Verteidigung
Sozialdemokraten verlangen Untersuchung zum F-35-Kauf der Schweiz
Die Sozialdemokratische Partei will eine parlamentarische Untersuchung zum Kauf der F-35-Kampfjets aus den USA durch die Schweiz beantragen. Die geplante Untersuchung soll das Beschaffungsverfahren, die Kostenschätzungen, die Abhängigkeit vom Lieferanten und mögliche institutionelle Versäumnisse prüfen.

Der geplante Kauf von 36 F-35A-Kampfjets durch die Schweiz steht nun vor einer formellen parlamentarischen Anfechtung. Die Sozialdemokratische Partei erklärte, sie werde einen Vorstoss für eine parlamentarische Untersuchungskommission zur Beschaffung aus den USA einreichen. Anlass ist ein Bericht, der die wiederholte Aussage des Verteidigungsdepartements infrage stellt, die Flugzeuge würden zu einem Pauschalfestpreis von 6 Milliarden Franken geliefert.
Die geplante parlamentarische Untersuchungskommission, in der Schweiz als PUK bekannt, soll prüfen, wie die Beschaffung ablief, wie die Behörden die Kauf- und Betriebskosten berechneten und ob das Verteidigungsdepartement die Abhängigkeit der Schweiz vom US-Lieferanten korrekt dargestellt hat. Die Partei will zudem vom Parlament klären lassen, ob einzelne Verantwortliche ihre Pflichten verletzt haben oder ob die Probleme auf umfassendere institutionelle Schwächen hindeuten.
Die Ständerätin Franziska Roth, eine sicherheitspolitische Fachfrau der Sozialdemokratischen Partei, treibt die Initiative voran. Die Partei erklärte, andere Fraktionen sollten den Vorstoss unterstützen, wenn sie das Vertrauen in das Geschäft wiederherstellen wollten. Die Grünen dürften den Vorschlag unterstützen. Die politische Mitte und die Rechte verfügen jedoch über eine Mehrheit im Parlament, weshalb die Zustimmung ungewiss ist.
Festpreisbehauptung wird überprüft
Im Zentrum des Streits steht eine Preiszusage, die dem Parlament zufolge nie in der Öffentlichkeit dargestellten Form gesichert wurde. Das Verteidigungsdepartement hat wiederholt erklärt, die Schweiz erhalte ihre 36 F-35A-Flugzeuge zu einem Festpreis von 6 Milliarden Franken. Ein kürzlich veröffentlichter parlamentarischer Bericht kam zum Schluss, dass die USA keinem Pauschalfestpreis zugestimmt hatten.
Dieser Befund hat die politische Bedeutung der Beschaffung verändert. Es geht nicht nur darum, ob die Schlussrechnung steigen könnte. Die Sozialdemokraten wollen von den Ermittlern klären lassen, was die Schweizer Behörden wussten, wann sie es wussten und wie der Preis im Genehmigungsverfahren kommuniziert wurde. Die Partei will zudem, dass die PUK untersucht, ob die Betriebskosten so berechnet wurden, dass die F-35 gegenüber Konkurrenzflugzeugen begünstigt wurde.
Das parlamentarische Aufsichtsorgan hatte den Verstoss gegen den Festpreis zuvor auf administrative Mängel zurückgeführt. Der ehemalige sozialdemokratische Parlamentarier Pierre-Alain Fridez ging weiter und sagte, er glaube, die Behörden hätten absichtlich falsche Aussagen gemacht, um die Zustimmung zu erhalten. Diese Anschuldigung ist weiterhin eine politische Behauptung. Eine Untersuchung müsste sie anhand von Dokumenten, Zeugenaussagen und Beschaffungsakten überprüfen.
Untersuchung soll Beschaffungskette nachzeichnen
Die geplante PUK soll das gesamte Beschaffungsverfahren untersuchen, nicht nur den Wortlaut des Vertrags. Die Sozialdemokratische Partei will vom Parlament klären lassen, ob konkurrierende Anbieter bei der Auswahl der F-35 unfair behandelt wurden. Sie will zudem, dass die Ermittler prüfen, ob die Behörden die Kauf- und Betriebskosten des Flugzeugs absichtlich zu tief angesetzt haben.
