humanitär
Schweizer Hilfswerke mobilisieren Hilfe für die Erdbebenopfer in Myanmar
Swissaid und Helvetas stellen nach dem verheerenden Erdbeben gemeinsam 600'000 CHF an Nothilfe bereit.

Die Schweiz reagiert mit sofortiger und entschlossener Hilfe auf die humanitäre Krise, die sich in Südostasien abspielt. In einer koordinierten Aktion zur Bewältigung der Verwüstungen haben Swissaid und Helvetas gemeinsam 600'000 CHF an Nothilfe bereitgestellt. Dabei handelt es sich nicht bloss um eine Zusage, sondern um eine rasche Finanzspritze, die ohne Verzögerung die am stärksten betroffenen Gemeinschaften im Shan-Staat in Myanmar erreichen soll. Swissaid stellt mit 500'000 CHF (570'000 USD) den grössten Teil bereit, während Helvetas die Hilfsaktion mit einem wichtigen Beitrag von 100'000 CHF unterstützt.
Das Tempo dieser Mobilisierung zeigt, wie flexibel die Schweizer humanitären Netzwerke sind. Während sich Regierungen weltweit mit diplomatischen Abläufen befassen, leiten diese Organisationen Mittel direkt in die Hilfsaktionen. Die Dringlichkeit ist spürbar. Da Kommunikationsverbindungen unterbrochen und die Infrastruktur zerstört sind, bilden diese Gelder für Tausende Vertriebene eine entscheidende Brücke zwischen Leben und Tod. Diese rasche finanzielle Zusage zeigt: Trotz der geografischen Distanz bleibt die Solidarität der Schweiz angesichts katastrophaler Naturereignisse ungebrochen.
Überleben sichern: Zelte, Lebensmittel und Hygiene
Geld ist ohne Hilfsgüter nutzlos, und die Schweizer Strategie setzt auf konkrete Massnahmen, die das Überleben sichern. Swissaid geht die Unterkunftskrise gezielt an und mobilisiert Mittel für die Beschaffung von Zelten, Küchensets und warmen Decken. Diese Sachgüter sind für Familien, deren Häuser dem Erdboden gleichgemacht wurden, die erste Schutzmassnahme gegen die Witterung. Gleichzeitig geht Helvetas die gesundheitlichen Gefahren an und setzt die Mittel für die Verteilung lebenswichtiger Lebensmittel und Hygieneartikel ein, um eine weitere Krankheitswelle zu verhindern, wie sie häufig auf Erdbeben folgt.
Die Arbeitsteilung ist klar und zielgerichtet. Indem die Organisationen die logistische Belastung aufteilen, Unterkünfte auf der einen und Verpflegung auf der anderen Seite, stellen sie sicher, dass die Grundbedürfnisse umfassend gedeckt werden. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Mit jedem Küchenset kann eine Familie Wasser abkochen, jedes Zelt schützt vor den Elementen. Im Mittelpunkt stehen ausschliesslich die «wichtigsten Grundbedürfnisse». Bürokratische Hürden werden beiseitegeschoben, damit Ausrüstung und Lebensmittel direkt das Zentrum der Not erreichen.
Ein Land erschüttert: Katastrophe der Magnitude 7,7
Das Ausmass der Zerstörung in Myanmar ist erschütternd. Ein starkes Erdbeben der Magnitude 7,7 hat die Region erschüttert und eine Spur der Verwüstung hinterlassen, die die lokale Infrastruktur überfordert. Das US-amerikanische Erdbebenüberwachungszentrum bestätigt die enorme Stärke des Bebens, das bis ins Nachbarland Thailand zu spüren war. Die menschlichen Kosten sind bereits verheerend und steigen weiter. Die militärische Führung Myanmars hat mehr als 1'000 Todesopfer bestätigt. Die Zahl dürfte weiter steigen, während Rettungskräfte sich durch die Trümmer eingestürzter städtischer Gebiete arbeiten.
Während Thailand begrenzte Opferzahlen meldet und mehr als 100 Personen vermisst, steht das Epizentrum in Myanmar vor einem vollständigen humanitären Zusammenbruch. Ganze Quartiere im Shan-Staat wurden dem Erdboden gleichgemacht. Der Unterschied bei den Opferzahlen zwischen den Ländern verdeutlicht, wie anfällig die Infrastruktur in den am stärksten betroffenen Gebieten ist. Dies ist nicht nur ein geologisches Ereignis, sondern ein regionales Trauma, das eine ebenso umfassende internationale Reaktion erfordert. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten beobachtet die Lage aufmerksam. Bislang gibt es jedoch keine Meldungen über Schweizer Staatsangehörige unter den Opfern.
Jahrzehntelange Präsenz: Warum Erfahrung zählt
Die Schweiz geht nicht unvorbereitet in diese Krise. Swissaid ist seit 1992 mit einer starken operativen Präsenz in Myanmar tätig und verfügt damit über mehr als drei Jahrzehnte lokales Wissen und etablierte Netzwerke. Diese langjährige Verankerung ist bei der Katastrophenhilfe ein strategischer Vorteil. Anders als neu eintreffende Organisationen, die sich erst mit den komplexen lokalen Gegebenheiten und der Geografie vertraut machen müssen, können die Schweizer Teams auf langjährige Beziehungen zurückgreifen, Engpässe umgehen und Hilfe besonders gezielt dorthin bringen, wo sie am dringendsten benötigt wird.
Diese langjährige Arbeit macht aus einer finanziellen Spende einen gezielten Beitrag zur Linderung des Leids. Das über dreissig Jahre aufgebaute Vertrauen ermöglicht einen rascheren Zugang zu gesperrten Gebieten und eine präzisere Einschätzung der Bedürfnisse der Gemeinschaften. Wenn sich der Staub legt und der lange Weg zum Wiederaufbau beginnt, stellt diese dauerhafte Verbindung zwischen der Schweiz und Myanmar sicher, dass die 600'000 CHF nicht bloss ein Tropfen auf den heissen Stein sind, sondern eine gezielte Lebensader, die auf Erfahrung und gegenseitigem Respekt beruht.