Schweiz
Reisen von der Schweiz in die USA gehen weiter stark zurück
Die Reisen von der Schweiz in die Vereinigten Staaten gingen im ersten Halbjahr 2026 weiter zurück, nachdem sie bereits 2025 abgenommen hatten. Der Artikel untersucht das Ausmass des Rückgangs und die Faktoren, die Schweizer Reisende von einer Reise in die USA abhalten.

Die Reisen von der Schweiz in die Vereinigten Staaten gingen im ersten Halbjahr 2026 erneut zurück und setzten damit einen 2025 begonnenen Rückgang fort. Diese Entwicklung ist für Schweizer Flughäfen, Fluggesellschaften, Reiseveranstalter und amerikanische Destinationen wichtig, die auf Besucherinnen und Besucher aus Europa angewiesen sind. Sie signalisiert auch eine Veränderung darin, wie Schweizer Reisende ein Fernreiseziel beurteilen, das traditionell Touristinnen und Touristen, Geschäftsreisende, Studierende und Familien angezogen hat.
Die verfügbare Quelle nennt weder die Zahl der Schweizer Besucherinnen und Besucher noch die prozentuale Veränderung. Das verunmöglicht eine präzise Einschätzung des Rückgangs und Vergleiche zwischen Zürich, Genf und anderen Abflugorten. Die Entwicklung ist jedoch eindeutig: Die Nachfrage schwächte sich das zweite Jahr in Folge ab.
Der Rückgang fällt in eine Zeit, in der die Vereinigten Staaten politisch verstärkt im Fokus stehen. Das Quellenmaterial weist keine einzelne Ursache nach, und es liegt keine Stellungnahme einer Tourismusorganisation oder Fluggesellschaft vor, die die Zahlen erklärt. Faktoren wie die Wahrnehmung der Grenzkontrollen, politische Unsicherheit, Flugpreise und Wechselkurse müssten separat überprüft werden, bevor ihnen eine messbare Rolle zugeschrieben werden kann. Vorerst weisen die Zahlen auf ein anhaltendes Abkühlen des Interesses der Schweizerinnen und Schweizer am US-Markt hin.
Die Daten zeigen einen Trend, aber noch keine Ursache
Der zweite jährliche Rückgang in Folge ist das deutlichste bestätigte Signal in den verfügbaren Daten. Die Reisen von der Schweiz in die USA gingen 2025 zurück und nahmen zwischen Januar und Juni 2026 weiter ab. Ohne veröffentlichte Gesamtzahlen lässt sich nicht sagen, ob der Rückgang vor allem Ferienreisende, Geschäftsreisende oder Besuche bei Freunden und Verwandten betrifft.
Dieses fehlende Detail ist wichtig. Ein Rückgang bei Ferienbuchungen würde sich anders auf Reiseveranstalter und Hotels auswirken als eine Abnahme des Geschäftsreiseverkehrs. Weniger Familienbesuche könnten auf Bedenken bezüglich der Einreiseverfahren hindeuten, während eine schwächere Geschäftsnachfrage auf eine breitere wirtschaftliche Entwicklung verweisen könnte. Flugpläne und Sitzplatzkapazitäten würden zudem zeigen, ob weniger Menschen reisen wollten oder weniger Plätze verfügbar waren.
Die geografische Lage der Schweiz bringt eine weitere Ebene hinzu. Zürich ist der grösste internationale Luftverkehrsknotenpunkt des Landes, während Genf eine grosse internationale, diplomatische und geschäftliche Gemeinschaft bedient. Die Quelle enthält keine Aufschlüsselung nach Kantonen oder Flughäfen und erlaubt deshalb keine Aussagen zu regionalen Unterschieden. Eine Einschätzung des Schweizer Marktes sollte daher auf detaillierte Zahlen des Bundesamts für Statistik, der Flughafenbetreiber, Fluggesellschaften oder Tourismusbehörden warten. Die aktuellen Belege zeigen einen Trend, aber noch keine vollständige Erklärung.
