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Swiss Observer

Schweizer Personenverkehr auf der Schiene erreicht Rekordwert

Der Schienenpersonenverkehr in der Schweiz erreichte 2025 mit 23,7 Milliarden Personenkilometern einen Rekordwert und setzte damit seine Erholung nach der Pandemie sowie sein langfristiges Wachstum fort. Der Artikel ordnet den Anstieg ein, vergleicht die Bahn mit dem Strassenverkehr und beurteilt, was die steigende Nachfrage für Kapazitäten und Infrastruktur bedeutet.

Schweizer Personenverkehr auf der Schiene erreicht Rekordwert
AISWI swissinfo.ch

Die Schweizer Bahnen beförderten 2025 23,7 Milliarden Personenkilometer und stellten damit einen neuen Rekord auf. Die Nachfrage erholte sich weiter von der Pandemie und setzte ihren längerfristigen Aufwärtstrend fort. Die Zahl bedeutet, dass die Fahrgäste insgesamt eine Strecke von 23,7 Milliarden Kilometern zurücklegten, wie aus den Zahlen hervorgeht, die das Bundesamt für Statistik am 16. September 2026 veröffentlichte.

Der Anstieg belief sich auf 3,2 Prozent gegenüber 2024, als der Bahnverkehr 22,9 Milliarden Personenkilometer verzeichnete. Das entspricht einem Plus von 737 Millionen Personenkilometern innerhalb eines Jahres. Der Wert für 2024 war gegenüber 2023 bereits um 3,1 Prozent gestiegen.

Das jüngste Ergebnis liegt deutlich über dem Niveau des Bahnverkehrs vor der Pandemie. Die Personenkilometer brachen 2020 auf 13,3 Milliarden ein, als gesundheitspolitische Einschränkungen den Pendelverkehr, den Tourismus und den grenzüberschreitenden Verkehr beeinträchtigten. 2023 übertraf die Bahn das Vorkrisenniveau und ist seither weiter gewachsen.

Für die Fahrgäste zeigt sich der Rekord in der anhaltenden Nutzung des nationalen Netzes, von den Pendlerkorridoren rund um Zürich, Basel und Genf bis zu Fernreisen, die die grössten Städte des Landes verbinden. Für Betreiber und Politik erhöht die Entwicklung den Druck, Züge, Bahnhöfe und Gleise auf die Nachfrage abzustimmen.

Das Wachstum übersteht den Pandemieeinbruch

Zwischen 2015 und 2025 nahm der Bahnverkehr um 16,3 Prozent zu und stieg in diesem Jahrzehnt von 20,4 Milliarden auf 23,7 Milliarden Personenkilometer. Der Trend umfasst den starken Einbruch während der Pandemie, doch die längerfristige Entwicklung ist eindeutig: Immer mehr Menschen nutzen Züge für Reisen innerhalb der Schweiz.

Die Erholung hat nicht einfach das frühere Ausgangsniveau wiederhergestellt. Nach dem Tiefpunkt von 2020 erholte sich der Personenverkehr so rasch, dass er 2023 das Vorkrisenniveau übertraf. Das Wachstum setzte sich anschliessend sowohl 2024 als auch 2025 fort, mit jährlichen Zunahmen von 3,1 beziehungsweise 3,2 Prozent.

Personenkilometer messen sowohl die zurückgelegte Distanz als auch die Zahl der Fahrgäste. Ein Anstieg kann deshalb auf mehr Reisen, längere Reisen oder beides zurückzuführen sein. Die Kennzahl bietet keine Aufschlüsselung nach Strecken. Die nationalen Zahlen zeigen daher nicht, welche einzelnen Korridore den Anstieg verursacht haben.

Die Daten zeigen, dass die Bahn nach den Veränderungen des Pendel- und Reiseverhaltens weiterhin eine zentrale Rolle in der Schweizer Mobilität einnimmt. Regelmässige Verbindungen bleiben für Arbeitnehmende, Studierende und Besucherinnen und Besucher wichtig, die zwischen städtischen Zentren und kleineren Gemeinden unterwegs sind. Der anhaltende Anstieg liefert den Verkehrsbehörden zudem eine solide statistische Grundlage, um den künftigen Bedarf an Fahrplänen, Rollmaterial und Infrastruktur zu beurteilen.

Die Bahn gewinnt Marktanteile, doch die Strasse liegt weiterhin vorn

Der private motorisierte Verkehr dominiert den Personenverkehr in der Schweiz weiterhin, trotz des Bahnrekords. 2024 entfielen auf Autos und andere private motorisierte Verkehrsmittel 94,6 Milliarden Personenkilometer, was 70,6 Prozent des gesamten Verkehrsmarkts entsprach.

Die Bahn kam auf 17,2 Prozent des gesamten Verkehrsvolumens und lag damit in absoluten Zahlen deutlich hinter dem Strassenverkehr. Innerhalb des öffentlichen Verkehrs ist ihre Rolle jedoch viel grösser. Der konventionelle Bahnverkehr macht in dieser Kategorie mehr als 81 Prozent der Personenkilometer aus und ist damit das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz.

