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Swiss Observer

Die Schweiz erweitert die Gesundheitsversorgung: Impfungen und Darmkrebsvorsorge werden von der Franchise befreit

Der Bundesrat kündigt eine neue Gesundheitspolitik an: Ab 2026 sind bestimmte Impfungen und Darmkrebsvorsorge von der Franchise befreit.

Die Schweiz erweitert die Gesundheitsversorgung: Impfungen und Darmkrebsvorsorge werden von der Franchise befreit
AILe News

Der Bundesrat setzt ein deutliches Zeichen gegen die Kosten für die Prävention. Mit einem Schritt, der die medizinische Landschaft verändern dürfte, hat die Regierung angekündigt, dass ab dem 1. Januar 2026 die Franchise bei wichtigen Impfungen entfällt. Dies ist eine entscheidende Neuausrichtung der Schweizer Gesundheitspolitik, mit der finanzielle Hürden beseitigt werden sollen, die Menschen davon abhalten, sich wirksam zu schützen. Die Selbstbeteiligung von 10 Prozent bleibt zwar bestehen, doch der Wegfall der Franchise bedeutet für Haushalte eine erhebliche finanzielle Entlastung, insbesondere für jene mit einer hohen Franchise. Die Botschaft aus Bern ist klar: Die Kosten sollten nie darüber entscheiden, ob sich jemand zum Schutz der Bevölkerung impfen lässt. Indem die finanzielle Belastung durch die anfängliche Franchise entfällt, setzt der Staat darauf, dass die präventive Versorgung stärker in Anspruch genommen wird und so langfristig Behandlungskosten in Millionenhöhe eingespart werden können.

Impfoffensive

Das Bundesamt für Gesundheit erweitert den Schutz vor Infektionskrankheiten. Die neue Liste der von der Franchise befreiten Impfungen ist umfassend und umfasst wichtige Krankheitserreger, darunter Diphtherie, Tetanus, Covid-19, Mpox, Pneumokokken und Meningokokken. Dabei handelt es sich nicht bloss um eine geringfügige Anpassung der Politik, sondern um eine gezielte Strategie, um die Impfquoten zu erhöhen, die in bestimmten Bevölkerungsgruppen stagnieren. Eine wichtige Neuerung betrifft die Gesundheit von Müttern und Kindern. Die Impfung gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) wird für schwangere Frauen neu vollständig vergütet. Diese vorausschauende Massnahme schützt Neugeborene von Geburt an vor einem Virus, das während der Wintermonate häufig Kinderstationen überlastet. Indem die Kosten für diesen Schutz wegfallen, rüstet die Regierung die Bevölkerung gegen künftige Ausbrüche.

Der zunehmenden Zahl von Krebserkrankungen begegnen

Bei 50 Prozent der Darmkrebsfälle erfolgt die Diagnose erst nach dem 70. Lebensjahr. Diese Zahl hat eine rasche Überprüfung der Vorsorgevorgaben ausgelöst. Angesichts dieser entscheidenden Erkenntnis weiten die Behörden die Vorsorge aus. Ab dem 1. Juli 2025, sechs Monate vor den Änderungen bei den Impfungen, steigt die Altersgrenze für die staatlich gedeckte Darmkrebsvorsorge von 69 auf 75 Jahre. Damit wird eine gefährliche Lücke im Gesundheitsnetz geschlossen und sichergestellt, dass ältere Menschen in der höchsten Risikogruppe nicht aus Kostengründen auf eine lebensrettende Früherkennung verzichten müssen. Art und Häufigkeit der Untersuchungen unterscheiden sich weiterhin je nach Kanton, doch der Bund vereinheitlicht die Altersgrenze. Damit soll verhindert werden, dass die geografische Lage die Lebenserwartung bestimmt. Die Massnahme ist eine direkte Reaktion auf die alternde Bevölkerung: Wenn die Menschen in der Schweiz länger leben, muss das medizinische Sicherheitsnetz weiter reichen.

Weniger Bürokratie für chronisch Kranke

Für Menschen in der Schweiz mit chronischen Krankheiten hat der jährliche administrative Spiessrutenlauf endlich ein Ende. Die Regierung stellt die Würde der Betroffenen über den Papierkram und schafft die Pflicht ab, den Bedarf an medizinischen Hilfsmitteln und Geräten jedes Jahr erneut zu begründen. Mit dieser bürokratischen Reform wird anerkannt, dass chronische Erkrankungen nicht einfach mit dem Jahreswechsel verschwinden. Durch den Wegfall dieser überflüssigen Überprüfung erkennt das System die Dauerhaftigkeit solcher Krankheiten an und respektiert die Zeit und Energie der Patientinnen und Patienten. Der Abbau von Bürokratie ist mehr als eine Effizienzmassnahme: Er korrigiert auf empathische Weise ein System, das Menschen, die ohnehin stark belastet sind, seit Langem übermässigen administrativen Aufwand aufbürdet. Im Mittelpunkt steht wieder die Versorgung, nicht die Erfüllung bürokratischer Vorgaben.