Wissenschaft
Schweizer Forschende unter den Favoriten für die Nobelpreise
Zwei Schweizer Forschende zählen zu den möglichen Nobelpreisträgern und unterstreichen die anhaltende Exzellenz der Schweiz in der wissenschaftlichen Forschung

Während die Wissenschaftsgemeinschaft gespannt auf die Bekanntgabe der Nobelpreise 2025 wartet, beweist die Schweiz erneut ihre herausragende Stellung in der globalen Forschung. Zwei renommierte Schweizer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden von Clarivate, dem bekannten angloamerikanischen Datenverarbeitungsunternehmen, als aussichtsreiche Kandidaten genannt. Diese Anerkennung bekräftigt den Ruf der Schweiz als führende Kraft für wissenschaftliche Innovation und Forschungsexzellenz.
Die Prognosen, die seit 2002 insgesamt 83 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger unter 450 Nennungen korrekt vorhergesagt haben, zählen die Schweiz zu einer elitären Gruppe von Ländern. Neben der Schweiz stehen nur die Vereinigten Staaten, Frankreich, Deutschland und Japan mit mehreren Kandidatinnen und Kandidaten auf der diesjährigen Liste mit 22 möglichen Preisträgerinnen und Preisträgern.
Bahnbrechende medizinische Forschung
Dr. Andrea Ablasser von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) gehört zu den führenden Forschenden auf dem Gebiet der Immunologie. Ihre bahnbrechende Entdeckung des cGAS-STING-Signalwegs, die sie gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen gemacht hat, ist ein bedeutender Fortschritt für das Verständnis der Immunreaktionen des Körpers.
Diese revolutionäre Entdeckung hat zur Entwicklung neuer Therapieansätze sowohl für die Krebsbehandlung als auch für Autoimmunerkrankungen geführt. Der Signalweg wirkt wie ein ausgeklügeltes zelluläres Alarmsystem: Er erkennt DNA im Zellplasma und löst Immunreaktionen gegen verschiedene Bedrohungen aus, darunter Infektionen und Krebszellen.
Durchbruch im Quantencomputing
Auf dem Gebiet der Physik wurde Professor Daniel Loss von der Universität Basel gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen David DiVincenzo für sein bahnbrechendes Konzept des Quantencomputings ausgezeichnet. Ihr Vorschlag aus dem Jahr 1998 legte wichtige Grundlagen für die Entwicklung von Quantencomputern und führte revolutionäre Ansätze zur Informationsverarbeitung ein.
Ihre Arbeit konzentriert sich auf den grundlegenden Wechsel von herkömmlichen Bits zu Qubits, die eine gleichzeitige Verarbeitung mehrerer Zustände ermöglichen. Dieser Durchbruch könnte die Rechenleistung grundlegend verändern. Obwohl sich das Konzept noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, hat es bereits praktische Anwendungen gezeigt und die Schweiz an die Spitze der Entwicklung von Quantentechnologie gebracht.
Das wissenschaftliche Erbe der Schweiz
Die Anerkennung dieser Schweizer Forschenden setzt eine stolze Tradition wissenschaftlicher Exzellenz in der Schweiz fort. In der Nachfolge früherer Schweizer Nobelpreisträger wie Didier Queloz und Michel Mayor, die 2019 ausgezeichnet wurden, spiegeln diese Nominierungen das anhaltende Engagement des Landes für wegweisende Forschung und Innovation wider.
Die regelmässige Präsenz der Schweiz in den Diskussionen um die Nobelpreise zeigt, wie leistungsfähig ihre Forschungsinstitutionen sind und dass sie wissenschaftliche Talente von Weltrang anziehen und fördern können. Die erheblichen Investitionen des Landes in die Forschungsinfrastruktur und die Unterstützung internationaler Zusammenarbeit tragen weiterhin zu bemerkenswerten wissenschaftlichen Errungenschaften bei.