Umwelt
Schweizer Gewässer in der Krise: Fischbestände und Wasserlebewesen unter «starkem Druck»
Das Bundesamt für Umwelt warnt vor einer kritischen Lage in den Schweizer Gewässern: Fischbestände und Wasserpflanzen leiden unter menschlichen Aktivitäten, Verschmutzung und den Auswirkungen von Bauarbeiten.

Die Schweizer Gewässer stehen vor einer beispiellosen Umweltkrise, wie die jüngsten Warnungen des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zeigen. Die vierte Messkampagne, die 2023 durchgeführt wurde, zeigt, dass sich der Zustand der Schweizer Flüsse, Seen und Bäche auf einem besorgniserregend tiefen Niveau stabilisiert hat. Damit sind die aquatischen Ökosysteme des Landes erheblich bedroht.
Auswirkungen auf das Leben im Wasser
Die Krise hat die aquatische Biodiversität der Schweiz stark beeinträchtigt. Die Fischbestände gehen deutlich zurück, während Wasserpflanzen in diesen beeinträchtigten Lebensräumen Mühe haben, sich zu behaupten. Auch kleine Organismen, darunter Insektenlarven und Krebstiere, die wichtige Bestandteile der aquatischen Nahrungskette bilden, zeigen Anzeichen von Stress. Diese Verschlechterung stellt eine grundlegende Bedrohung für die Süsswasserökosysteme der Schweiz dar.
Wichtigste Bedrohungen und Ursachen
Die Hauptbedrohungen für die Schweizer Gewässer gehen auf verschiedene menschliche Aktivitäten zurück. Bauprojekte haben natürliche Gewässer erheblich verändert, während Schadstoffe und überschüssige Nährstoffe aus Siedlungsgebieten, der Landwirtschaft und der Industrie die Wasserqualität weiter beeinträchtigen. Abfälle, Schaum und ungewöhnliche Gerüche an zahlreichen Messstellen weisen auf eine weit verbreitete Verschmutzung hin. Der Klimawandel verschärft diese Herausforderungen zusätzlich und wirkt sich insbesondere auf die Wassertemperaturen und das Gleichgewicht der Ökosysteme aus.
Schutzmassnahmen
Als Reaktion auf diese Krise setzt die Schweiz im Rahmen des Gewässerschutzgesetzes verschiedene Schutzmassnahmen um. Dazu gehören verbesserte Abwasserreinigungsanlagen, Projekte zur naturnahen Gestaltung von Flussufern und der Ausbau fischfreundlicher Wasserkraftwerke. Auch die Verringerung des Pestizideinsatzes und strengere Kontrollen gegen Verschmutzung haben hohe Priorität. Diese Initiativen sind vielversprechend, doch das BAFU betont, dass umfassendere Massnahmen nötig sind, um die Schweizer Gewässer wieder in einen ökologisch optimalen Zustand zu versetzen.