Finanzen
US-Finanzministerium stuft Schweizer MBaer Bank als «primäres Geldwäscheproblem» ein
Die Vereinigten Staaten haben die Zürcher MBaer Merchant Bank als Gefahr für die Geldwäsche eingestuft und werfen ihr vor, Millionenbeträge für Unternehmen mit Verbindungen zum Iran und zu Russland weitergeleitet zu haben. Das US Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) will der Bank den Zugang zum amerikanischen Finanzsystem abschneiden. Daraufhin hat die Schweizer Aufsichtsbehörde FINMA einen Untersuchungsbeauftragten eingesetzt.

Die Vereinigten Staaten haben dem Ruf des Finanzplatzes Zürich einen verheerenden Schlag versetzt und die MBaer Merchant Bank offiziell als «primäres Geldwäscheproblem» eingestuft. Das ist nicht bloss eine Warnung, sondern eine Erklärung des finanziellen Kriegs gegen ein Institut, dem vorgeworfen wird, das amerikanische Bankensystem auszunutzen. Das US Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) ist mit aggressiver Präzision vorgegangen und wirft dem Schweizer Kreditinstitut vor, illegale Transaktionen in grossem Umfang ermöglicht zu haben.
Schweizer Banken standen schon früher unter Beobachtung, doch die Schwere dieser Einstufung ist alarmierend. FinCEN erklärt, MBaer habe eine schwindelerregende Summe von «hunderten Millionen Dollar» über die US-Infrastruktur geleitet und dabei Sanktionsvorschriften offen missachtet. Das unmittelbare Ziel ist klar und kompromisslos: MBaers Zugang zum US-Finanzsystem vollständig zu kappen. Wird die Massnahme endgültig beschlossen, wird die Bank faktisch aus der Weltwirtschaft ausgeschlossen, denn der Zugang zum US-Dollar-Clearing ist für das internationale Merchant-Banking überlebenswichtig. Die Massnahme signalisiert, dass Washingtons Geduld mit Schweizer Vermittlern, die sanktionierte Regime unterstützen, vollständig erschöpft ist.
Die Verbindungen zu Russland und Iran
Hinter dem regulatorischen Fachjargon verbirgt sich ein Geflecht geopolitischer Intrigen, an dem zwei der weltweit am stärksten sanktionierten Regime beteiligt sind. Die Untersuchung von FinCEN hat Hinweise zutage gefördert, wonach MBaer als wichtiger Kanal für illegale Akteure mit direkten Verbindungen zum Iran und zu Russland fungierte. In einer globalen Finanzlandschaft, die von strengen Compliance-Vorgaben geprägt ist, soll die Bank Hunderten Millionen an schmutzigem Kapital Tür und Tor geöffnet und diesen Akteuren ermöglicht haben, internationale Blockaden zu umgehen.
Es geht nicht um ein geringfügiges Versehen, sondern um den Vorwurf systemischer Mittäterschaft. Durch die Abwicklung dieser Gelder soll MBaer genau jene Sanktionen untergraben haben, die Aggression und die Verbreitung von Atomwaffen eindämmen sollen. Das enorme Geldvolumen deutet auf eine ausgeklügelte Operation hin, die dazu diente, die Herkunft der Gelder zu verschleiern. Während die USA die Schlinge um Moskau und Teheran enger ziehen, geraten Schweizer Institute, die mithelfen, zunehmend mit beispielloser Härte ins Visier. Die Botschaft ist unmissverständlich: Neutralität bietet keinen Schutz, wenn Geld für die Feinde der US-Finanzordnung gewaschen wird.
Schweizer Aufsichtsbehörde durch Gerichte ausgebremst
Während die USA blitzschnell handeln, sehen sich die Schweizer Regulierungsbehörden in einem innenpolitischen Rechtsstreit verstrickt. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) war nicht untätig: Sie schloss ihr eigenes Enforcementverfahren gegen MBaer vor drei Wochen ab. Aufgrund einer Wendung, die die Komplexität des Schweizer Rechts unterstreicht, kann die FINMA ihre eigenen Sanktionen derzeit jedoch nicht umsetzen. Die Bank hat den Rechtsstreit vor das Bundesverwaltungsgericht getragen und damit die Handlungsfähigkeit der Aufsichtsbehörde faktisch eingefroren.
Dieser rechtliche Stillstand schafft ein gefährliches Vakuum. Während Washington versucht, den Betrieb der Bank zu zerschlagen, muss Bern auf grünes Licht der Justiz warten. Um das Risiko während dieser Lähmung zu mindern, hat die FINMA einen externen «Beobachter» eingesetzt, der die Aktivitäten der Bank von innen überwachen soll. Diese Übergangsmassnahme verdeutlicht die Spannung zwischen dem strengen Rechtsschutz der Schweiz und der dringenden Notwendigkeit, den Finanzplatz von schwarzen Schafen zu säubern. Während das Gericht berät, wächst der Reputationsschaden für den Schweizer Finanzplatz weiter.
Das Ende des Korrespondenzbankgeschäfts
Die von FinCEN vorgeschlagene Massnahme ist das regulatorische Äquivalent einer nuklearen Option. Konkret sollen US-Banken daran gehindert werden, Korrespondenzkonten für die MBaer Merchant Bank oder in deren Namen zu eröffnen oder zu führen. Ohne Korrespondenzbankbeziehungen kann eine Merchant Bank keine US-Dollar-Transaktionen abwickeln und wäre damit auf dem modernen Weltmarkt faktisch bedeutungslos. Dies ist eine existenzielle Bedrohung, die weit über Bussen oder Verwarnungen hinausgeht.
Der Vorschlag wird derzeit öffentlich konsultiert, doch die Richtung ist klar. Wird er umgesetzt, wird MBaer isoliert und kann die wichtigste Reservewährung der Welt nicht mehr nutzen. Für den gesamten Schweizer Bankensektor ist dies eine eindringliche Erinnerung: Die Reichweite des US-Finanzministeriums ist gross und sein Gedächtnis unnachgiebig. Während Compliance-Abteilungen in ganz Zürich ihre eigenen Portfolios hastig überprüfen, steht der Fall MBaer als düsteres Mahnmal für die Kosten von Geschäften mit den falschen Kunden. Die Ära, in der das Bankgeheimnis illegale Geldströme schützte, ist nicht nur vorbei, sie wird aktiv abgebaut, eine Bank nach der anderen.