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Swiss Observer

Schweizer Hilfe für Entwicklungsprogramme der UNO um 13 Millionen Franken gekürzt

Die Regierung kürzt die Beiträge an die Entwicklungsprogramme der Vereinten Nationen nach den Budgetbeschlüssen des Parlaments.

Schweizer Hilfe für Entwicklungsprogramme der UNO um 13 Millionen Franken gekürzt
AISWI swissinfo.ch

Die Schweiz kürzt ihr finanzielles Engagement für die globale Entwicklung drastisch und entfernt sich damit deutlich von den bisherigen Beiträgen. Der Bundesrat hat eine massive Kürzung der Beiträge an die Entwicklungshilfe der Vereinten Nationen für 2025 um rund 13 Millionen Franken (15 Millionen Dollar) bestätigt. Damit sinkt der Gesamtbetrag der staatlichen Beiträge auf gerade einmal 33,8 Millionen Franken. Das ist deutlich weniger als der Kernbeitrag von 47,28 Millionen Franken im Jahr 2024.

Die Zahlen erzählen von einem raschen Rückgang der Ausgaben. Während die internationale Gemeinschaft mit immer grösseren Krisen zu kämpfen hat, schnallt Bern den Gürtel enger. Es handelt sich nicht um eine geringfügige Anpassung, sondern um eine wesentliche Neuausrichtung der Schweizer Finanzprioritäten auf der internationalen Bühne. Die am Mittwoch erfolgte Ankündigung macht deutlich, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft 2025 bei der internationalen Solidarität einen sparsameren und restriktiveren Kurs einschlagen wird.

Das Parlament setzt die Regierung unter Druck

Dieser finanzielle Rückzug ist kein Verwaltungsfehler, sondern die direkte Folge eines bewussten politischen Auftrags. Die Kürzung geht unmittelbar auf die einschneidenden Budgetkürzungen bei der internationalen Zusammenarbeit zurück, die das Schweizer Parlament im vergangenen Dezember beschlossen hat. Der Bundesrat setzt diese gesetzgeberischen Vorgaben nun um und überführt die parlamentarischen Debatten in eine konkrete wirtschaftliche Realität.

Nach dem Beschluss vom Dezember hatte die Exekutive nur wenig Handlungsspielraum. Mit der Umsetzung dieser Kürzungen hält sich die Regierung an den von den Abgeordneten vorgegebenen strikten Sparkurs. Der Schritt unterstreicht den politischen Wandel in Bern: Anliegen des inländischen Budgets verdrängen zunehmend die internationale Grosszügigkeit. Der Entscheid spiegelt die wachsende Haltung im Parlament wider, Ausgaben im Ausland genauer zu prüfen und zu kürzen, ungeachtet der weltweiten Abhängigkeit von der Stabilität und Unterstützung der Schweiz.

Die globale Reichweite schrumpft: Das UNDP trägt die Hauptlast

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), eine grosse Organisation, die in 170 Ländern tätig ist, ist von diesem Beitragsrückgang am stärksten betroffen. Der Grossteil der für dieses Jahr verbleibenden Mittel wird zwar weiterhin an das UNDP fliessen, doch der Gesamtbetrag ist drastisch geschrumpft. Die Organisation, die entscheidend dazu beiträgt, die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften und Institutionen in Krisenzeiten zu stärken, muss nun mit deutlich weniger Unterstützung eines ihrer verlässlichen Geldgeber mehr leisten.

Unterdessen sind 2 Millionen Franken für den Kapitalentwicklungsfonds der Vereinten Nationen (UNCDF) zweckgebunden. Diese Organisation richtet sich an die ärmsten Bevölkerungsgruppen und setzt sich dafür ein, dass die am wenigsten entwickelten Länder und marginalisierte Gruppen Zugang zu grundlegenden Finanzdienstleistungen haben. Dieser spezifische Betrag bleibt zwar bestehen, doch die umfassenderen Kürzungen setzen die Fähigkeit der UNO, ihre weitreichenden Entwicklungs- und Sicherheitsnetze in einem instabilen globalen Umfeld aufrechtzuerhalten, stark unter Druck.

Diplomatischer Widerspruch: Kürzungen trotz Bekenntnis

In einem widersprüchlich anmutenden Schritt beharrt der Bundesrat darauf, dass die Schweiz trotz der Kürzungen ein «klares Signal zugunsten der langfristigen internationalen Zusammenarbeit» senden wolle. Diese rhetorische Haltung steht im Gegensatz zur tatsächlichen Kürzung der Hilfsgelder um Millionen. Die Regierung versucht, die Darstellung auszubalancieren und sich als verlässlich zu präsentieren, während sie gleichzeitig umfangreiche finanzielle Unterstützung zurückzieht.

Dieser Widerspruch wirft grundlegende Fragen zur Zukunft der Schweizer Soft Power auf. Kann die Schweiz ihren Ruf als humanitäre Säule bewahren, während sie gerade jene Budgets kürzt, die dieses Image stützen? Je näher das Finanzjahr 2025 rückt, desto genauer wird die internationale Gemeinschaft beobachten, ob dieses «Signal» als Bekenntnis zur Zusammenarbeit oder als Zeichen eines Rückzugs der Schweiz verstanden wird.