Gesundheit
Schweiz unterstützt historisches Pandemieabkommen trotz Austritt der USA
Die Schweizer Unterstützung für das neue Pandemieabkommen der WHO wird stärker, während die USA aus der Organisation austreten. Dies unterstreicht das Bekenntnis zur multilateralen Gesundheitsgovernance.

Die Schweiz hat ihr Engagement für die globale Gesundheitsgovernance bekräftigt, indem sie das historische Pandemieabkommen der WHO weiterhin stark unterstützt, obwohl die Vereinigten Staaten ihren Austritt aus der Organisation angekündigt haben. Diese Haltung spiegelt die langjährige Tradition der Schweiz wider, sich diplomatisch einzubringen, sowie ihre Rolle als Gastgeberin grosser internationaler Organisationen in Genf. Das Abkommen soll an der Weltgesundheitsversammlung in Genf verabschiedet werden und stellt einen bedeutenden Meilenstein für die internationale Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich und die Vorbereitung auf Notfälle dar.
Einzelheiten zum Abkommen und globale Auswirkungen
Das über drei Jahre ausgearbeitete Pandemieabkommen umfasst drei zentrale Bereiche: die Prävention von Pandemien, die Vorbereitung darauf und Massnahmen zur Bewältigung. Das Abkommen berücksichtigt wichtige Erkenntnisse aus der COVID-19-Pandemie, die weltweit schätzungsweise 15 Millionen Menschenleben forderte. Im Zentrum steht die gerechte Verteilung von Impfstoffen. Damit sollen die deutlichen Ungleichheiten angegangen werden, die während der COVID-19-Krise sichtbar wurden: Wohlhabende Länder sicherten sich frühzeitig Zugang, während Entwicklungsländer erhebliche Verzögerungen hinnehmen mussten. Das Abkommen wird von mehr als 190 Ländern unterstützt. Dies zeigt den breiten internationalen Konsens darüber, dass koordinierte Systeme für die globale Gesundheitsversorgung nötig sind.
Austritt der USA und internationale Reaktionen
Der Entscheid der Vereinigten Staaten, aus der WHO auszutreten, tritt im Januar 2026 in Kraft und markiert eine bedeutende Veränderung in der globalen Gesundheitspolitik. Als grösster Geldgeber der Organisation, mit einem Beitrag von 1,284 Milliarden US-Dollar in den Jahren 2022 bis 2023, stellt der Austritt der USA diese finanziell und operativ vor Herausforderungen. Internationale Gesundheitsexpertinnen und -experten sowie Diplomatinnen und Diplomaten betonen jedoch, dass das Rahmenwerk des Abkommens auch ohne Beteiligung der USA robust bleibt. Paradoxerweise hat der Austritt andere Länder darin bestärkt, das Abkommen abzuschliessen und umzusetzen. Damit wird die Bedeutung multilateraler Zusammenarbeit für die globale Gesundheitssicherheit unterstrichen.
Künftige Auswirkungen und die Position der Schweiz
Die anhaltende Unterstützung der Schweiz für das Pandemieabkommen unterstreicht ihre wichtige Rolle in der internationalen Gesundheitsdiplomatie. Als Gastgeberin der WHO und zahlreicher weiterer internationaler Organisationen ist die Schweiz besonders gut positioniert, um den fortlaufenden Dialog und die Umsetzung des Abkommens zu erleichtern. Der Erfolg des Abkommens trotz des Austritts der USA zeigt, wie widerstandsfähig die multilaterale Zusammenarbeit bei der Bewältigung globaler Gesundheitsherausforderungen ist. In Zukunft werden die diplomatischen Bemühungen der Schweiz entscheidend sein, um die Umsetzung des Abkommens voranzutreiben und möglicherweise eine spätere Wiederannäherung der USA an das Rahmenwerk der WHO zu ermöglichen.