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Swiss Observer

Schweizer Wirtschaft wächst 2024 nur noch um 0,8 Prozent

Die Schweizer Wirtschaft verzeichnet eine deutliche Verlangsamung: Das BIP-Wachstum sank unter den historischen Durchschnitt, vor allem aufgrund der Entwicklung im Dienstleistungssektor.

Schweizer Wirtschaft wächst 2024 nur noch um 0,8 Prozent
AISWI swissinfo.ch

Die Schweizer Wirtschaft verzeichnete 2024 eine spürbare Verlangsamung. Gemäss provisorischen Daten des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) sank das BIP-Wachstum von 1,2 Prozent im Vorjahr auf 0,8 Prozent. Dies ist die tiefste Wachstumsrate seit 2020 und liegt deutlich unter dem langfristigen Jahresdurchschnitt von 1,8 Prozent, der seit 1981 beobachtet wurde. Die Verlangsamung widerspiegelt die allgemeinen Herausforderungen im globalen Wirtschaftsumfeld sowie den besonderen Druck auf die exportorientierte Schweizer Wirtschaft.

Entwicklung der Wirtschaftssektoren

Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Verlangsamung fielen in den verschiedenen Sektoren der Schweizer Wirtschaft unterschiedlich aus. Der Industriesektor verzeichnete ein moderates Wachstum, das vor allem von der starken Entwicklung der Pharmaindustrie getragen wurde. Diese bleibt eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Stabilität der Schweiz. Der traditionell leistungsstarke Dienstleistungssektor wuchs hingegen gemessen an historischen Standards unterdurchschnittlich. Darin zeigen sich die Herausforderungen der wichtigsten Handelspartner der Schweiz und deren Auswirkungen auf die internationalen Handelsströme.

Quartalsentwicklung und Prognosen

Das vierte Quartal 2024 zeigte Anzeichen einer Widerstandsfähigkeit: Gemäss den Schnellschätzungen des Seco beschleunigte sich das BIP-Wachstum auf 0,4 Prozent, verglichen mit 0,2 Prozent im dritten Quartal. Diese vierteljährliche Verbesserung war zwar moderat, übertraf jedoch die Erwartungen einiger Analysten. Von AWP befragte Ökonomen hatten ein Wachstum zwischen 0,1 und 0,4 Prozent prognostiziert. Sowohl die Industrie als auch der Dienstleistungssektor trugen zum Anstieg im Quartalsvergleich bei. Das deutet auf ein möglicherweise ausgewogeneres Wachstumsmuster hin. Die definitiven Zahlen sollen am 27. Februar veröffentlicht werden und könnten diese vorläufigen Ergebnisse noch präzisieren.

Internationaler Kontext und Auswirkungen

Die Verlangsamung des Schweizer Wirtschaftswachstums ist zu einem grossen Teil auf das schwierige internationale Wirtschaftsumfeld zurückzuführen. Als stark exportorientierte Wirtschaft hängt die Entwicklung der Schweiz eng mit der wirtschaftlichen Lage ihrer wichtigsten Handelspartner zusammen. Die unterdurchschnittliche Entwicklung des Dienstleistungssektors verdeutlicht diese internationale Abhängigkeit besonders. Trotz dieser Herausforderungen bleiben die wirtschaftlichen Grundlagen der Schweiz solide. Dazu tragen die starke Währung, der stabile Finanzsektor und die anhaltende Stärke wichtiger Branchen wie der Pharmaindustrie bei.