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Swiss Observer

Schweizer Wirtschaft stellt sich auf Folgen des US-Handels ein

Eine Analyse zeigt, dass die Schweizer Wirtschaft mit erheblichen, aber verkraftbaren Folgen der US-Zölle konfrontiert ist. Die Pharmaindustrie ist vorübergehend ausgenommen.

Schweizer Wirtschaft stellt sich auf Folgen des US-Handels ein
AISWI swissinfo.ch

Die Schweiz steht vor einer erheblichen wirtschaftlichen Herausforderung, da neue US-Handelsmassnahmen die internationale Handelslandschaft des Landes neu zu gestalten drohen. Die Vereinigten Staaten haben eine Reihe von Zöllen eingeführt, darunter seit dem 12. März 2025 Zölle von 25 % auf Stahl- und Aluminiumprodukte sowie seit dem 5. April einen zusätzlichen Pauschalzoll von 10 % auf Importe aus fast allen Ländern. Die Schweizer Wirtschaft erweist sich zwar als widerstandsfähig, doch eine Analyse der Regierung deutet darauf hin, dass das prognostizierte Wachstum im laufenden Jahr voraussichtlich geringer ausfallen wird als die erwarteten 1,4 %.

Geschäftsklima und Reaktion der Märkte

Schweizer Wirtschaftsführerinnen und -führer sorgen sich zunehmend um die wirtschaftlichen Aussichten. Eine aktuelle Umfrage von Deloitte zeigt, dass 58 % der Finanzchefinnen und Finanzchefs mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in den nächsten zwölf Monaten rechnen. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich stark eingetrübt: Im April schätzten nur noch 23 % der Finanzchefinnen und Finanzchefs die Aussichten für ihr Unternehmen positiv ein, verglichen mit 61 % im März. Dieser drastische Vertrauensverlust ist eine direkte Folge der Ankündigungen zur US-Handelspolitik.

Massnahmen und Unterstützung der Regierung

Die Schweizer Regierung hat mit gezielten Schritten auf die Lage reagiert, um die Wirtschaft zu schützen. Dazu gehört insbesondere die Anerkennung der US-Zölle als Grund für den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (KAE). Damit sollen Unternehmen Entlassungen infolge vorübergehender Arbeitsausfälle verhindern können. Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung arbeitet daran, die maximale Bezugsdauer der KAE von 12 auf 18 Monate zu verlängern. Die Regelung soll bis Juli 2025 gelten. Die Regierung betont, dass die Lage zwar Aufmerksamkeit erfordert, derzeit aber keine Krise darstellt.

Analyse nach Branchen

Die verschiedenen Bereiche der Schweizer Wirtschaft sind unterschiedlich stark von den neuen US-Handelsmassnahmen betroffen. Die für die Schweiz bedeutende Pharmaindustrie ist vorübergehend von den neuen Zöllen ausgenommen. Das verschafft diesem wichtigen Wirtschaftszweig eine gewisse Entlastung. Die Stahl- und Aluminiumindustrie ist dagegen direkt von den Zöllen in Höhe von 25 % betroffen, während sich die Automobilbranche mit ähnlichen Zollhöhen auseinandersetzen muss. Indirekte Folgen über globale Lieferketten und die Marktdynamik betreffen praktisch alle Bereiche der Schweizer Wirtschaft.

Ausblick und Folgen

Die Schweizer Wirtschaft steht zwar wegen der US-Handelsmassnahmen unter Druck, doch die Regierung hält die Lage trotz ihrer Ernsthaftigkeit weiterhin für bewältigbar. Die direkten Auswirkungen der Zölle und die indirekten Folgen einer globalen Konjunkturabschwächung stellen Herausforderungen dar. Die vielfältige Schweizer Wirtschaft und ihre solide Grundlage bieten jedoch einen gewissen Puffer. Die laufende Beobachtung der Lage und die Bereitschaft, zusätzliche wirtschaftliche Massnahmen zu ergreifen, zeugen von einem vorsichtigen, aber gut vorbereiteten Umgang mit künftigen Entwicklungen.