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Swiss Observer

Schweizer Petition fordert Ausbau des Nachtzugangebots

Über 58'000 Unterschriften wurden für eine Petition gesammelt, die den Bund auffordert, das Angebot an Nachtzügen auszubauen. Dies geschieht vor dem Hintergrund geplanter Kürzungen bei den Verbindungen nach Barcelona und Rom.

Schweizer Petition fordert Ausbau des Nachtzugangebots
AISWI swissinfo.ch

In einer bemerkenswerten Bekundung der öffentlichen Unterstützung für nachhaltige Mobilität haben über 58'640 Schweizerinnen und Schweizer eine Petition für den Ausbau des Nachtzugangebots unterzeichnet. Die von der Grünen Partei und der Umweltorganisation Umverkehr lancierte Petition wurde in beeindruckend kurzer Zeit von weniger als drei Monaten gesammelt und zeigt das grosse öffentliche Interesse an besseren Bahnverbindungen. Die Initiative bezieht sich ausdrücklich auf die Bestimmungen des CO2-Gesetzes und fordert, das Nachtzugangebot in der ganzen Schweiz und bei den Verbindungen zu europäischen Reisezielen stärker auszubauen.

Budgetkürzungen und Auswirkungen auf das Angebot

Die Petition kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da das Nachtzugangebot mit erheblichen Budgetbeschränkungen konfrontiert ist. Der Nationalrat hat kürzlich eine reduzierte jährliche Subvention von 10 Millionen Franken bewilligt, deutlich weniger als die ursprünglich vorgesehenen 30 Millionen Franken. Diese Budgetkürzung gefährdet direkt geplante Nachtzugverbindungen, insbesondere nach Barcelona und Rom. Der Entscheid, der sowohl vom Nationalrat als auch von den kantonalen Behörden unterstützt wird, hat Bedenken über die Zukunft des Ausbaus des Schweizer Nachtzugnetzes ausgelöst.

Umwelt- und Mobilitätsziele

Der Einsatz für ein grösseres Nachtzugangebot entspricht den übergeordneten Umweltzielen der Schweiz und ihrem Bekenntnis zu nachhaltiger Mobilität. Die Initiative will eine praktikable Alternative zum Flugverkehr bieten und so zu geringeren CO2-Emissionen im Verkehrssektor beitragen. Die Umweltorganisation Umverkehr betont, dass diese Verbindungen entscheidend sind, um die Ziele des CO2-Gesetzes zu erreichen und die Stellung der Schweiz als Vorreiterin für nachhaltige Verkehrslösungen zu bewahren.

Politische Reaktionen und Zukunftspläne

Die starke Resonanz in der Bevölkerung hat die Aufmerksamkeit von politischen Entscheidungsträgern geweckt. Aline Trede, Fraktionschefin der Grünen, betonte, die Petition sende eine klare Botschaft gegen die Aufgabe der Pläne zum Ausbau der Nachtzüge. Die Umweltorganisation fordert, dass Sparmassnahmen des Bundes die Entwicklung des Nachtzugangebots nicht beeinträchtigen dürfen. Die Situation hat eine breitere Debatte darüber ausgelöst, wie sich finanzielle Verantwortung mit Umweltverpflichtungen und dem Bedarf an öffentlichem Verkehr in der Schweiz vereinbaren lässt.