Zum Inhalt springen
Swiss Observer

TikTok-Paracetamol-Challenge löst Gesundheitswarnung in der Schweiz aus

Schweizer Gesundheitsbehörden warnen dringend vor einem gefährlichen Social-Media-Trend, der Jugendliche dazu verleitet, Paracetamol zu überdosieren

TikTok-Paracetamol-Challenge löst Gesundheitswarnung in der Schweiz aus
AISWI swissinfo.ch

Schweizer Gesundheitsbehörden haben dringend vor einem gefährlichen Social-Media-Trend namens «Paracetamol-Challenge» gewarnt, der auf TikTok aufgekommen ist. Der Trend gibt medizinischen Fachpersonen und Verantwortlichen des öffentlichen Gesundheitswesens Anlass zu grosser Sorge. Er richtet sich an Jugendliche in der ganzen Schweiz und hat die kantonalen Gesundheitsbehörden zu sofortigem Handeln veranlasst.

Die Challenge im Überblick

Bei der «Paracetamol-Challenge» fordern Jugendliche einander dazu heraus, gefährliche Mengen des gängigen Schmerzmittels Paracetamol einzunehmen. Der Trend hat sich auf Social-Media-Plattformen, insbesondere auf TikTok, verbreitet und bringt Jugendliche in der Schweiz in erhebliche Gefahr. Seit Sommer 2023 haben bereits mehrere europäische Länder vor der Challenge gewarnt. Das zeigt, dass es sich um ein wiederkehrendes Social-Media-Phänomen handelt, das sich hartnäckig hält.

Gesundheitsrisiken

Medizinische Fachleute betonen die schwerwiegenden Risiken einer Paracetamol-Überdosis. Die Giftigkeit des Wirkstoffs kann zu schwerem Leberversagen und möglicherweise zum Tod führen. Besonders bedenklich ist, dass erste Anzeichen einer Vergiftung unter Umständen erst 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme auftreten. Zu den Warnzeichen gehören Bauchschmerzen, Übelkeit, Koordinationsprobleme und eine Gelbfärbung der Haut. Weil die Symptome verzögert auftreten können, ist die Challenge besonders gefährlich: Eine sofortige medizinische Behandlung könnte sich dadurch verzögern.

Reaktion der Behörden

Die Kantone Freiburg, Jura und Waadt sind bei der Bekämpfung dieses gefährlichen Trends vorangegangen. Die Gesundheitsbehörden haben umgehend Massnahmen ergriffen, darunter eine verstärkte Überwachung des Paracetamol-Verkaufs und zusätzliche Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Die Apotheken in diesen Kantonen wurden angewiesen, beim Verkauf von paracetamolhaltigen Medikamenten an Jugendliche besonders wachsam zu sein.

Prävention und Empfehlungen

Die Schweizer Gesundheitsbehörden haben umfassende Empfehlungen zur Verhinderung eines missbräuchlichen Paracetamol-Konsums herausgegeben. Dazu gehören strengere Kontrollen beim Verkauf von Medikamenten, Aufklärungsprogramme an Schulen und eine stärkere Sensibilisierung von Eltern und Erziehungsberechtigten. Die Bevölkerung wird daran erinnert, dass Paracetamol zwar in häufig erhältlichen Produkten wie Paracetamol-Mepha, Dafalgan, Panadol und anderen enthalten ist, aber verantwortungsvoll und innerhalb der empfohlenen Dosierung eingenommen werden muss.