Rechtsvollzug
Die Schweiz verschärft den Vollzug von Verkehrsbussen gegen ausländische Touristen
Das Parlament genehmigt Massnahmen, um gegen unbezahlte Verkehrsbussen ausländischer Besucher vorzugehen und erhebliche Einnahmeausfälle in Schweizer Gemeinden zu bekämpfen.

Die Schweiz zieht die Zügel an. In einem entschlossenen Schritt zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit hat das Parlament strenge Massnahmen genehmigt, um gegen ausländische Touristen vorzugehen, die Schweizer Verkehrsregeln als unverbindliche Empfehlungen behandeln. Zu lange waren Besucher auf unseren Strassen mit dem Gefühl der Straflosigkeit unterwegs und sammelten Verstösse, die verschwanden, sobald sie die Grenze überquerten. Diese Zeit der Nachsicht ist offiziell vorbei. Die jüngste Weisung der Regierung geht das Problem direkt an und schafft einen soliden Rahmen, damit ausländische Autofahrer mit denselben Konsequenzen rechnen müssen wie Schweizer Einwohner.
Der Entscheid markiert einen entscheidenden Wendepunkt beim Vollzug der Schweizer Gesetzgebung. Die Schweiz heisst zwar jedes Jahr Millionen von Touristen willkommen, doch die Behörden ziehen eine klare Grenze: Gastfreundschaft bedeutet nicht Straffreiheit. Die neuen Massnahmen sollen den Schleier der grenzüberschreitenden Bürokratie durchdringen, hinter dem sich Fehlbare bisher häufig verstecken konnten. Indem das Parlament die Behörden dazu ermächtigt, diese Forderungen konsequent einzutreiben, sendet es eine unmissverständliche Botschaft an die internationale Gemeinschaft: Wer auf Schweizer Strassen fährt, hält sich an Schweizer Regeln.
Gemeinden verlieren keine Bussgelder mehr
Ein beträchtliches finanzielles Leck wird endlich gestopft. Schweizer Gemeinden kämpfen seit Langem mit erheblichen Einnahmeausfällen und mussten hilflos zusehen, wie ihnen jedes Jahr potenzielle Bussgelder in Höhe von Tausenden Franken entgingen. Das bisherige System ermöglichte es ausländischen Verkehrssündern, die Zahlung zu umgehen. Die lokalen Behörden mussten dadurch die Vollzugskosten tragen, ohne die Bussen einzunehmen. Diese finanzielle Schieflage belastete die lokale Infrastruktur und die Schweizer Steuerzahlenden auf ungerechte Weise.
Die Folgen dieser Einnahmeausfälle können kaum überschätzt werden. Einnahmen aus Verkehrsdelikten sind entscheidend für die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit, die Finanzierung lokaler Polizeieinsätze und den Ausbau der kommunalen Verkehrsinfrastruktur. Weil diese Bussen nicht eingetrieben wurden, subventionierten die Gemeinden faktisch das rücksichtslose Verhalten von Besuchern. Die neue Gesetzgebung soll diesem finanziellen Aderlass unverzüglich ein Ende setzen. Sie verspricht, den Städten und Gemeinden, in denen diese Verstösse begangen werden, eine wichtige Einnahmequelle zurückzugeben und sicherzustellen, dass die fehlbare Person die Kosten für einen Gesetzesverstoss trägt, unabhängig von ihrem Herkunftsland.
Zu schnelles Fahren und Falschparkieren: Schluss mit der Straflosigkeit
Von Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Autobahn bis zu Parkverstössen in der Innenstadt: Die Durchsetzung ist umfassend. Die Regierung hat Geschwindigkeitsüberschreitungen und Parkbussen als Hauptursachen für nicht bezahlte Bussen identifiziert. Die neuen Vollzugsmassnahmen konzentrieren sich gezielt auf diese Verstösse. Eine hastig weggeworfene Parkbusse in Interlaken oder ein Blitz der Radarkamera in Genf wird von Autofahrern, die in die EU oder weiter weg zurückkehren, künftig nicht mehr einfach ignoriert werden können. Die Massnahmen stellen sicher, dass sowohl Verstösse während der Fahrt als auch Parkverstösse mit gleicher Konsequenz verfolgt werden.
Dieser gezielte Ansatz geht die häufigsten Konfliktpunkte zwischen Touristen und lokalen Vollzugsbehörden an. Zu schnelles Fahren gefährdet die öffentliche Sicherheit unmittelbar, während Falschparkieren den geordneten Verkehrsfluss in unseren dicht bebauten Stadtzentren stört. Indem die Behörden diesen Kategorien Vorrang geben, gehen sie gegen die sichtbarsten und störendsten Formen der Missachtung von Vorschriften vor. Die Botschaft an ausländische Autofahrer ist klar: Ob Sie durch den Gotthardtunnel rasen oder Ihr Fahrzeug in Zürich in einer Verbotszone abstellen, die Busse wird Ihnen bis nach Hause folgen.
Eine neue Ära grenzüberschreitender Verantwortlichkeit
Die Schweiz bekräftigt ihre Souveränität mit neuem Nachdruck. Dieser gesetzgeberische Kurswechsel ist mehr als eine Massnahme zur Einnahmenerhebung: Er bekräftigt die Schweizer Werte von Ordnung und Verantwortung. Während die Regierung die Umsetzung dieser Massnahmen vorantreibt, rechnen wir mit einer deutlichen Veränderung im Verhalten ausländischer Autofahrer. Das Wissen, dass Schweizer Bussen nicht zu entgehen ist, dürfte eine starke abschreckende Wirkung entfalten und zu sichereren Strassen sowie zu einem respektvolleren Tourismus beitragen.
Mit Blick auf die Zukunft deutet diese Entwicklung auf eine engmaschigere grenzüberschreitende Verfolgung hin. Sie bringt die Schweiz den Nachbarländern näher, die sich seit Langem um eine wirksame gegenseitige Eintreibung von Verkehrsbussen bemühen. Für die Schweizer Bevölkerung bedeutet dies ein Gefühl der Gerechtigkeit: Die Gesetze, an die sie sich gewissenhaft hält, werden nun universell angewandt. Mit Beginn der Umsetzung ist die «Ferienpause vom Gesetz» offiziell vorbei. Die Schweiz bleibt ein erstklassiges Reiseziel für Gäste aus aller Welt, doch der Respekt vor unserem Rechtssystem ist nun eine unabdingbare Voraussetzung für die Einreise.