Gesundheit
Grippefälle in der Schweiz verdoppeln sich, während COVID-19-Fälle zurückgehen
Die Grippefälle in der Schweiz haben sich Ende Dezember verdoppelt, während die COVID-19-Fälle weiter zurückgehen. Das geht aus neuen Daten des Bundesamts für Gesundheit hervor.

Die Schweiz erlebt zum Jahresbeginn einen drastischen Wandel bei den Viren. Während das Land jahrelang den Verlauf des Coronavirus akribisch verfolgt hat, ist ein bekannter Gegner mit voller Wucht zurückgekehrt. Neue Daten des Bundesamts für Gesundheit (BAG) bestätigen eine bemerkenswerte Entwicklung: Die Fälle der saisonalen Grippe haben sich im kurzen Zeitraum zwischen Mitte und Ende Dezember verdoppelt. Es handelt sich nicht um einen allmählichen Anstieg, sondern um einen steilen, abrupten Ausschlag, der signalisiert, dass die Grippe ihre Dominanz im winterlichen Krankheitsgeschehen zurückerobert.
Während die Grippewelle an Fahrt gewinnt, lässt der Einfluss von COVID-19 sichtbar nach. Die beiden Viren entwickeln sich derzeit in genau entgegengesetzte Richtungen. Während sich Spitäler und Apotheken auf den Zustrom von Grippepatientinnen und -patienten einstellen, scheint die COVID-19-Welle ihren Höhepunkt überschritten zu haben und abzuklingen. Diese gegenläufige Entwicklung markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Wintersaison 2024/2025 und zwingt sowohl die Gesundheitsbehörden als auch die Bevölkerung, ihre Aufmerksamkeit neu auszurichten. Die Lage hat sich verändert: Es geht nicht mehr nur um das Pandemievirus, sondern vielmehr um die rasante Ausbreitung der herkömmlichen saisonalen Grippe, die ihren viralen Konkurrenten inzwischen alarmierend schnell überholt.
Die Zahlen: eine deutliche gegenläufige Entwicklung
Die vom BAG veröffentlichten Statistiken zeichnen ein eindeutiges Bild dieser viralen Ablösung. Allein in der letzten Woche des Dezembers 2024 registrierten die Gesundheitsbehörden 12.71 Grippefälle pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Zur Einordnung: Die Grippewelle hatte erst drei Wochen zuvor richtig begonnen, was diesen raschen Anstieg umso auffälliger macht. Die hohe Ausbreitungsgeschwindigkeit verdeutlicht, wie ansteckend der derzeitige Virusstamm innerhalb kurzer Zeit geworden ist.
Im deutlichen Gegensatz dazu sinken die COVID-19-Zahlen stark. In den letzten drei Dezemberwochen gingen die gemeldeten Fälle stetig von 7.74 auf nur noch 5.42 Fälle pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner zurück. Der Abstand zwischen den beiden Viren wird täglich grösser. In absoluten Zahlen ist der Unterschied noch deutlicher: In der letzten Woche des Jahres gab es mehr als doppelt so viele bestätigte Grippefälle wie COVID-19-Infektionen. Dieser statistische Wendepunkt zeigt eindeutig, dass die saisonale Grippe das Coronavirus als derzeit grösste Gefahr für die Atemwegsgesundheit der Schweizer Bevölkerung abgelöst hat.
Das Abwasser enthüllt die verborgene Entwicklung
Abgesehen von den klinisch erfassten Fallzahlen zeigt sich der Gesundheitszustand der Schweiz am objektivsten im Abwasser. Die Abwasserüberwachung, ein wichtiges Instrument, das während der Pandemie weiterentwickelt wurde, bestätigt die in Arztpraxen beobachteten Trends mit grosser Genauigkeit. In den meisten Regionen des Landes erzählt die Viruslast im Abwasser dieselbe Geschichte: Die Grippe gewinnt an Bedeutung. Ende Dezember machten Influenzaviren beachtliche 26.4% aller nachgewiesenen Atemwegsviren aus und lagen damit deutlich vor den Coronaviren, die nur 10.9% ausmachten.
Diese Umweltüberwachung gibt auch Aufschluss über die Art der zurückgehenden COVID-19-Bedrohung. Die Analyse hat die Variante XEC als derzeit in der Schweiz vorherrschenden Virusstamm identifiziert. XEC macht rund die Hälfte der gesamten SARS-CoV-2-Viruslast aus und bleibt damit die wichtigste Virusvariante, auch wenn ihre Verbreitung insgesamt abnimmt. Diese detaillierten Daten liefern dem BAG einen umfassenden Überblick über die Lage und zeigen, dass COVID-19 zwar zurückgeht, aber nicht verschwunden ist: Die Grippewelle hat es lediglich überlagert.
Der weitere Verlauf: Was kommt als Nächstes?
Während die Schweiz weiter in den Januar vorrückt, scheint der Verlauf vorgezeichnet. Die COVID-19-Welle hat ihren Höhepunkt wahrscheinlich überschritten und sorgt damit für eine Atempause angesichts der Befürchtungen vor einer