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Swiss Observer

Schweiz reformiert Politik für Asylzentren für störende Asylsuchende

Der Staatssekretär für Migration kündigt das Ende separater Sicherheitszentren an und setzt auf die Integration in bestehende Zentren, um den Umgang mit Asylsuchenden zu verbessern.

Schweiz reformiert Politik für Asylzentren für störende Asylsuchende
AISWI swissinfo.ch

Die Schweiz hat eine bedeutende Reform ihrer Politik im Umgang mit Asylsuchenden angekündigt. Damit endet die Praxis, separate Sicherheitszentren für störende Asylsuchende zu betreiben. Der Staatssekretär für Migration, Vincenzo Mascioli, gab diesen grundlegenden Kurswechsel bekannt und betonte, dass sich das derzeitige System mit Spezialzentren als wirkungslos erwiesen habe. Die Änderung stellt eine grundlegende Neuausrichtung im Umgang der Schweiz mit schwierigen Fällen im Asylsystem dar.

Das bestehende System und seine Herausforderungen

Das bestehende System, dessen Kern die seit Dezember 2018 betriebene Spezialeinrichtung Les Verrières bildet, war darauf ausgelegt, störende Asylsuchende getrennt von der übrigen Bevölkerung unterzubringen. Die Einrichtung bietet Platz für höchstens 20 Personen und beherbergt in der Regel jeweils fünf bis zehn Personen. Trotz ihres ursprünglichen Zwecks hat sich der Ansatz der getrennten Unterbringung bei der Bewältigung von Verhaltensproblemen und der Förderung der Integration als weniger wirksam erwiesen als erwartet.

Neuer Ansatz zur Integration

Die neue Strategie sieht vor, störende Personen in bestehende Bundesasylzentren oder in deren unmittelbarer Nähe zu integrieren, statt sie in separaten Einrichtungen unterzubringen. Dieser Ansatz soll eine engmaschigere Aufsicht ermöglichen und zugleich die allgemeinen Sicherheitsmassnahmen für die übrige Asylbevölkerung reduzieren. Das Staatssekretariat für Migration plant ein Pilotprojekt, um dieses integrierte Modell zu testen. Die konkreten Standorte werden noch diskutiert.

Umsetzung und Zeitplan

Die Schliessung von Les Verrières wurde zwar angekündigt, der genaue Zeitplan bleibt jedoch flexibel, bis die Gespräche mit den kantonalen Behörden abgeschlossen sind. Die am 16. Juni eingesetzte Taskforce für Mehrfachrezidivisten nach AIG/AsylG wird bei der Entwicklung von Strategien für den Umgang mit schwierigen Fällen eine wichtige Rolle spielen. Während der Übergangsphase müssen Bund und Kantone eng zusammenarbeiten, um die reibungslose Umsetzung des neuen Systems sicherzustellen.

Auswirkungen und Erwartungen

Die Reform dürfte sich positiv auf die Mehrheit der Asylsuchenden auswirken, die sich gut verhalten. Mascioli zufolge sollte die Änderung das allgemeine Klima in den Asylzentren verbessern und könnte zudem die Betriebskosten senken. Im Zentrum steht die Schaffung eines Umfelds, das der friedlichen Mehrheit zugutekommt und zugleich eine angemessene Aufsicht über störende Personen gewährleistet. Dieser Ansatz entspricht den übergeordneten Zielen der Schweiz, das Asylwesen wirksam zu gestalten und eine erfolgreiche Integration zu fördern.