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Swiss Observer

Schweizer Filmlegenden erhalten Ehrenpreis

Bulle Ogier und Barbet Schroeder werden beim Schweizer Filmpreis für ihren Beitrag zum Nouvelle-Vague-Kino geehrt

Schweizer Filmlegenden erhalten Ehrenpreis
AISWI swissinfo.ch

Der Schweizer Filmpreis hat endlich seine wahren Grössen geehrt. In einem Schritt, der ihren Status als absolute Legenden der Branche festigt, sollen die französische Schauspielerin Bulle Ogier und der Schweizer Regisseur Barbet Schroeder bei der Preisverleihung 2025 den Ehrenpreis entgegennehmen. Das Bundesamt für Kultur (BAK) durchbrach am Dienstag die Stille des Nachrichtentages mit dieser Ankündigung und erklärte, der Beitrag des Künstlerpaars zum Kino sei schlichtweg unverzichtbar.

Dabei handelt es sich nicht bloss um einen nostalgischen Blick zurück, sondern um die Anerkennung einer kreativen Kraft, die die Filmgeschichte geprägt hat. Das BAK hebt ausdrücklich die «Bedeutung ihrer kreativen Zusammenarbeit» hervor, einer Partnerschaft, die jahrzehntelange Veränderungen in der Branche überdauert hat. Während andere Zeitgenossinnen und Zeitgenossen verblasst sind, bleiben Ogier und Schroeder herausragende Persönlichkeiten. Ihre Wahl für diese renommierte Auszeichnung unterstreicht eine wichtige Tatsache: Ihr Einfluss ist nicht nur historisch, sondern von Dauer. Dass sie gemeinsam geehrt werden, sagt viel aus und würdigt ein dynamisches Zusammenspiel, aus dem einige der provokativsten Filme des 20. Jahrhunderts hervorgegangen sind.

Das Erbe der Nouvelle Vague prägen

Die Nouvelle Vague war nicht bloss eine Bewegung, sondern eine Revolution, und Ogier und Schroeder standen an vorderster Front. Gemeinsam schufen sie ein filmisches Werk, das sich Konventionen widersetzt und Aufmerksamkeit verlangt. Aus ihrer Zusammenarbeit gingen Meisterwerke wie La Vallée (1972), Maîtresse (1976) und Tricheurs (1984) hervor, Filme, die heute visuell ebenso eindrücklich sind wie bei ihrer Veröffentlichung. Diese Titel stehen für mehr als blosse Filmografien: Sie sind kulturelle Meilensteine, die den Status quo des europäischen Kinos herausforderten.

Ogier, die mit ihrer Rolle in L’Amour fou (1969) international berühmt wurde, brachte eine rätselhafte Intensität auf die Leinwand, mit der nur wenige mithalten konnten. Schroeder wiederum sammelte seine ersten Erfahrungen an der Seite der Grössen des französischen Kinos und arbeitete als Assistent von Jean-Luc Godard und Eric Rohmer. Diese Feuertaufe formte einen Regisseur, der die chaotische Brillanz der Nouvelle Vague zu meistern vermochte. Ihr gemeinsames Werk zeugt von künstlerischer Furchtlosigkeit und beweist, dass ihre Partnerschaft der Motor hinter einigen der kühnsten Erzählungen jener Epoche war.

Eine globale Schweizer Kraft

Barbet Schroeder ist der Inbegriff eines global erfolgreichen Schweizers. Während viele Regisseurinnen und Regisseure auf nationale Grenzen beschränkt bleiben, sprengte Schroeder diese und trug seine unverwechselbare Vision von den Programmkinos Europas bis in die aufwendige Maschinerie Hollywoods. Die Anerkennung seines Einflusses auf das Filmschaffen auf beiden Kontinenten durch das BAK bestätigt seine aussergewöhnliche Vielseitigkeit. Er ist eine seltene Brücke zwischen dem intellektuellen Anspruch der französischen Nouvelle Vague und dem erzählerischen Schwung des amerikanischen Kinos.

Auch Bulle Ogier ist fest in die Schweizer Filmgeschichte eingewoben. Ihre Zusammenarbeit reichte über ihren Ehemann hinaus und verband sie mit grossen Schweizer Regisseuren wie Alain Tanner und Daniel Schmid. Diese tiefe Verwurzelung in der Schweizer Kulturlandschaft macht ihren Ehrenpreis mehr als verdient. Sie ist keine Aussenstehende, die von aussen zuschaut, sondern eine wichtige Mitgestalterin der filmischen Identität der Region. Gemeinsam verbinden sie Welten auf eine in der modernen Zeit beispiellose Weise: Frankreich und die Schweiz, Europa und Hollywood, Avantgarde und Mainstream.

Die Krönung im März

Den Termin vormerken: den 21. März 2025. Dann wird die Schweizer Filmbranche ihren Meisterinnen und Meistern offiziell die Ehre erweisen. Die Zeremonie verspricht ein prägender Moment für den Schweizer Filmpreis zu werden, wenn sich die Branche versammelt, um ein Vermächtnis zu würdigen, das sich über mehr als ein halbes Jahrhundert erstreckt. Die Auszeichnung von Ogier und Schroeder ist ein klares Signal des Bundesamts für Kultur: Mutige, kompromisslose Kunst ist in der Schweiz die höchste Währung.

Je näher der Termin rückt, desto spürbarer wird die Vorfreude in der Kunstszene. Dies ist nicht einfach eine Auszeichnung, sondern der krönende Abschluss der Karrieren eines Duos, das sein Leben der Leinwand gewidmet hat. Wenn sie im März die Bühne betreten, tragen sie die Geschichte der Nouvelle Vague und die Zukunft filmischer Exzellenz mit sich. Für das Schweizer Kino wird dieser Abend ein Fest der Ausdauer, Kreativität und der unbestreitbaren Kraft einer Partnerschaft sein.