Bedenken wegen der Grenze prägen die Reisedebatte
Bedenken wegen der Grenzkontrollen sind inzwischen Teil der Diskussion unter einigen Menschen mit direkten Erfahrungen in den Vereinigten Staaten. Ein Leser namens Johnny Cazzone, ein US-Bürger, der seit fast 20 Jahren in der Schweiz lebt, schrieb, dass er sich seit Beginn der zweiten Präsidentschaft von Trump unwohl fühle, wenn er das Land besuche. Er beschrieb die Vereinigten Staaten als einen Ort, den er kaum wiedererkenne, und sagte, dass er Angst habe, wenn er die Grenze passiere.
Cazzone sagte auch, dass er vor einer Reise seine Mobilgeräte sperre, nachdem er deren Inhalte entfernt habe. Er fügte hinzu, dass er kein Aktivist sei, und meinte, Nicht-US-Bürger könnten sich noch unwohler fühlen. Seine Aussagen sind ein persönlicher Erfahrungsbericht, keine Umfrage und kein Beleg dafür, dass Bedenken wegen der Grenzkontrollen den allgemeinen Rückgang der Reisen aus der Schweiz verursacht haben. Sie zeigen jedoch, wie politische Entwicklungen und Einreiseverfahren das Sicherheitsgefühl von Reisenden bereits vor Reiseantritt beeinflussen können.
Die Quelle enthält keine Umfrage zur Haltung der Schweizer Bevölkerung, keine Gespräche mit Grenzbeamtinnen und Grenzbeamten und keine Daten, die Reiseentscheidungen mit Gerätekontrollen oder Einreisebestimmungen verknüpfen. Diese Lücken sollten sichtbar bleiben. Anekdoten können die Stimmung rund um einen Trend veranschaulichen, aber dessen Ausmass nicht messen.
Fluggesellschaften warten nun auf die nächsten Zahlen
Schweizer Fluggesellschaften und Tourismusunternehmen sehen sich 2026 mit einem schwächeren US-Markt konfrontiert, doch die praktischen Folgen lassen sich anhand der veröffentlichten Informationen noch nicht beziffern. Ein anhaltender Rückgang könnte sich auf Direktverbindungen, Hotelbuchungen, Mietwagen, Konferenzreisen und die Ausgaben Schweizer Besucherinnen und Besucher in amerikanischen Städten auswirken. Die Auswirkungen würden davon abhängen, wie stark der Rückgang ausfällt, welche Destinationen betroffen sind und ob Reisende auf andere Fernreisemärkte ausweichen oder ihre Reisen ganz verschieben.
Fluggesellschaften werden die Buchungen genau beobachten, denn Entscheide über Flugverbindungen hängen von einer anhaltenden Nachfrage ab und nicht von einer einzelnen schwachen Saison. Schweizer Reisende könnten zudem auf Flugpreise, Wechselkursbewegungen, das wahrgenommene Sicherheitsniveau und die Einfachheit des Grenzübertritts reagieren. Keiner dieser Faktoren wird in der verfügbaren Quelle gemessen. Es wäre verfrüht, einen davon als wichtigste Erklärung zu bezeichnen.
Die nächsten nützlichen Indikatoren werden die Passagierzahlen für das Gesamtjahr, der Flugverkehr nach Destination, die Kapazitäten der Fluggesellschaften und die Tourismusausgaben sein. Genauere Belege könnten zeigen, ob der Rückgang im ersten Halbjahr auf ein vorübergehendes Buchungsmuster oder eine tiefgreifendere Veränderung der Schweizer Nachfrage zurückgeht. Bis diese Zahlen vorliegen, ist die klarste Schlussfolgerung begrenzt, aber bedeutsam: Die USA sind für Schweizer Reisende weniger beliebt geworden als 2025, und der Rückgang setzte sich 2026 fort.