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Swiss Observer

Schweizer Stahlindustrie erhält vierjähriges staatliches Unterstützungspaket

Strategisch wichtige Stahl- und Aluminiumproduzenten erhalten vorübergehende Stromsubventionen im Wert von 37 Millionen Franken. Damit will der Bund einen wichtigen Industriesektor schützen.

Schweizer Stahlindustrie erhält vierjähriges staatliches Unterstützungspaket
AISWI swissinfo.ch

Der Schweizer Bundesrat hat ein bedeutendes, auf vier Jahre angelegtes staatliches Unterstützungspaket für die strategischen Stahl- und Aluminiumproduzenten des Landes angekündigt. Damit setzt er ein klares Zeichen zum Schutz einer wichtigen industriellen Infrastruktur. Der rückwirkend ab dem 1. Januar 2025 geltende Unterstützungsmechanismus verfolgt einen umfassenden Ansatz, um den Herausforderungen der Branche zu begegnen, insbesondere angesichts der hohen Energiekosten, welche die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie beeinträchtigen.

Details zum Unterstützungspaket

Das Unterstützungspaket von 37 Millionen Franken konzentriert sich vor allem auf eine Entlastung bei den Stromkosten durch eine abgestufte Reduktion der Netznutzungsgebühren. Die Unterstützung wird schrittweise verringert: Im ersten Jahr beträgt die Reduktion 50 Prozent, danach 37,5 Prozent, 25 Prozent und 12,5 Prozent bis 2028. Diese schrittweise Reduktion soll sofortige Entlastung schaffen und gleichzeitig langfristige Anpassungen und Effizienzsteigerungen in der Branche fördern.

Auswirkungen auf die Industrie und Begünstigte

Vier grosse Unternehmen der Schweizer Stahl- und Aluminiumindustrie profitieren von diesem Unterstützungspaket: Stahl Gerlafingen, Swiss Steel, Novelis und Constellium. Diese Unternehmen sind zentrale Bestandteile der industriellen Infrastruktur und der Lieferkette der Schweiz. Die Unterstützung soll ihre Betriebsfähigkeit sichern, Tausende qualifizierte Arbeitsplätze erhalten und die inländischen Produktionskapazitäten in der strategischen Metallverarbeitung gewährleisten.

Bedingungen und Einhaltung

Das Unterstützungspaket ist an strenge Bedingungen geknüpft, damit die öffentlichen Gelder verantwortungsvoll eingesetzt werden. Eine zentrale Vorgabe untersagt den begünstigten Unternehmen, während der Unterstützungsperiode variable Vergütungen an Mitglieder der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats auszuzahlen. Damit soll sichergestellt werden, dass die staatliche Unterstützung direkt dem Betrieb und der Stabilität der Belegschaft zugutekommt und nicht der Vergütung von Führungskräften.

Wirtschaftlicher Kontext und Ausblick

Das Unterstützungspaket wird vor dem Hintergrund schwieriger Marktbedingungen beschlossen, insbesondere hoher Energiekosten, welche die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie beeinträchtigen. Die Massnahme zeigt, dass sich die Schweiz dafür einsetzt, strategische industrielle Kapazitäten zu erhalten und zugleich ökologische Aspekte und wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Die schrittweise sinkende Unterstützung deutet auf eine Übergangsphase hin, in der die Unternehmen ihre Betriebsabläufe anpassen und ihre Effizienz steigern sollen, damit sie auch ohne weitere staatliche Unterstützung nach 2028 wettbewerbsfähig bleiben.