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Swiss Observer

Schweizer Armee führt grösste Auslandsübung seit 30 Jahren mit österreichischen und deutschen Streitkräften durch

In einer bedeutenden Initiative zur militärischen Zusammenarbeit nehmen Schweizer Truppen an umfangreichen Gefechtsübungen in Österreich teil. Damit verlegt die Schweiz so viele Bodentruppen ins Ausland wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr.

Schweizer Armee führt grösste Auslandsübung seit 30 Jahren mit österreichischen und deutschen Streitkräften durch
AISWI swissinfo.ch

In einer wegweisenden militärischen Initiative hat die Schweizer Armee ihre grösste Übung mit Bodentruppen im Ausland seit drei Jahrzehnten begonnen. Die umfangreiche Gefechtsübung mit dem Codenamen «TRIAS 25» findet in Allentsteig in Österreich statt und markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Schweizer Militärgeschichte. Die Übung zeigt das Engagement der Schweiz, ihre Verteidigungsfähigkeit zu erhalten und zu stärken und zugleich die internationale militärische Zusammenarbeit zu fördern.

Umfang und Logistik der Übung

Die Übung ist ein gewaltiges logistisches Unterfangen: 78 Militärfahrzeuge werden von Thun nach Österreich transportiert. Dafür sind elf Güterzüge mit einer Gesamtlänge von 4,3 Kilometern nötig. Das Übungsgelände in Allentsteig umfasst 157 Quadratkilometer und bietet eine realistische Gefechtsumgebung, die sechsmal grösser ist als Schweizer Übungsplätze. Rund 1000 Angehörige der Schweizer Armee nehmen an diesem umfassenden Wiederholungskurs im Ausland teil.

Internationale Zusammenarbeit

Die Übung bringt Streitkräfte aus der Schweiz, Österreich und Deutschland zu einer beispiellosen trilateralen militärischen Zusammenarbeit zusammen. Das Mechanisierte Bataillon 14 und die Mechanisierte Brigade 11 der Schweizer Armee arbeiten mit ihren österreichischen und deutschen Pendants zusammen, tauschen Fachwissen aus und verbessern ihre Interoperabilität. Verteidigungsminister Martin Pfister betonte, dass eine solche Zusammenarbeit für die regionale Sicherheit entscheidend sei, insbesondere angesichts der aktuellen geopolitischen Unsicherheiten.

Strategische Auswirkungen

TRIAS 25 konzentriert sich auf Szenarien der modernen Kriegsführung, darunter die Abwehr hybrider Bedrohungen wie Desinformationskampagnen und Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen. Die Schweiz und Österreich halten an ihrer Neutralität fest und passen zugleich ihre militärischen Fähigkeiten an aktuelle Sicherheitsherausforderungen an. Die Übung ermöglicht es der Schweizer Armee, ihre Fähigkeiten mit NATO-Standards zu vergleichen und gleichzeitig ihren unabhängigen Entscheidungsprozess zu bewahren.

Herausforderungen und Bedenken

Die Übung war mit mehreren Herausforderungen verbunden. Dazu gehörten Schwierigkeiten, Freiwillige zu gewinnen, da die Schweiz für Auslandseinsätze eine freiwillige Teilnahme voraussetzt. Zudem wurden Bedenken zu den Auswirkungen auf die Schweizer Neutralität geäussert, insbesondere von politischen Parteien wie der Schweizerischen Volkspartei. Die Übung wurde auch von einem schweren Unfall mit einem Schweizer Soldaten überschattet, der die inhärenten Risiken gross angelegter Militäroperationen verdeutlichte.