des Klimawandels deutlich gemacht, wie Roland David, Leiter der Tessiner Waldabteilung, festhielt.
Künftige Herausforderungen und Anpassung
Die Naturgefahrenexpertin Franziska Schmid betont, wie wichtig die Anpassung der Gesellschaft und der Aufbau von Widerstandsfähigkeit sind. «Wir müssen erkennen, wie verletzlich wir als Gesellschaft sind, und dort ansetzen, um Lösungen zu finden und künftig widerstandsfähiger zu werden», sagt sie. Die Wiederaufbauarbeiten im Tal sind zukunftsorientiert und berücksichtigen den Klimawandel in den Wiederaufbauplänen. Die Gemeinschaft räumt ein, dass die Landschaft nie mehr genau gleich sein wird. Ihr Ansatz, die Landschaft zu bewahren und sich anzupassen, ist jedoch eine Inspiration für andere Regionen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.