Politik
Die Schweiz eröffnet Vernehmlassung zum EU-Vertragspaket
Der Bundesrat genehmigt den neuen Vertragstext mit der EU und eröffnet eine landesweite Vernehmlassung bis Oktober. Eine mögliche Volksabstimmung könnte 2027 stattfinden.

Der Schweizerische Bundesrat hat in den Beziehungen zur Europäischen Union einen bedeutenden Schritt nach vorn gemacht und den Text eines neuen umfassenden Vertragspakets genehmigt. Die im Juni 2025 bekannt gegebene Entwicklung markiert den Beginn eines landesweiten Vernehmlassungsverfahrens, an dem verschiedene Anspruchsgruppen in der ganzen Schweiz beteiligt werden. Das genehmigte Vertragspaket ist das Ergebnis jahrelanger sorgfältiger Verhandlungen und soll einen stärker strukturierten Rahmen für die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU schaffen.
Gesetzesanpassungen und Umsetzung
Die Umsetzung des Vertragspakets erfordert umfassende Anpassungen des Schweizer Rechts. Insgesamt müssen 32 Bundesgesetze angepasst und drei vollständig neue Gesetze geschaffen werden, um den Bestimmungen des Vertragspakets Rechnung zu tragen. Diese Änderungen spiegeln den umfassenden Charakter der Vereinbarung und ihre weitreichenden Folgen für die Schweizer Gesetzgebung wider. Im Rahmen der Vernehmlassung können politische Parteien, Kantone, Gemeinden und weitere Anspruchsgruppen die vorgeschlagenen Änderungen prüfen und dazu Stellung nehmen.
Zeitplan und nächste Schritte
Die Vernehmlassung dauert bis Oktober 2025. Anschliessend plant der Bundesrat, dem Parlament im ersten Quartal 2026 die umfassende Vorlage zu unterbreiten. Für 2027 wird eine Volksabstimmung erwartet, insbesondere angesichts des bekannten Widerstands der Schweizerischen Volkspartei. In der Zwischenzeit haben die Schweiz und die EU Übergangsregeln vereinbart, die ihre Partnerschaft von Ende 2024 bis zur endgültigen Umsetzung des Pakets regeln. Ein wichtiger Meilenstein ist die geplante Teilnahme der Schweiz an den EU-Forschungsprogrammen, mit einer rückwirkenden Assoziierung an Horizon Europe, Euratom und das Programm Digitales Europa ab Januar 2025.
Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU
Dieses Vertragspaket stellt einen entscheidenden Moment in den Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU dar und baut auf jahrzehntelangen bilateralen Abkommen auf. Die umfassende Vereinbarung soll die Handelsbeziehungen der Schweiz mit der EU nach fast einem Jahrzehnt komplexer Verhandlungen aktualisieren und stabilisieren. Die geplante gemeinsame Erklärung des Bundesrats und der EU-Kommission am 24. Juni in Brüssel wird diese Vereinbarungen weiter festigen. Die Umsetzung des Vertragspakets wird verschiedene Bereiche, von der Forschungszusammenarbeit bis zum Marktzugang, massgeblich beeinflussen und ein neues Kapitel im europäischen Engagement der Schweiz markieren.