Tourismus
Skiferien in der Schweiz werden 2025 um 6 % teurer
Eine Studie der Bank Cler zeigt, dass die Kosten für Skiurlaube in der Schweiz 2025 um 6 % steigen. Familienpakete werden hingegen 4 % günstiger. Dies verdeutlicht den Wandel der Tourismuswirtschaft in den Alpenregionen.

Wintersportbegeisterte, die sich auf die Saison 2025 einstellen, sehen sich mit einer ernüchternden Realität konfrontiert: Der Zugang zu den Schweizer Alpen wird erneut teurer. Eine umfassende Studie der Bank Cler und von BAK Economics zeigt, dass die durchschnittlichen Kosten für eine Skiwoche während der beliebten Sportferien im März um 6 % steigen werden. Damit setzt sich der Inflationsdruck auf einen der bekanntesten Tourismussektoren der Schweiz ein weiteres Jahr fort und stellt die Vorstellung von Stabilität in der Region infrage.
Die Studienautoren bezeichnen den Markt nach den drastischen Preissprüngen der Vorjahre zwar optimistisch als «erfreulich stabil», doch die Daten zeichnen ein komplexeres Bild. Die finanzielle Belastung verteilt sich ungleich auf verschiedene Bevölkerungsgruppen, vor allem aufgrund des volatilen Unterkunftsmarkts. Während Schweizer Ferienorte mit wirtschaftlichen Veränderungen und klimatischen Herausforderungen ringen, werden die Kosten für klassische Winterferien zu einem wichtigen Indikator für die Gesundheit des Schweizer Tourismus. Für durchschnittliche Skifahrerinnen und Skifahrer ist die Botschaft klar: Die Pisten sind offen, aber das Portemonnaie muss bereit sein.
Familien sparen, Paare zahlen drauf
In einer überraschenden wirtschaftlichen Wendung gehören Familien zu den unerwarteten Gewinnern der Saison 2025. Während der allgemeine Trend nach oben zeigt, sinken die Gesamtausgaben einer vierköpfigen Familie tatsächlich um 4 %. Damit belaufen sich die durchschnittlichen Kosten auf CHF 5'604 statt CHF 5'832 im Vorjahr. Möglich wird dies durch eine kluge Wahl der Unterkunft: Familien entscheiden sich zunehmend für Airbnb-Unterkünfte statt für traditionelle Hotels. Auch die Mietkosten für Ausrüstung sind gesunken.
Paare hingegen tragen die Hauptlast der Teuerung. Ein kinderloses Paar muss mit einem Kostenanstieg von satten 13 % auf insgesamt CHF 5'400 rechnen, beinahe so viel wie eine vierköpfige Familie. Der Grund: die Vorliebe für Viersternehotels, deren Preise stark gestiegen sind. Die Unterkunftskosten für Paare sind um 20 % in die Höhe geschnellt, während Familien 5 % weniger für die Unterkunft bezahlen. Studierende liegen dazwischen und müssen mit einem Anstieg von 5 % rechnen, wenn sie sich in Wohngemeinschaften einquartieren. Die Unterschiede sind deutlich: Luxus hat seinen Preis, Flexibilität bringt Ersparnisse.
Zermatt ist die teuerste Destination
Die geografische Lage bleibt der entscheidende Faktor für das Ferienbudget, und Zermatt behauptet weiterhin seine Stellung als Tummelplatz der Wohlhabenden. Der bekannte Ferienort ist in der Studie unangefochten das teuerste Reiseziel. Eine Woche für eine Familie kostet hier happige CHF 7'697, während ein Paar mit hohen Ansprüchen CHF 8'019 hinblättern muss. St. Moritz und Verbier folgen dicht dahinter und festigen den Ruf der Kantone Wallis und Graubünden als Premiumdestinationen.
Doch wer bereit ist, über das Matterhorn hinauszuschauen, findet weiterhin Schnäppchen. Airolo erweist sich als unangefochten günstigster Ort. Eine Familie kann hier für nur CHF 3'364 Ski fahren, weniger als die Hälfte der Kosten in Zermatt. Bei Studierenden ist der Unterschied noch deutlicher: Eine Woche in Airolo kostet gerade einmal CHF 835 pro Person, verglichen mit über CHF 2'000 in St. Moritz. Die Daten zeigen ein enormes regionales Gefälle und belegen, dass der Preis für Schnee in der Schweiz ganz davon abhängt, auf welchem Berg er fällt.
Die Kostenfalle der dynamischen Preise
Angesichts der steigenden Unterkunftskosten bietet der Markt für Skipässe einen trügerischen Hoffnungsschimmer. Die Preise für Acht-Tages-Pässe sind im Durchschnitt tatsächlich um 3 % gesunken. Diese Zahl verdeckt jedoch einen umstrittenen Wandel hin zu dynamischen Preismodellen. Grosse Skigebiete wie Andermatt-Sedrun und die Jungfrau-Region setzen zunehmend auf Ticketpreise nach dem Vorbild der Fluggesellschaften. Die Preise schwanken je nach Nachfrage, Wetter und Buchungszeitpunkt.
Zwar können Frühbuchende so günstige Angebote ergattern, doch entsteht dadurch laut Studie eine «mangelnde Transparenz», die bei den Kundinnen und Kunden auf Widerstand stösst. Die Zeiten verlässlicher Festpreise gehen zu Ende. Wer mit dem Skifahren zögert oder auf gutes Wetter wartet, riskiert einen deutlichen Aufpreis. Dieser strukturelle Wandel zwingt Touristinnen und Touristen, Monate im Voraus auf die Bedingungen zu setzen oder am Ticketschalter finanzielle Einbussen hinzunehmen. Da die Infrastruktur altert und die Zahl der Schneetage abnimmt, nutzen die Ferienorte Daten, um ihre Einnahmen zu maximieren. So wird der einfache Kauf eines Lifttickets zu einer komplexen strategischen Entscheidung.