Banken
UBS schliesst historische Migration der Credit-Suisse-Kundschaft in der Schweiz ab
UBS hat den komplexen Prozess abgeschlossen, alle ehemaligen Credit-Suisse-Kundinnen und -Kunden in der Schweiz auf die eigene Infrastruktur zu migrieren. Damit ist ein wichtiger Meilenstein bei einer der bedeutendsten Integrationen der Bankengeschichte erreicht.

Die Herkulesaufgabe ist endlich abgeschlossen. UBS hat ihre Vormachtstellung in der Schweizer Bankenlandschaft offiziell gefestigt und die erfolgreiche Migration aller ehemaligen Credit-Suisse-Kundinnen und -Kunden in der Schweiz auf die eigene Infrastruktur bekannt gegeben. Das ist nicht bloss eine IT-Aktualisierung, sondern das definitive Ende einer Ära und der Beginn einer einzigartigen Finanzsupermacht. Mit der nun abgeschlossenen Übertragung von weltweit 1,2 Millionen Kundinnen und Kunden hat UBS vollbracht, was CEO Sergio Ermotti selbstbewusst als «eine der komplexesten Integrationen der Bankengeschichte» bezeichnet.
Dieser Meilenstein, der im März 2026 erreicht wurde, bestätigt die aggressive Strategie, die seit der Notübernahme im Jahr 2023 verfolgt wird. Während Skeptiker bezweifelten, dass sich zwei systemrelevante Grossbanken ohne katastrophale Unterbrechungen des Dienstes zusammenführen liessen, hat UBS die Erwartungen übertroffen. Die Bank teilt mit, die Migration sei mit chirurgischer Präzision durchgeführt worden, und verweist trotz des enormen Umfangs der Operation auf positive Rückmeldungen der Kundschaft. Die «Monsterbank» der Schweiz ist keine blosse Vorstellung mehr: Sie ist voll funktionsfähig, und die Marke Credit Suisse ist praktisch in der UBS aufgegangen.
Transaktionsvolumen steigt stark an
Die digitalen Lebensadern der Schweizer Wirtschaft pulsieren stärker denn je. Nach der Integration bewältigt UBS einen massiven Aktivitätsanstieg und meldet, dass das Zahlungsvolumen auf ihrer Plattform um beachtliche 25 Prozent gestiegen ist. Die Bank verarbeitet inzwischen täglich fast 3,1 Millionen Transaktionen. Dieser deutliche Anstieg unterstreicht das enorme Gewicht des fusionierten Unternehmens auf dem globalen Finanzmarkt.
Diese Zahlen sind nicht bloss Statistiken: Sie stehen für die Bündelung der Finanzkraft der Schweiz in einem einzigen, gewaltigen Zentrum. Die Infrastruktur, die nun die Last zweier ehemaliger Konkurrenten trägt, wird in einem Ausmass betrieben, das es in der Geschichte des Landes zuvor nicht gegeben hat. Das System hält zwar stand, doch die Konzentration eines derart hohen Volumens bei einem einzigen Institut erhöht den Druck, die betriebliche Stabilität sicherzustellen. UBS hat bewiesen, dass sie diese Belastung bewältigen kann. Der Druck bleibt jedoch enorm, während die Bank sich in dieser neuen Realität einer hyperzentralisierten Finanzwelt zurechtfindet.
Der logistische Einsatzraum
Hinter den Kulissen richtete UBS einen Einsatzraum für den Betrieb von beispiellosem Ausmass ein, damit die Migration nicht unter ihrer eigenen Last zusammenbrach. Die Bank legte nicht einfach einen Schalter um, sondern startete eine gewaltige logistische Offensive. Die Zahlen sind beeindruckend: Um Systemausfälle zu verhindern, wurden mehr als 80'000 anspruchsvolle Tests durchgeführt, und die Mitarbeitenden absolvierten insgesamt 132'000 Stunden spezifischer Schulungen, um den Übergang zu bewältigen.
Um die Sorgen der Kundschaft zu lindern, startete die Bank eine umfassende Informationskampagne und verschickte drei Millionen personalisierte Briefe, um die Anspruchsgruppen auf dem Laufenden zu halten. Dabei ging es ebenso sehr um Vertrauen wie um Daten. Seit der rechtlichen Fusion der Muttergesellschaften im Sommer 2024 hat die Bank die Kapazitäten in den Filialen und Unterstützungsfunktionen systematisch ausgebaut. Diese sorgfältige, beinahe militärisch anmutende Vorbereitung zeigt, wie entscheidend die Integration war, nicht nur für UBS, sondern auch für die Stabilität des gesamten Schweizer Finanzsystems, das sich eine weitere Krise nicht leisten konnte.
Das Ende der Credit-Suisse-Infrastruktur
Nach der Übertragung der Kundinnen und Kunden beginnt die letzte Phase: die vollständige Beseitigung der alten Credit-Suisse-Infrastruktur. UBS leitet nun die Phase der «Abschaltung» ein und fährt die alten IT-Systeme der Credit Suisse herunter. Mit dieser Ausserbetriebnahme endet endgültig die unabhängige Geschichte des 167 Jahre alten Instituts. Die Bank geht davon aus, dass dieser digitale Rückbau bis Ende 2026 grösstenteils abgeschlossen sein wird.
Dieser Moment erinnert eindringlich an die Krise von 2023, als eine verhängnisvolle Mischung aus Skandalen und finanziellen Verlusten den Bundesrat und die FINMA dazu zwang, diese Übernahme zu arrangieren, um einen globalen Finanzkollaps abzuwenden. Heute, da die Server abgeschaltet und die Logos entfernt werden, bleibt der Schweiz ein einziger Bankentitan. Die Integration ist ein technischer Triumph, doch sie hinterlässt eine Abhängigkeit des Landes von einem einzigen, monolithischen Finanzinstitut. Der Schatten der Credit Suisse schwindet, doch derjenige der neuen UBS ist grösser denn je.