Diese Fragen betreffen das Bewertungsverfahren, das dazu führte, dass sich die Schweiz für den amerikanischen Kampfjet entschied. Die Partei hat gefragt, ob das Verteidigungsdepartement das Parlament korrekt über die Abhängigkeit des Landes vom Lieferanten informierte. Der Betrieb der F-35 stützt sich auf ein umfassenderes, von den USA geführtes System für Wartung, Software, Daten und technische Unterstützung. Die Beziehungen zum Lieferanten sind deshalb ein wichtiger Aspekt der Schweizer Verteidigungsplanung. Das Quellenmaterial belegt nicht, dass die Behörden das Parlament in diesem Punkt irregeführt haben. Es bezeichnet die Frage als einen Punkt, den die Untersuchung klären sollte.
Eine PUK verfügt über Befugnisse und Verfahren, die sich von einer gewöhnlichen politischen Debatte unterscheiden. Sie könnte auf Departementsakten, Beschaffungsbeurteilungen und Aussagen der an der Entscheidung beteiligten Behördenvertreter zurückgreifen. Das Ergebnis könnte klären, ob die Kontroverse auf administrative Fehler, die politische Darstellung unsicherer Zahlen oder ein Verhalten zurückzuführen ist, das eine individuelle Verantwortlichkeit begründet.
Die Unterstützung der politischen Mitte und Rechten entscheidet über die Abstimmung
Die politischen Mehrheitsverhältnisse könnten ebenso entscheidend sein wie die Vorwürfe. Die Sozialdemokratische Partei braucht Unterstützung über die Linke hinaus, um eine Untersuchungskommission einzusetzen. Die Grünen dürften den Vorstoss unterstützen, doch die politische Mitte und die Rechte verfügen über eine Mehrheit im Parlament und scheinen ihn ohne breitere Zustimmung kaum gutzuheissen.
Franziska Roth hat die Initiative als Bewährungsprobe für die parlamentarische Aufsicht und das Vertrauen der Öffentlichkeit bezeichnet. Die Partei erklärte, alle, die das Vertrauen wiederherstellen wollten, sollten eine umfassende Untersuchung unterstützen. Damit setzt sie Parteien unter Druck, die die Beschaffung der Kampfjets unterstützt oder die Darstellung der Regierung zu den Preisvereinbarungen verteidigt haben.
Der Vorstoss wird nach einer Debatte innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion eingereicht. Sein Weg durchs Parlament wird zeigen, ob der Streit ein parteipolitischer Konflikt bleibt oder zu einer umfassenderen institutionellen Angelegenheit wird. Eine Ablehnung würde den Streit über die Festpreisaussage nicht beilegen. Der bestehende parlamentarische Bericht, die Erklärungen des Verteidigungsdepartements und die politischen Vorwürfe würden dann in der öffentlichen Debatte weiterhin miteinander um Glaubwürdigkeit konkurrieren. Gemäss der Quelle wird davon ausgegangen, dass der Kauf selbst unverändert weitergeführt wird, während das Parlament über das weitere Vorgehen berät.
Der Entscheid prägt künftige Rüstungsgeschäfte
Für die Schweiz geht die Kontroverse über einen einzelnen Flugzeugvertrag hinaus. Der F-35-Kauf ist eine bedeutende Verpflichtung im Verteidigungsbereich. Der gemeldete Preis beträgt 6 Milliarden Franken, zudem entsteht eine langfristige betriebliche Abhängigkeit von einem amerikanischen Lieferanten. Das Parlament muss nun entscheiden, ob die verfügbaren Erklärungen genügen oder ob nur eine PUK klären kann, wie die Beschaffung dargestellt und genehmigt wurde.
Eine Kommission könnte die Aktenlage eingehend prüfen und Verantwortlichkeit zuweisen, wo die Beweislage dies stützt. Sie könnte auch zwischen einem Missverständnis im Vertrag, einem administrativen Versagen und einer absichtlichen Falschdarstellung unterscheiden. Diese Unterscheidung ist für künftige Rüstungsbeschaffungen wichtig, bei denen das Parlament erneut komplexe technische Programme, unsichere langfristige Kosten und die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten beurteilen muss.
Die Sozialdemokraten haben das Parlament nicht aufgefordert, die Angelegenheit mit einer weiteren sofortigen politischen Änderung zu erledigen. Sie verlangen eine amtliche Untersuchung des Verfahrens. Die Grünen dürften ihre Verbündeten sein, während die politische Mitte und die Rechte darüber entscheiden, ob der Vorstoss die nötige Mehrheit erhält. Bis das Parlament handelt, bleibt das Schweizer F-35-Programm bestehen, und der Streit über den zugesagten Festpreis ist ungelöst.