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Swiss Observer

Schweizer Forschung zeigt die komplexe Natur der Bekämpfung giftiger Algen

Die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) findet keine allgemeingültige Lösung zur Bekämpfung giftiger Algenblüten in Schweizer Seen und hebt hervor, dass es für jeden See einen eigenen Ansatz braucht.

Schweizer Forschung zeigt die komplexe Natur der Bekämpfung giftiger Algen
AISWI swissinfo.ch

Schweizer Forschende haben eine bahnbrechende Entdeckung gemacht, die herkömmliche Vorstellungen zur Bekämpfung giftiger Algen in Seen infrage stellt. Die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) hat gezeigt, dass es keine allgemeingültige Lösung zur Bekämpfung giftiger Blaualgenblüten gibt. Vielmehr erfordert jeder See einen eigenen Ansatz. Diese Erkenntnis bedeutet einen grundlegenden Wandel im Verständnis davon, wie sich die Wasserqualität in Schweizer Seen bewirtschaften lässt.

Die Forschung zeigt insbesondere, dass Massnahmen, die in einem See funktionieren, in einem anderen völlig wirkungslos sein können. Das macht eine Neubewertung herkömmlicher Strategien für die Gewässerbewirtschaftung erforderlich. Die Studie stellt zudem klar, dass Blaualgen eigentlich Cyanobakterien und keine echten Algen sind, obwohl sie historisch als Algen eingestuft wurden.

Forschungsmethodik und Analyse

Für die umfassende Studie untersuchten Forschende der Eawag 850 Wasserproben aus dem Greifensee. Damit handelt es sich um eine der detailliertesten Untersuchungen dieser Art in der Schweiz. Das Forschungsteam stellte fest, dass herkömmliche Überwachungsmethoden, darunter die Messung von Chlorophyllpigmenten, für diesen See keine zuverlässigen Vorhersagen über giftige Algenblüten ermöglichten.

In einem bedeutenden Durchbruch identifizierten die Forschenden vier verschiedene Biomoleküle, die als zuverlässige Indikatoren für den Greifensee dienen können. Sie betonen jedoch, dass diese Indikatoren wahrscheinlich spezifisch für die besonderen ökologischen Eigenschaften dieses Sees sind.

Erforderlich sind see-spezifische Lösungen

Die Forschung unterstreicht, dass jeder Schweizer See einzigartige physikalische und ökologische Eigenschaften aufweist, die beeinflussen, welche Cyanobakterienarten vorherrschend werden. Daher müssen Überwachungs- und Bekämpfungsmethoden auf die Merkmale des jeweiligen Sees zugeschnitten sein.

Die Ergebnisse stellen einige von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Indikatormoleküle infrage. Sie deuten darauf hin, dass regionale und lokale Ansätze wirksamer sein können als die Befolgung globaler Richtlinien. Diese Erkenntnis ist entscheidend für die Entwicklung wirksamer Bewirtschaftungsstrategien für verschiedene Schweizer Seen.

Auswirkungen auf die Gewässerbewirtschaftung in der Schweiz

Die Ergebnisse haben erhebliche Auswirkungen darauf, wie Schweizer Behörden die Wasserqualität und die öffentliche Sicherheit gewährleisten. Laut der Forschung müssen Überwachungsprogramme für jeden See individuell angepasst werden. Dies könnte neue Ansätze für die Gewässerbewirtschaftung in der ganzen Schweiz erfordern.

Zum Schutz der Bevölkerung müssen die Behörden weiterhin in der Lage sein, bei giftigen Algenblüten rasch Schutzmassnahmen wie Badeverbote zu ergreifen. Die Forschung liefert wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung wirksamerer Frühwarnsysteme. Auch diese müssen jedoch auf die besonderen Eigenschaften jedes einzelnen Sees zugeschnitten sein.