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Swiss Observer

SIX Swiss Exchange meldet Gewinneinbruch von 64% nach Rückschlag bei Worldline

Der Schweizer Börsenbetreiber SIX verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 einen starken Gewinnrückgang, belastet durch eine weitere Wertminderung auf die Beteiligung an Worldline.

SIX Swiss Exchange meldet Gewinneinbruch von 64% nach Rückschlag bei Worldline
AISWI swissinfo.ch

Der SIX Swiss Exchange sind satte 64% des Reingewinns weggebrochen. Damit beginnt das erste Halbjahr 2025 äusserst schwierig. Der in Zürich ansässige Betreiber sieht sich heute mit einer harten finanziellen Realität konfrontiert: Der Reingewinn ist auf gerade einmal CHF 42,2 Millionen gesunken. Das ist kein sanfter Rückgang, sondern ein drastischer Einbruch, der bei Anlegerinnen und Anlegern sowie Marktbeobachtern sofortige Aufmerksamkeit verlangt.

Die Börse bleibt zwar das Herzstück der Schweizer Finanzinfrastruktur, doch diese Schlagzeilenzahlen zeichnen das Bild einer erheblichen Volatilität. Der dramatische Rückgang ist nicht auf einen zusammengebrochenen Handelsbetrieb zurückzuführen, sondern auf eine erhebliche strategische Belastung. Als Betreiberin des Schweizer Aktienmarkts ist SIX Volatilität gewohnt, doch wenn der eigene Gewinn um fast zwei Drittel schrumpft, ist das ein deutliches Signal für die Risiken im breiteren Anlageportfolio. Die Zahl ist ein Weckruf: Selbst die robustesten Finanzinstitute sind nicht vor den Folgen von Bewertungsanpassungen bei Vermögenswerten gefeit.

Die Worldline-Beteiligung belastet das Ergebnis

Hauptverantwortlich für diesen finanziellen Aderlass ist eine massive Wertminderung von CHF 69,3 Millionen im Zusammenhang mit der Beteiligung der Gruppe von 10,5% an Worldline. Der französische Zahlungs- und Transaktionsspezialist ist zu einem schweren Klotz am Bein der SIX-Bilanz geworden und belastet einen ansonsten stabilen Geschäftsbericht. Es ist nicht das erste Mal, dass die Worldline-Beteiligung Sorgen bereitet, doch diese jüngste Abschreibung ist besonders gravierend.

SIX muss nun einen weiteren Rückschlag bei ihrer strategischen Wette auf den französischen Fintech-Sektor hinnehmen. Die Bewertungsanpassung spiegelt die breitere Unruhe in der Zahlungsbranche wider, doch für SIX sind die Auswirkungen unmittelbar und erheblich. Mit einer bedeutenden zweistelligen Beteiligung am französischen Unternehmen setzt sich der Schweizer Betreiber grenzüberschreitenden Marktschwankungen aus, die sich nun deutlich bemerkbar machen. Die Wertminderung machte einen grossen Teil der andernorts im Geschäft erzielten Gewinne zunichte und zeigt, dass strategische Diversifizierung mitunter ein zweischneidiges Schwert sein kann.

Das Kerngeschäft trotzt der düsteren Lage

Trotz des Schocks in den Schlagzeilen läuft der Motor der Schweizer Börse besser denn je. Der Betriebsertrag stieg um 4% auf solide CHF 823 Millionen (1 Milliarde US-Dollar) und zeigt damit, dass das Kerngeschäft widerstandsfähig bleibt. Bereinigt um konstante Wechselkurse beträgt das Wachstum sogar 4,7%. Diese Diskrepanz zwischen dem einbrechenden Reingewinn und dem steigenden Betriebsertrag macht deutlich: SIX verdient im Tagesgeschäft Geld, auch wenn ihr Anlageportfolio Verluste verzeichnet.

Der Bruttobetriebsgewinn (EBITDA) hat sich bei CHF 234 Millionen stabilisiert. Das zeigt, dass die grundlegenden Abläufe der Börse, die Kotierung, der Handel und die Dienstleistungen nach dem Handel, standhalten. In einem volatilen globalen Markt ist diese operative Stabilität ein wichtiger Puffer. Die Wertminderung auf Worldline steht zwar im Mittelpunkt der Berichterstattung, doch die zugrunde liegenden Zahlen legen nahe, dass die Schweizer Finanzinfrastruktur selbst wächst, einen Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar erzielt und ihre Wettbewerbsposition auf dem europäischen Markt behauptet.

Transformationskosten und bereinigte Realität

Neben den Wertminderungen investiert SIX kräftig in ihre eigene Weiterentwicklung und stellt schätzungsweise CHF 31 Millionen für ein umfassendes Transformationsprogramm bereit. Das Geld fliesst direkt in einmalige Personalanpassungen und wichtige Erneuerungen der IT-Infrastruktur. Das ist der Preis der Modernisierung: SIX räumt der langfristigen technologischen Führungsposition offensichtlich Vorrang vor einer kurzfristigen Aufbesserung des Gewinns ein.

Lässt man die Auswirkungen der Worldline-Abschreibung und die Transformationskosten ausser Acht, ergibt sich ein deutlich anderes Bild. Ohne die Anpassungen bei den Beteiligungen errechnete SIX einen Reingewinn von CHF 111,5 Millionen. Zwar entspricht dies gegenüber den bisherigen Zahlen immer noch einem Rückgang von 4%, doch ist das weit entfernt vom Einbruch von 64% bei den nicht bereinigten Zahlen. Diese «bereinigte Realität» deutet darauf hin, dass die Börse zwar derzeit durch ihre ausländischen Beteiligungen angeschlagen ist, ihre strukturelle Stabilität aber intakt bleibt. Im weiteren Verlauf des Jahres 2025 dürfte sich der Fokus der Gruppe darauf richten, die Schwankungen ihrer Beteiligungen einzudämmen und gleichzeitig den steigenden Betriebsertrag weiter zu nutzen.