Kultur
Sechs Städte konkurrieren um den Titel Kulturhauptstadt der Schweiz 2030
Aarau, Bellinzona, Lugano, Schaffhausen, Thun und Zug treten ins Rennen um den Titel «Kulturhauptstadt der Schweiz» ein und präsentieren die kulturelle Vielfalt des Landes

Die Schweiz hat eine ambitionierte Kulturinitiative lanciert, bei der eine von sechs Städten zur Kulturhauptstadt des Landes für 2030 gekürt wird. Diese prestigeträchtige Auszeichnung ist Teil des Kulturprogramms des Bundes für die Jahre 2025 bis 2028 und stellt einen bedeutenden Meilenstein für die kulturelle Entwicklung der Schweiz dar. Das alle drei Jahre stattfindende Programm soll die reiche kulturelle Vielfalt der Schweizer Städte präsentieren und gleichzeitig kulturelle Innovation sowie das Engagement der Bevölkerung fördern.
Die teilnehmenden Städte
Am Wettbewerb beteiligen sich sechs angesehene Schweizer Städte: Aarau, Bellinzona, Lugano, Schaffhausen, Thun und Zug. Jede Stadt steht mit ihrem einzigartigen kulturellen Erbe und ihrer eigenen Vision für verschiedene Sprachregionen und kulturelle Traditionen der Schweiz. Alle teilnehmenden Städte überschreiten die erforderliche Mindestbevölkerung von 20’000 Einwohnerinnen und Einwohnern und haben ihre Absichtserklärungen bis Ende März eingereicht. Damit bekräftigen sie ihr Engagement für kulturelle Exzellenz und die Entwicklung ihrer Gemeinschaften.
Das Auswahlverfahren
Das Auswahlverfahren folgt einem strengen Zeitplan und klaren Kriterien. Die Städte müssen ihre offiziellen Bewerbungen bis zum 31. Dezember 2025 einreichen. Im Frühling 2026 folgen die Besuche der Jury. Der endgültige Entscheid wird im Juni 2026 bekannt gegeben. Eine elfköpfige Jury mit renommierten Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Politik bewertet die Bewerbungen der Städte. Zu den wichtigsten Kriterien zählen die Einbindung lokaler Kulturschaffender, die Umsetzbarkeit und die Nachhaltigkeit der Finanzierung. Zu den bekannten Jurymitgliedern gehören Anne Bisang, Vincent Kucholl und Raphaël Brunschwig vom Filmfestival Locarno.
Kulturelle Wirkung und Vermächtnis
Die Initiative Kulturhauptstadt verspricht weitreichende Vorteile, die über das einjährige Programm hinausgehen. Wie La Chaux-de-Fonds, die erste Schweizer Kulturhauptstadt im Jahr 2027, zeigt, gibt die Auszeichnung der Stadterneuerung und dem Ausbau der kulturellen Infrastruktur neue Impulse. Der Wettbewerb selbst fördert kulturelle Innovation und wirtschaftliches Wachstum in den teilnehmenden Städten. Laut Daniel Rossellat, Präsident des Vereins Schweizer Kulturhauptstadt, hat die Initiative bereits landesweite Anerkennung gefunden und verspricht, neue kulturelle Dynamiken mit langfristigen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen zu schaffen.