Wohnen
Leerwohnungsziffer in der Schweiz sinkt auf 1 Prozent
Der Schweizer Wohnungsmarkt verengt sich: Die Leerwohnungsziffer sinkt auf 1 Prozent. Genf verzeichnet mit 0,34 Prozent die niedrigste Quote, was auf den zunehmenden Druck auf den Wohnungsmarkt in den Städten hindeutet.

Der Schweizer Wohnungsmarkt hat einen kritischen Punkt erreicht: Gemäss den neuesten Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) ist die landesweite Leerwohnungsziffer auf 1 Prozent gesunken. Dieser deutliche Rückgang von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr markiert das fünfte Jahr in Folge, in dem sich der Schweizer Wohnungsmarkt verengt. Mit landesweit nur noch 48’455 leer stehenden Wohnungen im Juni 2025 widerspiegelt die Situation den zunehmenden Druck auf das Wohnungsangebot in einem der wohlhabendsten Länder Europas.
Regionale Unterschiede
Der Wohnungsmangel zeigt deutliche regionale Unterschiede zwischen den Schweizer Kantonen. Am stärksten ist er in Genf, wo die Leerwohnungsziffer gerade einmal 0,34 Prozent beträgt. Es folgen Zug (0,42 Prozent) und Zürich (0,48 Prozent). Insgesamt weisen 15 Kantone eine Leerwohnungsziffer von unter 1 Prozent auf, was die weit verbreitete Wohnungsknappheit verdeutlicht. Im Gegensatz dazu weisen die Kantone Jura (3,03 Prozent) und Solothurn (2,05 Prozent) vergleichsweise höhere Leerwohnungsziffern auf. Sie sind die einzigen Regionen, in denen diese über der Schwelle von 2 Prozent liegt. Diese Unterschiede spiegeln den variierenden wirtschaftlichen und demografischen Druck in den verschiedenen Regionen der Schweiz wider.
Auswirkungen auf den Mietwohnungsmarkt
Am stärksten wirkt sich dieser zunehmende Druck auf den Mietwohnungsmarkt aus: Die Zahl der verfügbaren Mietwohnungen sank auf 37’194, ein Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den meisten leer stehenden Wohnungen handelt es sich um Drei- oder Vierzimmerwohnungen, was auf eine besondere Verknappung von Wohnungen für Familien hindeutet. Auch der Neubau hat sich verlangsamt: Nur 3’959 weniger als zwei Jahre alte Neubauwohnungen standen zur Miete oder zum Verkauf bereit. Das entspricht einem Rückgang von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Schrumpfung des Angebots an neuem Wohnraum deutet darauf hin, dass der Marktdruck kurzfristig weiter anhalten könnte.
Mögliche Folgen
Der anhaltende Rückgang des verfügbaren Wohnraums stellt die Schweizer Städte und ihre Einwohnerinnen und Einwohner vor erhebliche Herausforderungen. Da die Leerwohnungsziffer seit fünf Jahren sinkt und der Neubau mit der Nachfrage nicht Schritt hält, könnten die Bezahlbarkeit und die Verfügbarkeit von Wohnraum zunehmend zu drängenden Problemen werden. Besonders betroffen sind wichtige Wirtschaftszentren wie Genf und Zürich, wo die äusserst niedrigen Leerwohnungsziffern das Wirtschaftswachstum und die Mobilität der Arbeitskräfte beeinträchtigen könnten. Um der wachsenden Wohnungsknappheit entgegenzuwirken, könnten politische Massnahmen und eine stärkere Ausrichtung auf Strategien zur Stadtentwicklung erforderlich werden.