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Swiss Observer

Rekordkälte erfasst die Schweiz: Temperaturen sinken drastisch

Die Schweiz hat bisher die kälteste Nacht des Winters erlebt. Polarluft liess die Temperaturen in La Brévine auf bis zu -23°C und im Flachland auf unter -10°C sinken. Die Kälteperiode dürfte anhalten.

Rekordkälte erfasst die Schweiz: Temperaturen sinken drastisch
AIThe Local Switzerland

Die Schweiz zittert unter einem erbarmungslosen Griff polarer Kälte, während die Temperaturen auf die tiefsten Werte des Winters sinken. Am Montagmorgen wurden in La Brévine unglaubliche -30.3°C gemessen. Damit bestätigte das Dorf seinen Ruf als «Sibirien der Schweiz». Am Dienstag stiegen die Temperaturen in derselben Region leicht auf -23°C, doch die Intensität dieser Kältewelle ist unübersehbar. Es handelt sich nicht bloss um eine kurze Kälteperiode, sondern um einen kräftigen Zustrom polarer Luft, der die Schweizer Landschaft in einen Tiefkühler verwandelt hat.

Die meteorologischen Daten sprechen eine deutliche Sprache. Klarer Nachthimmel verstärkte die nächtliche Ausstrahlung und liess die Temperaturen ungehindert in den Keller sinken. Im Juragebiet ist der Frost besonders heftig: In Le Locle wurden eisige -18.3°C gemessen. Diese Werte markieren bisher den absoluten Tiefpunkt der Wintersaison 2026 und stellen die Bevölkerung vor Bedingungen, die ohne angemessene Vorbereitung gefährlich sind. Diese aussergewöhnlichen Werte von mehr als -30°C führen eindrücklich vor Augen, welche rohe Kraft der alpine Winter entfalten kann.

Eisige Städte: Temperaturen sinken unter null

Die eisigen Temperaturen beschränken sich nicht auf abgelegene Bergtäler. Auch die grossen Schweizer Städte kämpfen mit einer starken Kältewelle. Bern, die Hauptstadt, erwachte am Morgen des Dreikönigstages bei stechenden -10°C. Damit wird der Arbeitsweg am Morgen zur Belastungsprobe. Zürich und Basel frösteln derweil bei -7°C. Die geschäftigen Zentren verwandeln sich in Eislandschaften, in denen der Atem in der Luft steht.

Der weit verbreitete Temperatursturz unter den Gefrierpunkt im Flachland deutet auf ein Wetterereignis hin, das fast die gesamte Bevölkerung betrifft. Es ist ungewöhnlich, dass im Flachland anhaltend so tiefe Temperaturen herrschen wie in den Bergen. So fröstelt praktisch das ganze Land. Infrastruktur und Verkehrsnetze werden durch die Bedingungen unter null belastet, denn vereiste Strassen und eingefrorene Weichen können zur Gefahr werden. Den Bewohnerinnen und Bewohnern der Grossstädte steht der kälteste Arbeitsweg des Jahres bevor. Die eisige Kälte dringt selbst durch die dicksten Wintermäntel.

Extreme Kälte in den Alpen: Skifahrende trotzen eisigen Temperaturen

Hoch oben in den Alpen ist die Kälte äusserst heftig. Auf über 2'000 Metern liegt die Durchschnittstemperatur bei frostigen -13°C, doch an einzelnen Orten im Land sind die Bedingungen noch deutlich extremer. St. Moritz im Kanton Graubünden sticht mit Temperaturen von bis zu -24°C hervor. Für Wintersportbegeisterte ist das ein zweischneidiges Erlebnis: makellose, sonnige Pisten bei potenziell gefährlicher Kälte.

Der Himmel bleibt zwar trügerisch blau und sonnig, doch auf den Pisten beisst die Kälte. Skifahrerinnen, Skifahrer und Snowboarderinnen und Snowboarder müssen sich mit leistungsfähiger Ausrüstung vor Erfrierungen schützen. Der Kontrast zwischen strahlendem Sonnenschein und brutaler Kälte schafft eine einzigartige, wenn auch harsche Winterumgebung. Das sind keine gewöhnlichen Wintertage, sondern Ausnahmesituationen, die selbst die Widerstandskraft der erfahrensten Einheimischen in den Alpen auf die Probe stellen.

Die Besonderheit des Südens: Milde Temperaturen trotz Kälte

In einer bemerkenswerten meteorologischen Wendung trotzt der Süden der Schweiz der landesweiten Kälte. Während der Norden friert, herrschen im Tessin und in den südlichen Regionen Temperaturen um +6°C. Dieser drastische Temperaturunterschied von über 30 Grad gegenüber La Brévine wird durch den Nordföhn verursacht. Der warme Wind sinkt an den Südhängen der Alpen ab und erwärmt sich dabei durch die Kompression der Luft.

So entsteht das Bild zweier Schweizer Länder: Das eine liegt unter einer Eisschicht, während das andere einen relativ milden Wintertag geniesst. Der Föhn wirkt im Süden wie ein Schutzschild und hält die Polarluft hinter der alpinen Barriere zurück. Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Lugano oder Locarno klingen die Schlagzeilen über -30°C wie Nachrichten von einem anderen Kontinent. Das zeigt, wie vielfältig die Mikroklimata in diesem kleinen Alpenland sind.

Prognose: Am Wochenende setzt Tauwetter ein

Die eisige Kälte ist heftig, aber vorübergehend. MeteoSchweiz prognostiziert, dass die bittere Kältewelle nur bis Donnerstag anhält. Am Freitag wird sich die Wetterlage deutlich verändern, wenn ein grosses Tiefdruckgebiet über Nordmitteleuropa zieht. Es beendet die klare, kalte Wetterperiode und bringt statt des schneidenden Frosts Wolken und Niederschläge.

Am Wochenende und Mitte Januar wird die Schweiz vom Tiefkühler in ein feuchtes Wetter wechseln. Die Temperaturen dürften deutlich steigen und Höchstwerte von 2°C bis 7°C erreichen. Diese milderen Temperaturen haben jedoch ihren Preis: Regen und Schnee kehren zurück. Die klaren, sonnigen Tage werden von nasseren und grauen Bedingungen abgelöst. Damit endet diese rekordkalte Woche endgültig. Vorerst muss die Schweiz noch einen Tag in der grimmigen Kälte ausharren, bevor atlantische Strömungen Erleichterung bringen.