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Swiss Observer

Studie zeigt soziale Unterschiede bei der Zahngesundheit in der Schweiz

Neue Forschungsergebnisse zeigen erhebliche soziale Ungleichheiten beim Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung und bei der Mundgesundheit in der Schweiz. Diese hängen mit dem Bildungsniveau und dem sozioökonomischen Status zusammen.

Studie zeigt soziale Unterschiede bei der Zahngesundheit in der Schweiz
AISWI swissinfo.ch

Eine wegweisende Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) hat erhebliche soziale Unterschiede bei der Zahngesundheit in der Schweiz aufgezeigt. Die umfassende Erhebung, die 2022 durchgeführt wurde, zeigt: Während die Mundgesundheit in der Schweiz insgesamt positiv ist, unterscheiden sich der Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung und die gesundheitlichen Ergebnisse je nach sozialer Gruppe deutlich. Gemäss der Studie schätzen rund 70 % der Schweizer Bevölkerung ihre Zahngesundheit als gut bis sehr gut ein. Diese Zahl verdeckt jedoch soziale Ungleichheiten, denen Beachtung geschenkt werden muss.

Der Einfluss der Bildung auf die Mundgesundheit

Die Studie belegt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Bildungsabschluss und der Zahngesundheit. Personen mit Tertiärbildung berichten von einer deutlich besseren Mundgesundheit: 75 % bezeichnen den Zustand ihrer Zähne als gut bis sehr gut. Bei Personen ohne nachobligatorische Bildung sind es dagegen nur 55 %. Dieser deutliche Unterschied zeigt, wie der Bildungshintergrund nicht nur das Gesundheitsbewusstsein, sondern auch den Zugang zu zahnmedizinischen Dienstleistungen beeinflusst.

Fortschritte in der Vergangenheit und aktuelle Herausforderungen

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die allgemeine Mund- und Zahnhygiene in der Schweiz deutlich verbessert. Von diesen Fortschritten haben jedoch nicht alle Gesellschaftsgruppen gleichermassen profitiert. Die Ergebnisse des BFS zeigen, dass trotz der allgemeinen Verbesserungen sozioökonomische Hürden den Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung und zu Präventionsangeboten weiterhin beeinflussen. Dieser Gegensatz stellt Gesundheitsdienstleister und politische Entscheidungsträger vor die komplexe Aufgabe, einen gerechten Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung sicherzustellen.

Folgen für die Gesundheitspolitik in der Schweiz

Die aufgezeigten sozialen Unterschiede bei der Zahngesundheit erfordern gezielte politische Massnahmen im Schweizer Gesundheitssystem. Anders als die allgemeine Gesundheitsversorgung werden Zahnbehandlungen in der Schweiz weitgehend nicht von der Grundversicherung übernommen. Dadurch könnten sich soziale Ungleichheiten noch verschärfen. Die Ergebnisse deuten auf einen Reformbedarf hin. Dazu könnten ein erweiterter Versicherungsschutz für Zahnbehandlungen, zusätzliche Präventionsprogramme und gezielte Initiativen gehören, die den Zugang für sozioökonomisch benachteiligte Gruppen verbessern.