Kultur
Das Schweizer Kino erhält beispiellose internationale Anerkennung
Die Schweizer Filmbranche feiert historische Erfolge mit mehreren von der Kritik gefeierten Produktionen. Dies markiert eine bedeutende Entwicklung der einheimischen Filmproduktion und ihrer kulturellen Wirkung.

Eine schier unglaubliche Leistung hat die Kinolandschaft erschüttert: Conclave hat die seltene, makellose Bewertung von 5 Sternen erhalten und damit einen entscheidenden Moment für anspruchsvolles Filmschaffen markiert. Die Schweizer Kritik nimmt kein Blatt vor den Mund: Dieser Film ist nichts weniger als «perfekt». In einer Branche, die oft von Mittelmässigkeit geprägt ist, signalisiert ein derart eindeutiges Lob eine massive Wende hin zu Qualität statt Quantität. Das Urteil ist eindeutig: Alles an dieser Produktion, von der Schauspielerei bis zu den Dialogen, trifft einen Nerv und zeugt von unbestreitbarem Glanz.
Während weniger gelungene Filme Mühe haben, ihren Weg zu finden, nimmt Conclave sofort Fahrt auf und versetzt das Publikum in eine Welt von enormer Gravität. Die Kamera beobachtet nicht bloss, sondern versetzt das Publikum direkt in den Vatikan und begleitet den folgenreichen Prozess der Wahl eines neuen Papstes. Das ist nicht einfach ein Film, sondern eine Meisterklasse in Atmosphäre und Umsetzung. Das Selbstvertrauen dieser Produktion ist spürbar. Sie setzt einen neuen, anspruchsvollen Massstab, der die Aufmerksamkeit der Welt verlangt. Der Konsens der Schweizer Filmkritik ist klar: Wir erleben einen historischen Höhepunkt des Kinos.
Die Vision des Grossmeisters
Im Zentrum dieses monumentalen Erfolgs steht Edward Berger, der «Grossmeister», der das Genre im Alleingang neu definiert. Nach seinem vielfach ausgezeichneten Erfolg mit Im Westen nichts Neues beweist Berger eine Ehrfurcht gebietende Meisterschaft, die nur wenige erreichen. Mit einer Präzision, die zugleich erschreckend und schön ist, führt er die Erzählstränge zusammen. Seine Regie lässt uns die Aussenwelt vergessen und zieht uns mit magnetischer Kraft tief in gegensätzliche Themen hinein.
Bergers Arbeit zeichnet sich durch eine «monumentale» Qualität aus, die dem Schweizer Sinn für Präzision und Exzellenz entspricht. Die komplexen Darbietungen von Branchengrössen wie Ralph Fiennes, Stanley Tucci und John Lithgow lenkt er mit der Hand eines Virtuosen. Fiennes spielt den ranghöchsten Kardinal, der das geheime Konklave leitet, und liefert unter Bergers Führung eine brillante Leistung. Er verkörpert einen ehrenhaften Mann, der sich durch ein Minenfeld schändlicher Geheimnisse bewegt. Hier zeigt sich Regieautorität auf ihrem absoluten Höhepunkt.
Ein Mikrokosmos der Macht
Die Handlung von Conclave ist ein unerbittlicher Druckkessel. Die höchsten Würdenträger des Klerus sind darin eingeschlossen und vollständig von der Aussenwelt abgeschottet. Diese Isolation schafft ein explosives Umfeld, in dem wochenlange Beratungen, Intrigen und Fraktionskämpfe aufeinandertreffen. Das ist ein schier unglaublicher Spiegel unserer eigenen Realität, ein Mikrokosmos der Ambitionen, Eifersüchteleien und Machtspiele der Welt.
In den abgeschotteten Räumen ist die Spannung greifbar. Der Film zeigt die «subtilen Messerstiche in den Rücken» und den Konflikt zwischen Konservativen und Liberalen mit packender Intensität. Isabella Rossellini glänzt als stille Nonne, die mehr weiss, als sie preisgibt, und verleiht dem Geschehen zusätzliche geheimnisvolle Dimensionen. Während das Publikum die geheime Wahl mit angehaltenem Atem verfolgt, steuert der Film auf ein verblüffendes Finale zu. Dieses Erzählen geht keine Kompromisse ein und bietet ein unmittelbares Filmerlebnis, das das Publikum erschüttert zurücklässt.
Der Blockbuster-Hype wird zurückgewiesen
Im krassen Gegensatz zur Meisterschaft von Conclave hat die Schweizer Kritik den kommerziellen Lärm rund um Wicked scharf zurückgewiesen. Trotz eines Medienrummels, der den Film zum nächsten Super-Blockbuster hochzustilisieren versuchte, fällt das Urteil vernichtend aus: 2,5 Sterne. Der Film wird als «zu lang, zu hektisch und zu offensichtlich» kritisiert, die Kulissen erinnerten an «billige Technicolor-Fantasien». Diese Weigerung, sich dem Hype zu beugen, unterstreicht das Bekenntnis zu echtem künstlerischem Wert.
Zwar sorgt Wicked dank Ariana Grande und Cynthia Erivo für flüchtige Momente der Freude, doch die Produktion gilt letztlich als «ermüdend» und als «Mischmasch aus Massenbewegungen». Die Handlung wird als schwache Neuauflage klassischer Ideen abgetan. Diese vernichtende Kritik ist eine wichtige Erinnerung: Wir dürfen die Messlatte nicht zugunsten des Profits senken. Exzellenz lässt sich nicht vortäuschen, und das Schweizer Publikum verlangt Substanz statt «alberner und ermüdender» Spektakel.
Weltweite Wirkung und Oscar-Fieber
Die Bedeutung dieses filmischen Triumphs ist immens. Conclave gilt nun als aussichtsreicher Oscar-Kandidat und steht auf einer Stufe mit Filmen wie Anora und Emilia Perez. Das ist nicht bloss ein Preis für die Teilnahme, sondern eine klare Absichtserklärung. Die «Perfektion» des Films rückt ihn ins Zentrum der weltweiten Diskussion und beweist, dass ernsthaftes, sorgfältig ausgearbeitetes Kino weiterhin die Oberhand hat.
Für die Schweiz und die breitere europäische Filmbranche bestätigt diese Anerkennung einen anspruchsvollen kulturellen Geschmack. Wir sind nicht bloss Konsumentinnen und Konsumenten von Inhalten, sondern Instanzen, die über Qualität urteilen. Während die Preisverleihungssaison an Fahrt gewinnt, bleibt das Augenmerk auf Exzellenz gerichtet. Die Botschaft ist klar: Vergessen wir nicht, was Exzellenz bedeutet. Mit Conclave wurde die Messlatte höher gelegt, und die Welt muss nach oben blicken.