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Swiss Observer

UBS baut nach der Übernahme der Credit Suisse 10'000 Stellen ab

Die UBS Group hat seit der Übernahme der Credit Suisse mehr als 10'000 Stellen abgebaut. Damit wurde ein bedeutender Meilenstein bei der Integration der grössten Banken der Schweiz erreicht.

UBS baut nach der Übernahme der Credit Suisse 10'000 Stellen ab
AISWI swissinfo.ch

Die Axt ist gefallen, und die Zahlen sind schwindelerregend. Die UBS Group hat seit der historischen Übernahme der Credit Suisse offiziell mehr als 10'000 Stellen abgebaut. Dieser Schritt verändert das Gefüge des Schweizer Bankwesens grundlegend. Die weltweite Belegschaft, die unmittelbar nach der Übernahme im Juni 2023 mit 119'100 ihren Höchststand erreicht hatte, ist bis Ende letzten Jahres auf 108'648 geschrumpft. Das ist nicht einfach eine Unternehmensumstrukturierung, sondern ein tiefgreifender Wandel auf dem Arbeitsmarkt der Finanzbranche.

Das Tempo des Stellenabbaus zeugt von einer aggressiven Konsolidierung. Unmittelbar nach dem chaotischen Zusammenschluss wurden im dritten Quartal 2023 innerhalb eines einzigen Quartals mehr als 3'000 Stellen abgebaut. Seither hat sich der Abbau verlangsamt: In den letzten drei Monaten des Jahres 2024 sank die Zahl der Mitarbeitenden um 748. Die kumulierten Auswirkungen sind jedoch unübersehbar. Die UBS ist schlanker, widerstandsfähiger und fest entschlossen, die Altlasten ihrer früheren Konkurrentin abzubauen, um ihre Vormachtstellung zu sichern.

Das 13-Milliarden-Dollar-Vorhaben: Effizienz um jeden Preis

Hinter dem Stellenabbau steht ein gewaltiges finanzielles Ziel: insgesamt 13 Milliarden US-Dollar einzusparen. Die UBS führt derzeit einen Kampf gegen Doppelspurigkeiten und hat bereits 7,5 Milliarden US-Dollar der angestrebten Einsparungen erzielt. Es ist ein Einsatz mit hohem Risiko, bei dem jeder Dollar zählt. Die Bank beweist, dass sie die Pläne mit rigoroser Effizienz umsetzen kann. Trotz der hohen Kosten des Zusammenschlusses, die sich voraussichtlich auf rund 14 Milliarden US-Dollar belaufen werden, übertraf die Bank kürzlich mit einem starken Quartalsgewinn im vierten Quartal die Markterwartungen.

Die nächste Phase dieses Vorhabens wird in den Serverräumen ausgetragen. Die UBS hat signalisiert, dass ein erheblicher Teil der verbleibenden Einsparungen aus der komplexen und entscheidenden Aufgabe resultieren wird, die veralteten IT-Systeme der Credit Suisse abzuschalten. Diese digitale Migration ist nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern auch der finanzielle Motor für die langfristige Rentabilität der Bank. Während sich die Bank von Personalkürzungen der Erneuerung ihrer Infrastruktur zuwendet, bleibt der Druck, Ergebnisse zu liefern, so hoch wie nie.

Erschütterungen auf dem Heimmarkt: Die Schweiz spürt die Folgen

Die weltweiten Zahlen sind enorm, doch besonders stark sind die Auswirkungen in der Schweiz zu spüren. Ein Schritt, der das Herz der lokalen Wirtschaft trifft: In den vergangenen Wochen haben mehrere hundert UBS-Mitarbeitende in der Schweiz Kündigungen erhalten. Diese neue Entlassungswelle macht deutlich, dass die Integration keineswegs ein fernes Unternehmensvorhaben ist. Sie ist eine lokale Realität, die Schweizer Familien und Berufstätige unmittelbar betrifft.

Die Einheit «Swiss Bank» durchläuft einen Wandel, den viele bei der Ankündigung des Zusammenschlusses befürchtet hatten. Berichte von Bloomberg News bestätigen, dass auch die inländische Belegschaft von den Effizienzbemühungen betroffen ist. Während die UBS ihre Position auf dem Heimmarkt festigt, ist der Abbau von Doppelspurigkeiten zwischen den beiden früheren Konkurrentinnen unvermeidlich geworden. Die Integration ist nicht länger nur eine Schlagzeile: Für Hunderte Schweizer Bankangestellte bedeutet sie einen tiefgreifenden Einschnitt in ihre berufliche Laufbahn.

Der Countdown läuft: Die Frist 2025 rückt näher

Konzernchef Sergio Ermotti hat eine klare Frist gesetzt. Die Integration der Credit Suisse soll bis Ende 2025 im Wesentlichen abgeschlossen sein. Dem Bankengiganten bleiben damit weniger als zwei Jahre, um eine der komplexesten Finanzfusionen der Geschichte abzuschliessen. Die Zeit drängt, und die Führung handelt mit spürbarer Dringlichkeit, um dieses Kapitel zu beenden und als einheitliche Finanzmacht daraus hervorzugehen.

Die Folgen für die Zukunft sind weitreichend. Bis 2026 wird die Marke «Credit Suisse» Geschichte sein und vollständig in der UBS aufgehen. Da die Rentabilität die Erwartungen bereits übertrifft und der Stellenabbau in vollem Gang ist, positioniert sich die UBS nicht nur als Überlebende der Bankenkrise, sondern als unbestrittene globale Grossmacht. Vor ihr liegen noch umfangreiche Arbeiten an der IT-Migration und letzte strukturelle Anpassungen. Die Botschaft ist jedoch klar: Die neue UBS ist da und schlanker denn je.