Wohlstand
Die Millionäre auf der Landkarte: Daten zeigen die höchste Wohlstandskonzentration in Zug und Schwyz
Eine neue Analyse von Bundesdaten aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die höchste Dichte an Personen mit einem Einkommen von über einer Million Franken in den Kantonen Zug und Schwyz zu finden ist. Die Schwyzer Gemeinde Wollerau sticht besonders hervor: 4,4 % ihrer Bevölkerung deklarieren ein Einkommen von über einer Million Franken. Das zeigt, wie stark sich der Wohlstand an bestimmten Orten der Schweiz konzentriert.

Die Schweizer Wirtschaftselite ist nicht einfach verstreut, sondern konzentriert sich gezielt an bestimmten Orten. Eine neue Analyse der Bundesdaten aus dem Jahr 2022 zeigt, dass inzwischen erstaunliche 7'666 Personen ein Jahreseinkommen von über einer Million Franken deklarieren. Diese Elitegruppe verdient mindestens zwölfmal so viel wie der Medianlohn einer durchschnittlichen Schweizer Arbeitnehmerin oder eines durchschnittlichen Schweizer Arbeitnehmers. Das verdeutlicht die zunehmende Kluft bei der Einkommensverteilung. Die Kantone Zug und Schwyz haben ihren Status als wichtigste Anziehungspunkte für Vermögende gefestigt. In Zug gehören 1,1 % der Bevölkerung, 860 Personen, zu dieser obersten Einkommensklasse. Schwyz folgt dicht dahinter mit 0,77 % oder 774 Personen mit einem Einkommen von über einer Million Franken. Diese Zahlen sind nicht einfach nur Zahlen: Sie stehen für eine enorme Konzentration von Kaufkraft und Steuereinnahmen, die den Ausbau der regionalen Infrastruktur ermöglicht. Während grosse Zentren wie Zürich und Genf die höchsten absoluten Zahlen wohlhabender Einwohnerinnen und Einwohner aufweisen, zeigt die hohe Dichte in diesen kleineren Kantonen, dass die Steuerpolitik für die globale Elite nach wie vor der entscheidende Anreiz ist. Die Daten bestätigen: Wohlhabende leben nicht einfach in der Schweiz, sondern wählen ihren Wohnort mit chirurgischer Präzision.
Wollerau: Der Hotspot mit 4,4 Prozent
Eine Gemeinde steht allein an der Spitze des Schweizer Wohlstands: Wollerau. In dieser Schwyzer Enklave am See deklarieren unglaubliche 4,4 % der Bevölkerung ein Einkommen von über einer Million Franken. Mit 251 Personen mit hohem Vermögen auf engstem Raum übertrifft die Dichte in Wollerau sogar jene globaler Finanzzentren. In absoluten Zahlen wohnen nur in den Schwergewichten Zürich (482), Zug (431) und Genf (272) mehr Personen mit einem Einkommen von über einer Million Franken. Diese Konzentration schafft ein einzigartiges sozioökonomisches Mikroklima, in dem Luxus die Norm und nicht die Ausnahme ist. Die Anziehungskraft von Wollerau ist kein Geheimnis: Die Gemeinde bietet eine geradezu überwältigende Kombination aus atemberaubendem Blick auf den Zürichsee und einigen der grosszügigsten Steuervorteile Europas. Lugano, einst ein Zentrum des Wohlstands, ist mit nur 100 Personen mit einem Einkommen von über einer Million Franken aus den Top Ten gefallen. Wollerau hingegen wächst weiter. Diese Verschiebung deutet auf eine Abkehr von traditionellen urbanen Zentren hin, zugunsten spezialisierter, diskreter Steueroasen, die gezielt auf Superreiche ausgerichtet sind.
Abseits der Grossstädte: Der Aufstieg steuergünstiger Enklaven
Der Wohlstand in der Schweiz verlagert sich in die Berge und abgelegenen Täler. Neben den erwarteten Luxusorten Saanen (Gstaad) und St. Moritz zeigen die Daten überraschende Hotspots in weniger bekannten Gegenden. Gemeinden wie Balgach im Kanton St. Gallen und Teufen im Kanton Aargau beherbergen inzwischen bedeutende Gruppen von Steuerpflichtigen mit hohem Vermögen, obwohl sie weniger bekannt sind. In Balgach deklarieren 10 Personen ein Einkommen von über einer Million Franken, in Teufen sind es 15. Dieser Trend unterstreicht eine entscheidende Tatsache: Wohlhabende sind zunehmend mobil und lassen sich von steuerlicher Effizienz leiten. Traditionelle alpine Rückzugsorte wie Verbier und Crans-Montana bleiben bei der Elite beliebt. Dass aber auch Gemeinden im Industriegürtel zu Wohlstandszentren werden, deutet darauf hin, dass die steuerliche Wohnsitzwahl immer ausgefeilter wird. Diese Enklaven zeigen, wie kleine Gemeinden dank konkurrenzfähiger Steuersätze weit über ihre Grösse hinaus Bedeutung erlangen können. Wie die Bundesdaten zeigen, ziehen Millionäre zu, wenn die Steuerbelastung sinkt, und verwandeln ruhige Dörfer über Nacht in wirtschaftliche Kraftzentren.
Die grosse Kluft: Zwölfmal so viel wie der Medianlohn
Die Konzentration des Wohlstands hat weitreichende Folgen für den künftigen gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Schweiz. Wenn die oberste Einkommensgruppe zwölfmal so viel verdient wie der Medianlohn, wächst der Druck auf den Mittelstand, den Schweizer Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Die 7'666 Personen mit einem Einkommen von über einer Million Franken leisten zwar einen enormen Beitrag zur nationalen Steuerbasis, zugleich entsteht aber eine Wirtschaft mit zwei Geschwindigkeiten. In den Kantonen Tessin und Graubünden ist die Dichte an Millionären mit 0,12 % beziehungsweise 0,10 % deutlich geringer. Dadurch entsteht ein regionales Wohlstandsgefälle, mit dem sich die Bundespolitik auseinandersetzen muss. In Zukunft dürfte die Debatte über den Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen an Fahrt aufnehmen. Während Zug und Schwyz weiterhin Gutverdienende aus anderen Regionen anziehen, gerät das Modell der «Steueroase» bei jenen unter Druck, die einen stärkeren Finanzausgleich fordern. Die Schweiz hat weiterhin die wohlhabendste Bevölkerung der Welt. Doch wie diese Daten zeigen, konzentriert sich der Wohlstand immer stärker auf einige wenige privilegierte Orte. Die Herausforderung des kommenden Jahrzehnts wird darin bestehen, sicherzustellen, dass der Wohlstand Wollerau nicht auf Kosten der Schweizer Randregionen geht.