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Swiss Observer

Schweizer Hotellerie stellt im Sommer 2025 neue Rekorde auf

Der Schweizer Tourismus erholt sich deutlich: Die Logiernächte im Juni stiegen gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent auf 4,15 Millionen. Dazu trugen sowohl inländische als auch internationale Gäste bei.

Schweizer Hotellerie stellt im Sommer 2025 neue Rekorde auf
AISWI swissinfo.ch

Die Schweizer Tourismusbranche erholt sich nicht nur, sie nimmt mit unübersehbarer Kraft Fahrt auf. Die jüngsten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen für den Juni einen robusten Anstieg der Logiernächte um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf beachtliche 4,15 Millionen. Das ist keine blosse statistische Schwankung, sondern ein Zeichen dafür, dass die Schweiz ein erstklassiges Reiseziel bleibt. Während andere Branchen von wirtschaftlicher Unsicherheit geplagt werden, erweist sich das Gastgewerbe als Fundament der Schweizer Sommerwirtschaft.

Der Aufschwung wird von zwei starken Faktoren getragen: der wiedererstarkten Reiselust im Inland und dem anhaltenden Interesse aus dem Ausland. Schweizerinnen und Schweizer, die den Luxus der eigenen Heimat neu entdecken, sorgten für einen deutlichen Anstieg der inländischen Logiernächte um 3,0 Prozent auf insgesamt 1,89 Millionen. Diese Verbundenheit im Inland bietet der Branche ein wichtiges Sicherheitsnetz. Ausländische Gäste steuerten derweil weitere 2,26 Millionen Logiernächte bei und brachten die Branche damit ins Plus. Da die Schätzungen bereits auf einen Aufwärtstrend hindeuteten, stärkt die Bestätigung dieser Zahlen das Vertrauen in eine Rekordsommersaison.

Der amerikanische Ansturm: Der transatlantische Reiseverkehr boomt

Die USA haben ihren Status als unangefochtener Spitzenreiter beim ausländischen Tourismus in der Schweiz gefestigt. Amerikanische Gäste verzeichneten allein im Juni eindrückliche 477 411 Logiernächte. Damit übertrafen sie die Zahlen der traditionellen europäischen Nachbarländer deutlich und lagen weit vor Deutschland mit 353 943 und dem Vereinigten Königreich mit 149 727 Logiernächten. Der starke Dollar und die anhaltende Anziehungskraft der Schweizer Alpen haben eine transatlantische Verbindung geschaffen, die keine Anzeichen einer Abschwächung zeigt.

Frankreich und Italien vervollständigen die Top fünf, ihre Zahlen von 110 322 beziehungsweise 66 157 verblassen jedoch im Vergleich zum Anstieg aus den USA. Dieser demografische Wandel verändert die Landschaft des Gastgewerbes. Hotels richten sich zunehmend auf die Bedürfnisse von Fernreisenden aus, die in der Regel länger bleiben und mehr ausgeben. Die Daten sind eindeutig: Der Schweizer Sommer wird von der Begeisterung amerikanischer Gäste getragen, ein Trend, der der lokalen Wirtschaft einen erheblichen Kapitalzufluss beschert.

Alpiner Reiz: Graubünden steht im Rampenlicht

Während der Landesdurchschnitt steigt, liegt die eigentliche Geschichte in den ausgeprägten regionalen Unterschieden. Graubünden hat sich als unbestrittener Star der Saison hervorgetan: Die Logiernächte stiegen dort sprunghaft um 11,8 Prozent auf 387 286. Dieser zweistellige Zuwachs signalisiert eine deutliche Verschiebung der Reisevorlieben hin zu intensiven Naturerlebnissen und alpinen Rückzugsorten. Auch das Tessin schnitt erfreulich ab: Mit einem soliden Plus von 4,2 Prozent auf 284 623 Logiernächte zeigt sich, dass der sonnige Süden für Sommerferiengäste weiterhin attraktiv ist.

Allerdings sind die Nachrichten nicht überall positiv. Im deutlichen Gegensatz zu den Bergregionen kämpfen die städtischen Zentren mit stagnierenden Zahlen. Die Regionen Zürich, Bern und Genf konnten nicht mit dem Wachstum andernorts mithalten. Das deutet möglicherweise auf eine Abkühlung des Geschäftsreiseverkehrs oder eine Abkehr von Städtereisen bei den Freizeitreisenden hin. Die Botschaft der Touristinnen und Touristen ist klar: In diesem Sommer geht es darum, dem Beton der Städte zu entfliehen und die unberührten Höhen der Schweizer Berge aufzusuchen.

Die Halbjahresbilanz: Auf Rekordkurs

Mit der Hälfte des Jahres 2025 hinter uns ist die Entwicklung klar: Die Schweizer Hotellerie steuert mit grossen Schritten auf einen historischen Meilenstein zu. In den ersten sechs Monaten wurden 20,4 Millionen Logiernächte verzeichnet, ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist die Branche bereit, den 2024 aufgestellten Rekord von 42,8 Millionen zu brechen. Trotz eines leichten Rückgangs im Februar, als die Logiernächte um 2,8 Prozent sanken, hat sich die Branche bemerkenswert widerstandsfähig gezeigt und im Januar, März, April und Mai Zuwächse erzielt.

Das erste Halbjahr zeigt eine komplexe Entwicklung. Während die inländische Nachfrage über den Sechsmonatszeitraum leicht um 0,3 Prozent zurückging, machte der Anstieg der ausländischen Nachfrage um 3,0 Prozent den Rückgang mehr als wett. Der internationale Tourismus ist der Motor dieses Wachstums und steuerte bisher 10,4 Millionen Logiernächte bei. Hält dieses Tempo an, wird 2025 nicht einfach ein gutes Jahr, sondern zum Massstab für alle kommenden Jahre. Das Gastgewerbe ist zuversichtlich, die Buchungen halten sich und die Rekordbücher stehen vor einer Neufassung.