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Swiss Observer

Schweizer Armee wegen Ausbildungszwischenfall mit hospitalisierten Rekruten in der Kritik

Deshalb wurde eine Untersuchung eingeleitet: Vier Rekruten der Elite-Grenadiere mussten nach einer intensiven Selektionsübung bei Hitze ins Spital, einer von ihnen wurde ins künstliche Koma versetzt. Nun werden die Ausbildungsprotokolle der Armee überprüft.

Schweizer Armee wegen Ausbildungszwischenfall mit hospitalisierten Rekruten in der Kritik
AISWI swissinfo.ch

Bei einem besorgniserregenden Vorfall im renommierten Ausbildungszentrum für Grenadiere der Schweizer Armee in Isone im Kanton Tessin mussten vier Rekruten der Eliteeinheit nach einer anspruchsvollen Selektionsübung bei heissem Wetter ins Spital. Der Vorfall ereignete sich letzten Mittwoch. 129 Rekruten nahmen an einem fordernden Kurs teil, bei dem sie sich zwischen verschiedenen Positionen bewegen und selbstständig Aufgaben erledigen mussten. Das Ereignis wirft wichtige Fragen zu den Ausbildungsprotokollen und zum Umgang der Schweizer Armee mit Hitze auf.

Medizinische Versorgung und aktueller Stand

Wie schwerwiegend der Vorfall war, zeigte sich, als vier Rekruten mit Anzeichen eines Hitzschlags und einer Dehydrierung medizinisch versorgt werden mussten. In einem besonders schweren Fall musste ein Rekrut ins künstliche Koma versetzt werden. Nach den jüngsten Angaben werden drei Rekruten weiterhin im Spital behandelt, während einer bereits entlassen wurde. Die Militärbehörden stehen in engem Kontakt mit den betroffenen Familien. Ärztinnen und Ärzte berichten von positiven Anzeichen und gehen davon aus, dass die hospitalisierten Rekruten in den kommenden Tagen entlassen werden könnten.

Reaktion der Armee und Untersuchung

Die Schweizer Armee hat eine umfassende interne Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Der Sprecher Stefan Hofer betonte, die Übung sei «vorschriftsgemäss» durchgeführt worden. Die Armee hält daran fest, dass die geltenden Protokolle eingehalten wurden, darunter die Bereitstellung von Essen und Wasser an festgelegten Stationen. Zugleich anerkennt sie die Schwere der Situation. Die Untersuchung wird sich auf die Bewertung der bestehenden Protokolle zum Umgang mit Hitze und deren Umsetzung bei hohen Temperaturen konzentrieren.

Änderungen der Ausbildungsprotokolle

Als unmittelbare Reaktion auf den Vorfall hat die Rekrutenschule Isone Änderungen an ihrem Ausbildungsplan angekündigt. Künftige Selektionsübungen sollen in kühleren Tageszeiten stattfinden, entweder am frühen Morgen oder am Abend, um hitzebedingte Risiken zu verringern. Diese Anpassung ist eine bedeutende betriebliche Änderung für eines der anspruchsvollsten Ausbildungsprogramme der Schweizer Armee, das für seine strengen Anforderungen bei der Ausbildung von Grenadierwachen bekannt ist. Der Vorfall hat eine breitere Diskussion darüber ausgelöst, wie sich die Einsatzbereitschaft der Armee mit der Sicherheit der Rekruten unter schwierigen Umgebungsbedingungen vereinbaren lässt.