humanitär
Schweizer Regierung ordnet Auflösung der Gaza-Hilfsstiftung an
Die Bundesbehörden ordnen die Auflösung der umstrittenen, in Genf ansässigen Gaza Humanitarian Foundation an. Grund sind Bedenken bezüglich ihrer Praktiken bei der Verteilung von Hilfsgütern.

Die Eidgenössische Stiftungsaufsicht (ESA) hat die Auflösung der in Genf ansässigen Gaza Humanitarian Foundation (GHF) angeordnet. Der Entscheid, den das Schweizer Innenministerium gegenüber RTS bestätigte, folgt darauf, dass die Stiftung ihre Schweizer Vertretung und ihre Genfer Adresse verloren hat. Die ESA stellte fest, dass die Organisation diese grundlegenden betrieblichen Anforderungen nicht erfüllt habe und damit nach Schweizer Vorschriften nicht mehr bestehen könne.
Hintergrund und Kontroversen um die Stiftung
Die Anfang 2025 in Genf gegründete Gaza Humanitarian Foundation entstand als von den USA und Israel unterstützte Initiative, um die Verteilung von Lebensmitteln im Gazastreifen unabhängig von den Mechanismen der UNO zu koordinieren. Der umstrittene Ansatz und die Arbeitsweise der Stiftung führten zum Rücktritt ihres Schweizer Direktors und zu rechtlichen Schritten. Die NGO Trial reichte bei den Schweizer Behörden zwei Beschwerden zu den Aktivitäten der Stiftung ein.
Herausforderungen bei der Verteilung von Hilfsgütern
Die Praktiken der Stiftung bei der Verteilung von Hilfsgütern gerieten nach dem Tod Hunderter Palästinenserinnen und Palästinenser während der Hilfsgüterverteilungen stark in die Kritik. UN-Ermittler bezeichneten die Initiative als «empörend». Der Ansatz der Stiftung, humanitäre Hilfe ausserhalb der etablierten UNO-Rahmenwerke zu leisten, weckte erhebliche Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen und der Wirksamkeit der Verteilung.
Internationale Reaktionen
Die Auflösungsanordnung hat international für Aufmerksamkeit gesorgt, insbesondere angesichts der Unterstützung der Stiftung durch die USA und Israel. UNO-Organisationen und humanitäre Organisationen betonten, wie wichtig es sei, die Verteilung von Hilfsgütern über etablierte Kanäle zu koordinieren, um Sicherheit und Wirksamkeit zu gewährleisten.
Schweizer Regulierungsrahmen
Der Fall verdeutlicht den strengen regulatorischen Rahmen der Schweiz für humanitäre Organisationen und Stiftungen. Der Entscheid der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht unterstreicht das Engagement des Landes, hohe Standards für humanitäre Organisationen zu wahren, die von Schweizer Staatsgebiet aus tätig sind, insbesondere für jene, die an heiklen internationalen Hilfseinsätzen beteiligt sind.