Kultur
Der renommierte Schweizer Komponist Pierre Mariétan ist mit 89 Jahren gestorben
Der gefeierte Schweizer Komponist und Pionier der Klangökologieforschung ist in Paris gestorben. Er hinterlässt ein bedeutendes kulturelles und akademisches Vermächtnis im Bereich der akustischen Forschung.

Der renommierte Schweizer Komponist und Pionier der Klangökologie Pierre Mariétan ist im Alter von 89 Jahren in Paris gestorben. Die Nachricht von seinem Tod am Sonntag hat in der internationalen Musikwelt für grosse Anteilnahme gesorgt, insbesondere in seiner Heimat Schweiz, wo er ein aussergewöhnliches Vermächtnis musikalischer Innovation und akademischer Forschung hinterlässt.
Leben und frühe Laufbahn
Mariétan wurde 1935 in Monthey im Kanton Wallis geboren. Seine musikalische Laufbahn begann am renommierten Genfer Konservatorium. Sein Streben nach Exzellenz führte ihn zu weiteren Studien nach Venedig, an die Hochschule für Musik in Köln und an die Musikakademie in Basel. Diese prägenden Jahre legten den Grundstein für eine herausragende Karriere, die sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckte.
Musikalisches Vermächtnis und Beiträge
Mariétans umfangreiches Schaffen umfasst mehr als 300 instrumentale, orchestrale und vokale Kompositionen. Sein kreatives Schaffen ging über die traditionelle Komposition hinaus und umfasste rund 40 Radioproduktionen für Radio France sowie zahlreiche temporäre und permanente Klanginstallationen. 2006 sicherte er sein Vermächtnis, indem er sein umfangreiches Manuskript- und Tonarchiv der Médiathèque Valais übergab und so sein Werk für künftige Generationen bewahrte.
Akademische Laufbahn und Forschung
Mariétan prägte auch die akademische Welt entscheidend. Von 1972 bis 1977 war er Direktor des Conservatoire de Garges in der Region Paris. Zu seiner akademischen Laufbahn gehörten bedeutende Tätigkeiten an den Universitäten Paris I und Paris VIII (1969 bis 1988) sowie an der École nationale supérieure d'architecture Paris La Villette (ab 1993). 1966 gründete er die einflussreiche Groupe d'étude et réalisation musicale (GERM) und richtete das wegweisende Labor für Akustik und urbane Musik ein. Damit festigte er seine Stellung als Pionier der Klangökologieforschung.
Würdigungen und Anerkennung
Mariétans Beiträge zur Musik und Forschung wurden zu seinen Lebzeiten weithin gewürdigt. Den Höhepunkt bildete 1999 der renommierte Kulturpreis des Kantons Wallis. Nach seinem Tod würdigte Mathias Reynard, Walliser Staatsrat für Kultur, Mariétans originelles und vielfältiges Werk und hob insbesondere seine Pionierforschung zur Klangökologie hervor. Reynard sagte, das Wallis habe «einen seiner renommiertesten Kulturbotschafter im Bereich der Musik» verloren. Damit unterstrich er den tiefgreifenden Einfluss Mariétans auf seine Heimat und die internationale Musikwelt.