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Swiss Observer

Schweizerisch-japanische Zusammenarbeit im Weltraum: Roboter spielen Verstecken auf der ISS

In einer wegweisenden internationalen Zusammenarbeit unterstützen Schweizer Forschende die erste gemeinsame Interaktion von Robotern der deutschen und japanischen Raumfahrtagenturen an Bord der ISS.

Schweizerisch-japanische Zusammenarbeit im Weltraum: Roboter spielen Verstecken auf der ISS
AISWI swissinfo.ch

In einer wegweisenden Entwicklung für die internationale Zusammenarbeit in der Raumfahrt haben die deutschen und japanischen Raumfahrtagenturen erstmals eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ihren jeweiligen Robotern an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) erreicht. Dieser historische Meilenstein ist ein bedeutender Schritt vorwärts für die internationale Weltraumrobotik und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Raumfahrtagenturen.

Beitrag der Schweiz

Die entscheidende Rolle der Schweiz bei diesem Erfolg kommt dem Biotechnologie-Weltraumunterstützungszentrum (Biotesc) der Hochschule Luzern zu. Biotesc befindet sich in der Zentralschweiz, unterhält eine direkte Kommunikationsverbindung zur ISS und leistet wichtige Unterstützung beim Betrieb des deutschen Roboters Cimon. Dieses Engagement festigt die Position der Schweiz als wichtige Akteurin in der internationalen Weltraumforschung und -technologie weiter.

Technische Umsetzung

An der Zusammenarbeit sind zwei hochentwickelte Roboter beteiligt: der in Deutschland gebaute Cimon und der japanische Int-Ball2. Cimon wird über Sprachbefehle gesteuert und verfügt über fortschrittliche Fähigkeiten, darunter Smalltalk und autonome Navigation. Int-Ball2, eine spezialisierte Kameradrohne, wird aus Japan ferngesteuert. Der Durchbruch besteht darin, Kommunikationsprotokolle einzurichten, die es den unabhängig voneinander entwickelten Robotern ermöglichen, über verschiedene IT-Netzwerke an Bord der ISS zusammenzuarbeiten.

Ergebnisse des Experiments

Die erfolgreiche Zusammenarbeit wurde mit einem innovativen Versteckspiel-Experiment demonstriert. Ein japanischer Astronaut steuerte Int-Ball2 mithilfe von Sprachbefehlen über Cimon und fand erfolgreich verschiedene Gegenstände, die auf der ISS versteckt waren, darunter einen Zauberwürfel, einen Hammer, einen Schraubenzieher und einen ausser Dienst gestellten Int-Ball-Roboter. Die Demonstration belegte die Wirksamkeit plattformübergreifender Kommunikations- und Steuerungssysteme für Roboter.

Ausblick

Dieser Durchbruch in der Zusammenarbeit von Robotern eröffnet neue Möglichkeiten für die Weltraumforschung und -erkundung. Laut der Hochschule Luzern und IBM ebnet dieser Erfolg den Weg für fortschrittlichere Teams aus Menschen und Robotern im Weltraum. Die erfolgreiche Integration unterschiedlicher Systeme verschiedener Raumfahrtagenturen verspricht, die Fähigkeiten von Menschen in der anspruchsvollen Weltraumumgebung zu erweitern und wissenschaftliche Experimente zu beschleunigen.