Zum Inhalt springen
Swiss Observer

Twint zum dritten Mal als Unternehmen mit dem besten Ruf in der Schweiz ausgezeichnet

Die beliebte Bezahl-App Twint wurde laut einer Konsumentenbefragung erneut als Unternehmen mit dem besten Ruf in der Schweiz eingestuft. Sie übertraf Detailhandelsgrössen wie Zweifel und Migros und erhielt besonders hohe Bewertungen von Frauen und jüngeren Konsumentinnen und Konsumenten.

Twint zum dritten Mal als Unternehmen mit dem besten Ruf in der Schweiz ausgezeichnet
AISWI swissinfo.ch

Die Twint AG hat ihren Status als Schweizer Massstab für Unternehmensreputation offiziell gefestigt und sich bereits zum dritten Mal den Titel des Unternehmens mit dem besten Ruf im Land gesichert. In einer Zeit, in der das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten die wichtigste Währung ist, hat der in Zürich ansässige Bezahldienstleister mehr getan, als nur zu überleben: Er hat die Konkurrenz überflügelt. Twint hat legendäre Schweizer Marken wie Zweifel und Migros hinter sich gelassen und bewiesen, dass digitale Unternehmen ebenso viel, wenn nicht sogar mehr, Treue auf sich vereinen können wie Institutionen mit jahrhundertelanger Geschichte. Die jüngste Befragung von 3'800 Einwohnerinnen und Einwohnern der Deutsch- und Westschweiz bestätigt, dass Twint nicht bloss ein praktisches Werkzeug ist, sondern ein nationales Phänomen. Während andere Fintech-Unternehmen in einem konservativen Markt nur schwer Fuss fassen, ist Twint erfolgreich in den Schweizer Alltag vorgedrungen, von Berghütten bis zu exklusiven Boutiquen. Der dritte Sieg in Folge signalisiert einen dauerhaften Wandel im Denken der Schweizerinnen und Schweizer: Bequemlichkeit und Zuverlässigkeit wiegen heute schwerer als traditionelle Werte und Herkunft.

Jugend und digitales Vertrauen treiben den Fintech-Aufschwung an

Eine starke demografische Gruppe treibt Twints beispiellosen Erfolg an: die unter 30-Jährigen und die weiblichen Konsumentinnen. Laut Anja Reimer vom Marktforschungsunternehmen NIQ ist Twint das Unternehmen, mit dem sich die Schweizerinnen und Schweizer am stärksten identifizieren, wobei jüngere Generationen den Ton angeben. Dabei geht es nicht nur um eine funktionale App, sondern auch um Identität. Für die Schweizer Jugend steht Twint für einen reibungslosen Lebensstil, den ältere, starre Bankstrukturen nicht bieten können. Die Daten zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen digitalen Gewohnheiten und der Verbundenheit mit der Marke. Während die ältere Generation möglicherweise noch am Bargeld festhält, sieht die «Twint-Generation» die App als erstklassiges Angebot, das sich positiv von allen anderen Anbietern im Finanzsektor abhebt. Diese starke Verankerung bei einer bestimmten Bevölkerungsgruppe sorgt dafür, dass Twints guter Ruf kein vorübergehender Trend ist, sondern ein langfristiger strategischer Vorteil, der mit der zunehmenden Kaufkraft dieser jüngeren Konsumentinnen und Konsumenten voraussichtlich weiter wachsen wird.

Detailhandelsriesen unter Druck, Traditionsmarken verlieren an Boden

Die Rangliste für 2026 zeigt eine drastische Neuordnung der Schweizer Unternehmenshierarchie: Traditionsmarken wie Ricola sind aus der Spitzengruppe abgerutscht. Ricola, einst regelmässig unter den ersten drei, wurde auf den sechsten Platz zurückgestuft. Im Gegensatz dazu schoss der Knabbergebäckhersteller Zweifel auf den zweiten Platz vor und bewies, dass Nostalgie rund um Snacks weiterhin viel zählt, besonders bei jungen Menschen. Der Detailhandelsriese Migros schaffte es unterdessen zurück auf den dritten Platz und verwies die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die einen beachtlichen vierten Platz belegen, knapp auf die Ränge. Der Kampf um die Top Ten ist härter denn je: Coop, Lindt & Sprüngli und Rivella kämpfen darum, in einer zunehmend digitalen Welt relevant zu bleiben. Diese Schwankungen zeigen, dass selbst die etabliertesten Schweizer Marken sich nicht mehr allein auf ihre Geschichte verlassen können. Sie müssen sich nun mit der Agilität und Kundenorientierung technologiegetriebener Newcomer messen.

Rega behauptet ihre unerschütterliche Stellung in der nationalen Identität

Während Unternehmen um Marktanteile kämpfen, behauptet sich die Rega in einer eigenen Liga und verteidigt zum neunten Mal in Folge ihre Spitzenposition unter den gemeinnützigen Organisationen. Das ist eine in der Schweizer Öffentlichkeit beispiellose Konstanz. Die Rega ist nicht bloss ein Dienstleister, sondern ein Symbol für Sicherheit und Exzellenz, das Alters-, Sprach- und soziale Grenzen überwindet. «Sie geniesst grosses Ansehen, weckt Sympathie und ist eng mit der nationalen Identität verbunden», sagte Reimer und erläuterte damit, weshalb die Luftrettungsorganisation unangefochten bleibt. Auf die Rega folgen im gemeinnützigen Sektor die Schweizerische Paraplegiker-Stiftung und Spitex Schweiz, die beide ein hohes öffentliches Vertrauen geniessen. Der Abstand zwischen der Rega und anderen Organisationen hebt eine besondere Schweizer Eigenschaft hervor: den tiefen Respekt für Institutionen, die mit Präzision und Zuverlässigkeit lebensrettende Dienste leisten. Diese Eigenschaften verkörpert die Rega in besonderem Mass.

Die Zukunft des Ansehens Schweizer Unternehmen

Die Bedeutung von Twints drittem Sieg ist klar: Die Zukunft der Schweizer Wirtschaft ist digital, persönlich und unglaublich schnelllebig. Während das Unternehmen seine Mitbewerber weiterhin übertrifft, dürfte der Druck auf traditionelle Banken und Detailhändler, innovativ zu sein, einen kritischen Punkt erreichen. Wir erleben die Entstehung einer neuen Unternehmenselite in der Schweiz, die das Nutzererlebnis und die technologische Integration höher gewichtet als die Tradition des stationären Geschäfts. Für die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten ist dieser Wettbewerb ein Gewinn, denn er treibt bessere Dienstleistungen und höhere Standards in allen Bereichen voran. Für die «alte Garde» der Schweizer Wirtschaft ist die Botschaft jedoch dringend: sich anpassen oder zurückfallen. Mit Blick auf 2027 lautet die Frage nicht, ob Twint seinen Vorsprung halten kann, sondern wer mutig genug sein wird, den neuen König des Schweizer Rufs herauszufordern. Die Messlatte liegt nun hoch und ist digital.