Wirtschaft
Spar Schweiz steht zum Verkauf: Mehr als 360 Filialen betroffen
Die südafrikanische Spar Group kündigt den Verkauf ihrer Schweizer Tochtergesellschaft mit mehr als 360 Filialen und 1'600 Mitarbeitenden an. Die Verhandlungen mit potenziellen Schweizer Käufern haben begonnen.

Die südafrikanische Spar Group hat eine bedeutende Entwicklung für den Schweizer Detailhandel angekündigt: Sie beabsichtigt, ihre Schweizer Tochtergesellschaft zu verkaufen. Damit stehen mehr als 360 Filialen in der ganzen Schweiz zum Verkauf. Dies markiert einen der umfangreichsten Wechsel im Schweizer Detailhandel der jüngeren Geschichte. Die Ankündigung folgt auf eine strategische Überprüfung, die eine unbefriedigende Geschäftsentwicklung der Schweizer Aktivitäten aufgezeigt hat.
Unternehmen und Marktpräsenz
Spar Schweiz, die als Schweizer Spar Handels AG tätig ist, hat sich seit der Übernahme durch die südafrikanische Spar Group im Jahr 2016 eine bedeutende Präsenz auf dem Schweizer Detailhandelsmarkt aufgebaut. Das Unternehmen betreibt verschiedene Ladenformate und Marken, darunter Spar, Eurospar, Spar Express, Maxi und Top CC. Im April übernahm das Unternehmen im Rahmen einer jüngsten Expansion 14 Filialen der Schnellmann Group. Damit zeigte es trotz des bevorstehenden Verkaufs weiterhin Marktaktivität.
Verkaufsprozess und Verhandlungen
Der Verkaufsprozess ist Berichten zufolge weit fortgeschritten. Die Verhandlungen konzentrieren sich auf potenzielle Schweizer Käufer mit lokalen Geschäftsinteressen. Gary Alberts, der Anfang Jahr die Funktion des CEO übernommen hat, betonte, dass ein Schweizer Eigentümer bevorzugt werde. Die grossen Detailhandelsgruppen Migros und Coop gehören nach bestätigten Angaben nicht zu den Interessenten. Das Unternehmen will die Marke Spar auch nach dem Verkauf in der Schweiz weiterführen.
Auswirkungen auf Mitarbeitende und Betrieb
Der Verkauf betrifft rund 1'600 Mitarbeitende im gesamten Unternehmen. Die Geschäftsleitung betonte, dass die Kontinuität für Mitarbeitende, Lieferanten und Kundinnen und Kunden während des Übergangs eine zentrale Priorität sei. Das Unternehmen hat sich dazu bekannt, während des Verkaufsprozesses für einen stabilen Betrieb zu sorgen. Von den neuen Eigentümern wird erwartet, dass sie die Wachstumsstrategie der bestehenden Geschäftsleitung unterstützen.
Ausblick
Die Zukunft von Spar Schweiz ist ungewiss, während die Verhandlungen weitergehen. In den vergangenen Jahren sind Umsatz und Gewinn zurückgegangen; ein Wachstum verzeichnete das Unternehmen nur während der Pandemie. Das weitverzweigte Filialnetz bietet jedoch für den passenden Käufer eine bedeutende Chance. Die Suche nach einem Schweizer Eigentümer mit lokalen Geschäftsinteressen deutet auf einen möglichen Wechsel hin zu einer stärker lokal ausgerichteten Führung und Strategie. Damit könnten die besonderen Bedürfnisse des Schweizer Marktes besser berücksichtigt werden.