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Swiss Observer

Kürzungen der Schweizer Auslandhilfe betreffen drei Länder

Die Schweiz beendet nach einer Kürzung des Budgets um 110 Millionen Franken ihre Entwicklungsprogramme in Albanien, Bangladesch und Sambia. Dies weckt Bedenken hinsichtlich ihrer globalen humanitären Verpflichtungen.

Kürzungen der Schweizer Auslandhilfe betreffen drei Länder
AISWI swissinfo.ch

Bern hat den Stecker gezogen. Mit einem entschiedenen Schritt, der die humanitäre Präsenz der Schweiz neu gestaltet, beendet die Regierung offiziell ihre Entwicklungsprogramme in Albanien, Bangladesch und Sambia. Es handelt sich nicht um eine Pause, sondern um einen vollständigen Schlussstrich. Der Entscheid setzt den Auftrag des Parlaments direkt um und signalisiert eine strikte Sparpolitik, die auf drei Kontinenten spürbar sein wird.

Der Rückzug gilt für die Planung des kommenden Finanzzyklus unmittelbar und uneingeschränkt. Mit der Auswahl dieser Länder signalisiert die Schweiz eine grundlegende strategische Neuausrichtung. Die diplomatischen Beziehungen bleiben zwar bestehen, doch der Fluss der Entwicklungsgelder versiegt. Die Botschaft aus Bern ist klar: Die Zeit einer grosszügigen, unangefochtenen Verteilung von Hilfsgeldern ist vorbei. An ihre Stelle tritt eine nüchternere, finanzpolitisch konservativere Realität.

Der Preis der Sparpolitik: 110 Millionen Franken verschwinden

Erstaunliche 110 Millionen Franken (121 Millionen US-Dollar) wurden aus dem Budget gestrichen. Diese Zahl prägt das Budget für die internationale Zusammenarbeit 2025. Sie steht für weit mehr als buchhalterische Anpassungen: für zerstörte Infrastruktur, gestrichene Programme und verpasste Chancen. Das Parlament stimmte entschieden dafür, die innenpolitischen finanziellen Zwänge über den Ausbau der internationalen Zusammenarbeit zu stellen.

Diese Kürzung ist nicht bloss ein kleiner Abbau, sondern ein tiefer Einschnitt in die internationale Arbeit der Schweiz. Der Wegfall von umgerechnet über 120 Millionen US-Dollar aus dem globalen Hilfssystem zwingt zu einer schonungslosen Priorisierung der Ressourcen. Mit dem nahenden Finanzjahr 2025 setzt die Schweizer Regierung einen Auftrag um, der Effizienz auf Kosten der Präsenz verlangt. Das finanzielle Fallbeil ist gefallen, und die Auswirkungen schlagen sich in Verlusten in dreistelliger Millionenhöhe für den internationalen Entwicklungssektor nieder.

Globale Krise: Der Bedarf steigt, die Finanzierung sinkt

Der Zeitpunkt könnte kaum kritischer sein. Während die Schweiz ihre finanziellen Mittel zurückfährt, steigt der weltweite Bedarf an humanitärer Hilfe rasant. Wir erleben eine gefährliche Diskrepanz: Der weltweite Bedarf übersteigt die verfügbaren Mittel in alarmierendem Ausmass. Derzeit wird nur ein Bruchteil der internationalen humanitären Hilfsappelle vollständig erfüllt, wodurch im globalen Sicherheitsnetz eine klaffende Lücke entsteht.

Der Rückzug der Schweiz setzt ein ohnehin überlastetes System zusätzlich unter Druck. Während sich Krisen aufgrund von Klimainstabilität, Konflikten und wirtschaftlicher Ungleichheit häufen, schrumpfen die verfügbaren Mittel. Der Entscheid verstärkt einen wachsenden Trend, bei dem wohlhabende Länder um ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz eigener Interessen und globaler Verantwortung ringen. Die Kluft zwischen dem, was zur Versorgung gefährdeter Bevölkerungsgruppen nötig ist, und dem, was tatsächlich geleistet wird, wächst. Diese jüngste Kürzung vergrössert die Kluft weiter.

Strategischer Wandel: Eine neue Ära für die Schweizer Hilfe?

Ist dies das neue Gesicht der Schweizer Neutralität? Der Rückzug aus Albanien, Bangladesch und Sambia deutet auf eine härtere Ausrichtung der Schweizer Soft Power hin. Jahrzehntelang war die Schweizer Auslandshilfe ein Pfeiler ihrer internationalen Identität und ein Zeugnis für Solidarität und globales Engagement. Die Kürzung um 110 Millionen Franken signalisiert jedoch möglicherweise einen grundlegenden Wandel hin zu einer stärker auf Gegengeschäfte ausgerichteten oder isolationistischen Aussenpolitik.

Mit Blick auf 2025 bleibt die Frage: Wird sich dieser Trend fortsetzen? Sollte das Parlament weiterhin Budgetkürzungen der internationalen Zusammenarbeit vorziehen, könnte die Rolle der Schweiz als wichtige humanitäre Akteurin schwinden. Die Regierung hat eine klare Grenze gezogen und gezeigt, dass auch im humanitären Bereich Geld den Ausschlag gibt und Budgets begrenzt sind. Die Welt beobachtet, ob es sich um eine einmalige Korrektur oder den Beginn eines langfristigen Rückzugs handelt.