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Swiss Observer

Schweizer Regierung baut Kapazitäten zur Bekämpfung von Finanzkriminalität aus

Der Bundesrat sucht nach neuen Finanzierungsquellen, um die überlastete Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) nach einem kritischen Prüfbericht zu stärken.

Schweizer Regierung baut Kapazitäten zur Bekämpfung von Finanzkriminalität aus
AISWI swissinfo.ch

Die Schweizer Regierung hat eine umfassende Initiative zur Stärkung ihrer Fähigkeiten bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität angekündigt. Im Zentrum steht die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS). Dieser entschlossene Schritt erfolgt als Reaktion auf einen kritischen Prüfbericht, der erhebliche betriebliche Herausforderungen innerhalb der Meldestelle aufzeigt. Die Ankündigung des Bundesrats markiert einen Wendepunkt im Umgang der Schweiz mit Finanzkriminalität und bei der Wahrung ihres Rufs als führendes internationales Finanzzentrum.

Aktuelle Herausforderungen für die MROS

Die MROS steht bei der Erfüllung ihres Auftrags als Schweizer Meldestelle für Finanzinformationen vor beispiellosen Herausforderungen. Der Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle zeigt, dass die Meldestelle mit der Bearbeitung von Verdachtsmeldungen von Finanzintermediären stark überlastet ist. Dieser Engpass birgt erhebliche Risiken, Finanzkriminalität nicht rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Besonders kritisch ist die Lage angesichts der Stellung der Schweiz als globaler Finanzplatz und der zunehmenden Komplexität internationaler Finanzkriminalität.

Vorgeschlagene Finanzierungslösungen

Als Reaktion auf die kritische Situation prüft der Bundesrat innovative Finanzierungsmodelle zur Stärkung der MROS. Ein zentraler Vorschlag ist die Einführung eines gebührenbasierten Systems, bei dem Banken und Finanzinstitute möglicherweise über eine spezielle Abgabe einen Beitrag leisten müssten. Damit soll ein nachhaltiges Finanzierungsmodell geschaffen und zugleich den derzeitigen budgetären Einschränkungen des Bundes Rechnung getragen werden.

Internationale Auswirkungen

Die Neuausrichtung der MROS hat erhebliche internationale Auswirkungen. Die Fähigkeit der Schweiz, Finanzkriminalität wirksam zu bekämpfen, beeinflusst ihre Zusammenarbeit mit globalen Partnern und ihre Stellung in der internationalen Finanzgemeinschaft. Mit den vorgeschlagenen Änderungen soll sichergestellt werden, dass die Schweiz ihre Verpflichtungen zur Einhaltung internationaler Standards zur Bekämpfung der Geldwäscherei erfüllen und wirksam an grenzüberschreitenden Ermittlungen zu Finanzkriminalität mitwirken kann.

Zeitplan und nächste Schritte

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement wurde beauftragt, bis Ende 2026 konkrete Finanzierungsmöglichkeiten vorzulegen. Dieser Zeitplan trägt der Dringlichkeit der Lage Rechnung und lässt zugleich eine gründliche Prüfung verschiedener Finanzierungsmodelle zu. Die Umsetzung neuer Massnahmen wird entscheidend dafür sein, dass die MROS ihren Auftrag in den kommenden Jahren wirksam erfüllen kann.