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Swiss Observer

Schweizer Musikstreaming-Markt erreicht 2024 Rekordhoch

Die Schweizer Musikbranche meldet ein Wachstum von 7 Prozent auf 249 Millionen Franken. Streamingdienste machen über 90 Prozent des Umsatzes aus, während die CD-Verkäufe einen historischen Tiefstand erreichen.

Schweizer Musikstreaming-Markt erreicht 2024 Rekordhoch
AISWI swissinfo.ch

Die Schweizer Musikbranche verzeichnete 2024 ein bemerkenswertes Wachstum: Der Gesamtumsatz erreichte 249 Millionen Franken (274 Millionen US-Dollar), ein deutlicher Anstieg um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist der Schweizer Musikmarkt bereits das neunte Jahr in Folge gewachsen. Das zeigt, wie widerstandsfähig sich die Branche erweist und wie gut sie sich an veränderte Konsumgewohnheiten anpasst. Der aktuelle Umsatz liegt jedoch weiterhin unter dem Höchststand von 372 Millionen Franken aus dem Jahr 2000. Das lässt Spielraum für weiteres Wachstum und eine Weiterentwicklung des Marktes.

Streaming-Dominanz und digitaler Wandel

Streamingdienste haben sich als dominierende Kraft auf dem Schweizer Musikmarkt etabliert und machten 2024 über 90 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählen grosse Plattformen wie YouTube, Apple Music und Spotify. Dieser digitale Wandel spiegelt einen weltweiten Trend beim Musikkonsum wider. Auch die Schweizerinnen und Schweizer nutzen Streamingplattformen umfassend, da sie bequem und leicht zugänglich sind.

Lokale Künstler und Hörgewohnheiten

Musik im Schweizerdeutschen Dialekt ist in den Streaming-Charts besonders beliebt. Künstlerinnen und Künstler wie Stubete Gäng, Schwizergoofe, Patent Ochsner, Gölä und Hecht führen die Schweizer Charts an. Auch internationale Acts waren stark vertreten: Bei den ausländischen Künstlerinnen und Künstlern standen Taylor Swift und Billie Eilish an der Spitze, gefolgt von Eminem, The Weeknd und David Guetta. Der Erfolg des Züri-West-Albums «Loch dür Zyt» unterstreicht besonders deutlich die grosse Nachfrage nach lokalen Inhalten.

Rückgang bei physischen Tonträgern

Die anhaltende Verlagerung zum digitalen Musikkonsum hat zu einem drastischen Rückgang der Verkäufe physischer Tonträger geführt, insbesondere von CDs. Mit einem Minus von 25 Prozent gegenüber 2023 erreichten die CD-Verkäufe mit 9,7 Millionen Franken einen historischen Tiefstand. Seit der Einführung des Formats Anfang der 1980er-Jahre war der Umsatz nie tiefer. Dieser Rückgang ist ein wichtiger Meilenstein im digitalen Wandel der Schweizer Musikbranche.

Ausblick

Der Schweizer Musikmarkt entwickelt sich weiter in Richtung Digitalisierung und weist zugleich klare Anzeichen für anhaltendes Wachstumspotenzial auf. Zwar hat der aktuelle Umsatz noch nicht wieder die historischen Höchstwerte von 2000 erreicht, doch das kontinuierliche Wachstum über neun Jahre in Folge deutet auf einen robusten und anpassungsfähigen Markt hin. Die starke Leistung lokaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler sowie das etablierte Streaming-Angebot schaffen gute Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum der Schweizer Musikbranche in den kommenden Jahren.