Der Vergleich hilft einzuordnen, was der Rekordwert von 2025 bedeutet. Die Bahn wächst von einer kleineren Basis aus als der private Autoverkehr, und die verfügbaren nationalen Zahlen zeigen nicht, dass ihr Wachstum den Strassenverkehr verdrängt hätte. Die Schweiz ist weiterhin auf beide Systeme angewiesen: Die Bahn bewältigt konzentrierte Verkehrsströme zwischen grossen Bevölkerungszentren, während Strassen einen umfassenden Zugang von Tür zu Tür ermöglichen.

Der öffentliche Verkehr insgesamt, einschliesslich Bahn, Bus, Tram, Seilbahnen und Schifffahrt, machte 21,1 Prozent des Personenverkehrs aus. Die Zahlen verdeutlichen die Dimension der Aufgabe für die Verkehrsplanung: Eine stärkere Nutzung der Bahn erfordert Investitionen, während zugleich das Strassennetz erhalten werden muss, das weiterhin den Grossteil des Personenverkehrs trägt.

Rekordnachfrage stellt die Netzkapazität auf die Probe

Weitere 737 Millionen Personenkilometer erhöhen die Anforderungen an ein Netz, das bereits stark ausgelastet ist. Der Zuwachs von 2025 weist zwar keine konkreten Engpässe aus, sendet aber ein klares nationales Signal: Die Bahnkapazität muss mit der Nutzung Schritt halten.

Die Kapazität hängt von mehr ab als von der Zahl der Züge. Gleise, Signalsysteme, Knoten, Perrons, Zeitfenster für Unterhaltsarbeiten und der Zugang zu Bahnhöfen bestimmen mit, wie viele Verbindungen ein Betreiber zuverlässig anbieten kann. Auf stark befahrenen Korridoren müssen Fernzüge, Regionalzüge und Güterverkehr häufig im selben Fahrplan Platz finden. Steigende Fahrgastzahlen können den Spielraum für Störungen und geplante Bauarbeiten verkleinern.

Die Schweizer Zahlen weisen auch auf die Bedeutung der gesamten Reisekette hin. Mehr Bahnreisende sorgen für eine anhaltend hohe Belastung der Bahnhofszugänge, Umsteigepunkte, Billettsysteme, Veloinfrastruktur und lokalen Anschlüsse. Investitionen allein in Züge würden dazu führen, dass Teile des Netzes nicht mit der Nachfrage Schritt halten.

Die Daten des Bundesamts für Statistik führen den Rekord weder auf ein bestimmtes Infrastrukturprojekt noch auf einen Entscheid eines Betreibers zurück. Sie zeigen jedoch die Grösse des Markts, den die Planerinnen und Planer bedienen müssen. Ein Netz mit 23,7 Milliarden Personenkilometern erfordert langfristige Entscheide zu Unterhalt und Ausbau sowie einen zuverlässigen täglichen Betrieb.

Die Schweiz plant für die nächste Wachstumswelle

Der Rekord von 2025 liefert der Schweiz eine verlässliche Planungsgrundlage. Der Personenverkehr auf der Schiene hat sich inzwischen vom pandemiebedingten Einbruch erholt und ist zwei Jahre in Folge weiter gewachsen. Für die Verkehrsbehörden stellt sich die zentrale Frage, wie sich diese Nachfrage bewältigen lässt, ohne den pünktlichen und gut vernetzten Betrieb zu beeinträchtigen, auf den das Schweizer Bahnsystem angewiesen ist.

Der Verkehrsmix des Landes wird breit bleiben. Der private motorisierte Verkehr hielt 2024 70,6 Prozent des Markts, die Bahn 17,2 Prozent. Diese Zahlen stehen sowohl für unterschiedliche Funktionen als auch für unterschiedliche Volumen. Autos dienen verstreuten Reisewegen und Zielen, während die Bahn besonders für stark frequentierte Verbindungen zwischen Ortschaften, Städten und grossen Arbeitszentren wichtig ist.

Der Rekord stärkt auch die Position der Bahn in den Debatten über Mobilität und Infrastruktur. Der konventionelle Bahnverkehr macht bereits mehr als 81 Prozent der Personenkilometer im öffentlichen Verkehr aus. Weiteres Wachstum würde sich auf die nationale und regionale Planung, die Entwicklung von Bahnhöfen, die Beschaffung von Rollmaterial und die Koordination der Züge mit Bussen, Trams und anderen Verkehrsmitteln auswirken.

Das Bundesamt für Statistik wird mit den nächsten Zahlen zeigen, ob sich der Ausbau fortsetzt. Vorerst belegen die Daten von 2025, dass das Schweizer Bahnsystem mehr Fahrgäste über grössere Distanzen befördert als je zuvor. Entscheide über die Kapazität werden damit für die Schweizer Verkehrspolitik immer wichtiger.