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Swiss Observer

Schweizer Stiftung schickt nach erfolgreicher Spendenaktion Minenräummaschine in die Ukraine

Die Digger Foundation hat mit Unterstützung einer Spendenaktion an Schulen im Berner Jura und in Biel/Bienne sowie einer grosszügigen privaten Spende erfolgreich eine Minenräummaschine finanziert, die zur Unterstützung der Räumarbeiten in die Ukraine geschickt wird.

Schweizer Stiftung schickt nach erfolgreicher Spendenaktion Minenräummaschine in die Ukraine
AISWI swissinfo.ch

Eine starke Solidaritätswelle aus dem Berner Jura hat in einem greifbaren Erfolg für die humanitäre Hilfe gegipfelt. Zum entscheidenden Abschluss einer einjährigen Kampagne schickt die in Tavannes ansässige Digger Foundation eine wichtige Minenräummaschine in die Ukraine, angetrieben von der unermüdlichen Energie Schweizer Schülerinnen und Schüler. Dies ist nicht bloss eine Spende, sondern ein klares Zeichen der nächsten Generation.

Das Projekt mit dem Titel «Schulen vereint für die Minenräumung in der Ukraine» mobilisierte Hunderte von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen im Berner Jura und in Biel/Bienne. Was als hoffnungsvolle Initiative begann, ist zu einer lebensrettenden Realität geworden. Frédéric Guerne, Gründer und Direktor der Digger Foundation, bestätigte, dass die Maschine «im Namen der Jugend unserer Region» geliefert werde. Dies ist ein bedeutender Moment, in dem lokales Schweizer Engagement direkten Einfluss auf eine der gefährlichsten Konfliktzonen der Welt hat und zeigt, dass die Neutralität der Schweiz nicht mit Gleichgültigkeit gleichzusetzen ist. Der Einsatz der Maschine bedeutet eine wichtige Unterstützung: Das abstrakte Konzept der «Hilfe» wird zu 12 Tonnen Stahl, mit denen sich sicheres Gelände zurückgewinnen lässt.

Finanzierungsschub: Die notwendige Schwelle ist erreicht

Die Finanzierung der Aktion hat mit 660 000 CHF eine beeindruckende Höhe erreicht und damit die notwendige Schwelle für die Freigabe des Einsatzes deutlich überschritten. Während die Basisarbeit der Schülerinnen und Schüler durch unermüdliches Engagement beachtliche 60 000 CHF einbrachte, erhielt das Projekt durch eine private Gönnerin oder einen privaten Gönner einen enormen Schub. Eine einzelne Person spendete 500 000 CHF (620 000 US-Dollar) und verlieh der Initiative damit kräftigen Auftrieb. So wurde aus einem lokalen Projekt ein internationaler Einsatz mit grosser Wirkung.

Die Digger Foundation selbst schloss die Finanzierungslücke mit einem Beitrag von 100 000 CHF und bewies damit ihr uneingeschränktes institutionelles Engagement. «Das entspricht dem Schwellenwert, ab dem wir diese Maschine liefern können», sagte Guerne bestimmt. Diese Kombination aus studentischem Engagement, privater Philanthropie und Stiftungskapital veranschaulicht ein wirkungsvolles Modell für moderne humanitäre Hilfe. Sie zeigt, wie privates Vermögen in der Schweiz wirksam eingesetzt werden kann, um gemeinschaftliche Anstrengungen zu verstärken und in kriegsversehrten Regionen unmittelbar konkrete Hilfe zu leisten.

Der D-250 kommt zum Einsatz: ein mechanischer Gigant

Der Digger D-250 ist nicht einfach eine Maschine, sondern ein 12 Tonnen schweres, gepanzertes Kraftpaket, das dafür entwickelt wurde, selbst härtesten Bedingungen standzuhalten. Die Raupenmaschine wurde in Tavannes im Kanton Bern entwickelt und gebaut. Sie steht für Schweizer Präzision im Dienst des humanitären Einsatzes. Der D-250 vereint die Eigenschaften eines Traktors und eines Panzers und ist mit einem leistungsstarken Frontrotor ausgestattet, der Vegetation zerkleinert und Gefahren sofort unschädlich macht.

Die Maschine arbeitet ausserordentlich effizient: Das System pflügt sich mit hoher Geschwindigkeit durch den Boden und zerstört oder detoniert dabei bei Kontakt Antipersonen- und Panzerabwehrminen. Entscheidend ist, dass die Maschine vollständig ferngesteuert wird. So bleiben die Bedienenden in sicherer Entfernung, während der D-250 den Explosionen standhält. Diese Technologie macht aus einem tödlichen manuellen Prozess einen mechanisierten Räumungseinsatz und senkt das Risiko für Menschenleben drastisch. Mit der Lieferung dieser hochentwickelten Maschine exportiert die Schweiz Sicherheit und ebnet den Weg für den Wiederaufbau in Gebieten, in denen derzeit jeder Schritt tödlich sein kann.

Die weltweite Minenkrise bewältigen

Die Ukraine trägt inzwischen den düsteren Titel des am stärksten verminten kriegsversehrten Landes der Welt. Die Ankunft dieser dritten Digger-Maschine ist ein wichtiger Schritt im Kampf darum, bewohnbares Land zurückzugewinnen. Die Digger Foundation hat bereits zwei Maschinen in die Region geliefert, doch das Ausmass der Kontaminierung erfordert eine unermüdliche Verstärkung der Räumarbeiten. Jeder geräumte Quadratmeter ist ein Sieg über das wahllose Erbe des Krieges.

Was Guerne zunächst wie eine «Utopie» erschien, ist nun Wirklichkeit geworden, doch der Einsatz ist noch lange nicht vorbei. Diese Lieferung unterstreicht die wichtige Rolle Schweizer Innovation in globalen Konfliktgebieten. Wir schicken keine Kriegswaffen, sondern Werkzeuge des Friedens. Während der D-250 seine Reise nach Osten antritt, trägt er die Hoffnungen der Jugend des Berner Juras und die Ingenieurskunst von Tavannes mit sich. Als stählerner Schutzwall stellt er sich der Gefahr versteckter Sprengsätze entgegen. Der Erfolg dieser Mission zeigt, dass gezieltes Schweizer Engagement selbst angesichts überwältigender Zerstörung einen Weg in Sicherheit bahnen kann.