Medien
Schweizer öffentlich-rechtlicher Sender SRF kündigt umfassende Restrukturierung an
SRF baut bis Ende Jahr 66 Stellen ab, während Direktorin ihren Rücktritt für 2026 ankündigt, im Rahmen von Sparmassnahmen in Höhe von 12 Millionen Franken

Das Schweizer öffentliche Medienunternehmen SRF hat im Rahmen eines umfassenden Restrukturierungsplans bedeutende organisatorische Veränderungen angekündigt. Der Sender steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Deshalb ergreift er eine Reihe strategischer Massnahmen, die seine langfristige Tragfähigkeit sichern und zugleich seine Rolle als wichtige öffentlich-rechtliche Medienorganisation bewahren sollen.
Stellenabbau und Einsparungen
Im Zentrum der Restrukturierung steht ein deutlicher Personalabbau: SRF kündigte an, bis Ende Jahr 66 Vollzeitstellen abzubauen. Die Organisation hat sich verpflichtet, diesen Übergang verantwortungsvoll zu gestalten. Etwa die Hälfte der Stellen soll durch natürliche Fluktuation wegfallen. Der Abbau ist Teil einer umfassenderen Sparinitiative, mit der die Ausgaben um 12 Millionen Franken (14,9 Millionen US-Dollar) gesenkt werden sollen. Diese Massnahme steht im Einklang mit dem übergeordneten Plan der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft, bis 2029 insgesamt 1000 Vollzeitstellen abzubauen. Dies deutet auf einen tiefgreifenden Wandel im Schweizer Service public hin.
Wechsel an der Spitze
Zu den bedeutenden Veränderungen kommt hinzu, dass SRF-Direktorin Nathalie Wappler ihren Rücktritt angekündigt hat. Sie wird Ende April 2026 ausscheiden. Wappler leitet die Organisation seit 2019. Ihr Entscheid, zurückzutreten, ist strategisch so terminiert, dass eine neue Führung die Organisation durch die nächste Transformationsphase begleiten kann. Die Ankündigung erfolgte an einer internen Personalveranstaltung und unterstreicht das Bekenntnis der Organisation zu neuen Perspektiven im Umgang mit künftigen Herausforderungen.
Auswirkungen auf die Schweizer Medienlandschaft
Die Restrukturierung bei SRF bedeutet einen tiefgreifenden Wandel für die Schweizer Medienlandschaft. Als wichtigster öffentlich-rechtlicher Sender des Landes werden diese Veränderungen weitreichende Auswirkungen auf die Berichterstattung, das Kulturprogramm und den Service public in der Schweiz haben. Die Herausforderung besteht darin, die hohe Qualität des Programms und den öffentlich-rechtlichen Auftrag zu bewahren und sich zugleich an finanzielle Einschränkungen sowie veränderte Mediennutzungsgewohnheiten anzupassen. Dieser Wandel spiegelt umfassendere Veränderungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in ganz Europa wider, wo sich traditionelle Medienorganisationen auf die digitale Transformation und veränderte Publikumspräferenzen einstellen.