Verteidigung
Schweiz muss für F-35-Kampfjets mit Zusatzkosten von bis zu 1,3 Milliarden Franken rechnen
Die Schweizer Regierung gibt bekannt, dass die Preisverhandlungen mit den USA nicht ausreichten, um den ursprünglichen Vertrag über 6 Milliarden Franken für die F-35-Kampfjets zu sichern. Nun müssen teurere Optionen geprüft werden.

Die Beschaffungspläne des Schweizer Militärs sind auf eine erhebliche Hürde gestossen: Für die geplante Beschaffung von F-35-Kampfjets sieht sich die Schweiz mit einer unerwarteten Preiserhöhung von bis zu 1,3 Milliarden Franken konfrontiert. Der ursprüngliche Vertrag über 36 Flugzeuge im Wert von 6 Milliarden Franken ist ins Wanken geraten, nachdem die Preisverhandlungen mit den USA nicht die ursprünglich vereinbarten Bedingungen sichern konnten. Diese Entwicklung ist ein schwerer Rückschlag für die Schweizer Verteidigungsplanung und die Budgetierung.
Gescheiterte Verhandlungen und Folgen
Trotz intensiver diplomatischer Bemühungen, darunter der direkte Austausch zwischen dem Schweizer Verteidigungsminister Martin Pfister und dem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, konnte die Schweiz die gewünschte Festpreisvereinbarung nicht erreichen. Die Schweizer Regierung muss nun die Preise pro Produktionsserie akzeptieren, wie sie zwischen der US-Regierung und Lockheed Martin ausgehandelt wurden. Dadurch entsteht eine erhebliche Kostenunsicherheit. Die Preisentwicklung wird von der Inflation in den USA, den weltweiten Rohstoffpreisen und den internationalen Zöllen beeinflusst.
Geprüfte Optionen
Der Bundesrat hat das Verteidigungsdepartement beauftragt, die Beschaffung der Kampfjets bis Ende November umfassend neu zu analysieren. Die Regierung hält zwar an der Beschaffung der F-35 fest, prüft aber verschiedene Optionen, um die Kostensteigerung aufzufangen. Dazu könnten eine Verringerung der bestellten Flugzeugzahl oder zusätzliche Budgetmittel gehören. Die Situation hat eine erneute Debatte über die Schweizer Beschaffungsstrategie im Verteidigungsbereich ausgelöst.
Wirtschaftliche und politische Auswirkungen
Die Zusatzkosten von 650 Millionen bis 1,3 Milliarden Franken stellen die Schweiz vor erhebliche budgetäre Herausforderungen. Die Entwicklung hat eine politische Debatte über die Prioritäten bei den Militärausgaben und die Beziehungen zu den USA ausgelöst. Die Situation macht deutlich, wie komplex internationale Rüstungsbeschaffungen sind und welche Risiken grosse militärische Anschaffungen in einem instabilen globalen Wirtschaftsumfeld mit sich bringen können.