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Swiss Observer

Schweiz plant einfaches Mehr bei Abstimmung über EU-Abkommen

Der Bundesrat empfiehlt für den bevorstehenden Entscheid zum EU-Rahmenabkommen ein ordentliches Referendumsverfahren ohne Erfordernis eines Ständemehrs.

Schweiz plant einfaches Mehr bei Abstimmung über EU-Abkommen
AISWI swissinfo.ch

In einem wichtigen Schritt für die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU hat der Bundesrat empfohlen, dass über das bevorstehende EU-Rahmenabkommen mit einem einfachen Mehr entschieden werden soll. Diese Empfehlung bedeutet eine Abkehr vom strengeren doppelten Mehr, das für gewisse Verfassungsfragen gilt. Die Regierung betont, dass dieses Vorgehen der bisherigen Praxis bei den bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU entspricht und Kontinuität in der Europapolitik der Schweiz gewährleistet.

Einzelheiten zum Referendumsverfahren

Das vorgeschlagene Referendumsverfahren umfasst vier separate Bundesbeschlüsse, über die jeweils das Volk abstimmen soll. Sie betreffen die Stabilisierung der bilateralen Beziehungen sowie die Weiterentwicklung in bestimmten Bereichen, darunter Lebensmittelsicherheit, Elektrizität und Gesundheit. Der Bundesrat hat sich für ein fakultatives Referendum entschieden, da er dieses als die verfassungsrechtlich stimmigste und politisch tragfähigste Lösung erachtet. Das Parlament hat beim Referendumsverfahren das letzte Wort. Der Vorschlag entspricht dem Vorgehen bei den früheren Bilateralen Abkommen I und II.

Zeitplan für die Umsetzung

Der Umsetzungsprozess folgt einem klaren Zeitplan: Die Abkommenstexte sollen im Mai paraphiert werden. Der Bundesrat plant, vor dem Sommer eine Vernehmlassung zum Abkommenspaket zu eröffnen. Dabei sollen auch die Projektstruktur und die Art des Referendums diskutiert werden. Dieses systematische Vorgehen ermöglicht eine gründliche Prüfung aller Aspekte und hält zugleich die Verhandlungen mit der EU in Gang.

Politische Auswirkungen

Der Entscheid des Bundesrats spiegelt die umfassendere Strategie der Schweiz wider, stabile und verlässliche Beziehungen zur EU zu pflegen. Das ist angesichts der aktuellen geopolitischen Lage besonders wichtig. Bei der Wahl eines einfacheren Abstimmungsverfahrens hat die Regierung demokratische Traditionen sorgfältig mit praktischen Überlegungen abgewogen. Der Entscheid lässt Raum für die Mitwirkung des Parlaments und der Kantone und zeigt, dass sich die Schweiz zu inklusiven Entscheidungsprozessen bekennt und zugleich ihre europapolitischen Ziele vorantreibt.