Wirtschaft
Schweizer Wirtschaft zeigt Widerstandsfähigkeit und wächst im ersten Quartal um 0,5%
Trotz globaler Gegenwinde ist die Schweizer Wirtschaft im ersten Quartal 2026 um 0,5% gewachsen und hat damit die Prognosen der Expertinnen und Experten übertroffen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) führt das solide Ergebnis sowohl auf den Industrie- als auch auf den Dienstleistungssektor zurück. Damit ist das Jahr positiv gestartet.

Die Schweizer Wirtschaft legt im ersten Quartal 2026 mit einem beachtlichen Wachstum von 0,5% kräftig zu und stellt damit die Erzählung einer globalen Abschwächung klar infrage. Diese robuste Entwicklung, die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) bestätigt wurde, stellt eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Wachstum von 0,2% Ende 2025 dar. Während die europäischen Nachbarländer mit Stagnation ringen, legt die Schweizerische Eidgenossenschaft zu und beweist ihre besondere Widerstandsfähigkeit in einer volatilen geopolitischen Lage. Das ist nicht bloss ein kleiner Aufschwung, sondern ein klares Zeichen wirtschaftlicher Stärke, das die internationale Gemeinschaft überrascht hat. Die Daten zeigen ein Land, dem es gelungen ist, sich von den Abwärtstrends in vergleichbaren Ländern zu lösen und mögliche Gegenwinde in einen kräftigen Rückenwind für den nationalen Wohlstand zu verwandeln.
Industrie und Dienstleistungen übertreffen die Prognosen deutlich
Das Wachstum von 0,5% übertraf die Erwartungen deutlich. Die von AWP befragten führenden Analystinnen und Analysten hatten vorsichtig ein Wachstum von höchstens 0,4% prognostiziert, doch die Schweizer Wirtschaft übertraf sämtliche Modelle. Der Aufschwung beruht auf zwei Säulen: Sowohl der Hightech-Industriesektor als auch die breit aufgestellte Dienstleistungsbranche laufen auf Hochtouren. Felicitas Kemeny, Leiterin der Konjunkturanalyse beim SECO, stellt fest, dass sich «das Vertrauen in die Wirtschaft verbessert» habe. Ein wichtiger Treiber war die gezielte Senkung der Zölle, die den Schweizer Exporten neuen Schwung verlieh. Zudem sorgte ein überraschender «positiver Impuls» aus Deutschland für einen unerwarteten Schub im grenzüberschreitenden Handel. Dieses breit abgestützte Wachstum stellt sicher, dass die Schweizer Wirtschaft nicht von einer einzelnen Säule abhängig ist, sondern von einem diversifizierten und dynamischen Geschäftsumfeld getragen wird.
Ölpreisschock und Zollturbulenzen bewältigen
Die Schweiz begegnet dem globalen Ölpreisschock mit grosser Entschlossenheit. Obwohl die Rohölpreise im März stark anstiegen, blieb das Schweizer Bruttoinlandprodukt im ersten Quartal bemerkenswert wenig davon betroffen. Diese Widerstandsfähigkeit ist umso beeindruckender, wenn man die «Zollturbulenzen» und Zollstreitigkeiten bedenkt, die einige Quartale zuvor zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5% geführt hatten. Das Land hat eine spektakuläre Wende geschafft und sich innerhalb von weniger als einem Jahr von einem Rückgang zu einer dominierenden Position entwickelt. Die Ölkrise könnte zwar künftig die Margen belasten, doch die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass Schweizer Unternehmen ihre Energieeffizienz und Lieferketten optimiert haben, um solche Schocks abzufedern. Dass ein Wachstum von 0,5% erzielt werden konnte, während der Energiemarkt im Umbruch ist, unterstreicht die grosse Anpassungsfähigkeit des Schweizer Unternehmenssektors.
Ausblick: Schwung in unsicheren Zeiten bewahren
Für das Gesamtjahr hält die Schweizer Regierung an einer mutigen Wachstumsprognose von 1,0% fest, bleibt aber wachsam. Sollten die Ölpreise auf dem derzeit hohen Niveau bleiben, könnte sich das Wachstum laut SECO auf 0,8% abschwächen. Im aktuellen Umfeld wäre dies immer noch ein beachtlicher Wert. Die «BIP-Schnellschätzung» liefert eine wichtige Momentaufnahme, doch nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf den 1. Juni, wenn detaillierte Daten zu den einzelnen Sektoren veröffentlicht werden. Der kommende Bericht wird zeigen, welche Branchen den Aufschwung anführen und wo möglicherweise gezielte Massnahmen erforderlich sind. Vorerst ist die Botschaft aus Bern klar: Die Schweiz ist offen für Geschäfte, ihre Grundlagen sind solide, und der im ersten Quartal erzielte Schwung bietet einen wichtigen Puffer gegen künftige globale Instabilität. Die Schweizer Bevölkerung kann dem Sommer mit neuem Vertrauen in die wirtschaftliche Sicherheit entgegenblicken.