Sport
Rekordzahl medizinischer Notfälle am Lauberhorn-Skirennen
Die Rettungsteams bewältigten am legendären Schweizer Skiwochenende 140 Einsätze. Unter den 80’000 Besucherinnen und Besuchern reichten die Fälle von Knochenbrüchen bis zu Herznotfällen.

Das Lauberhorn-Skirennen 2025 in Wengen markierte mit einer Rekordzahl von 80’000 Zuschauerinnen und Zuschauern einen bedeutenden Meilenstein. Diese historische Besucherzahl ging jedoch mit einer noch nie dagewesenen Zahl medizinischer Notfälle einher: Die Rettungsteams rückten am Wochenende zu 140 Einsätzen aus. Der Anlass, an dem die Schweizer Marco Odermatt und Franjo von Allmen Siege feierten, wurde zum Zeugnis sportlicher Höchstleistungen, aber auch der Herausforderungen bei der Bewältigung grosser Wintersportveranstaltungen.
Verletzungen und medizinische Notfälle
Die medizinischen Notfälle am Anlass reichten von kleineren Vorfällen bis zu schweren gesundheitlichen Problemen. Allein am Tag des Abfahrtsrennens behandelten die medizinischen Teams 35 mittelschwere und 52 leichte Verletzungen oder Erkrankungen. Das Spektrum der Fälle umfasste Knochenbrüche, Kniebandverletzungen und Schnittwunden, die besonders am Samstag häufig auftraten. Auch schwerere medizinische Notfälle, darunter Herznotfälle, wurden gemeldet. Die Vielfalt und Zahl der Fälle verdeutlichten die unterschiedlichen medizinischen Herausforderungen, denen die Rettungsteams bei grossen Wintersportveranstaltungen gegenüberstehen.
Medizinische Versorgung und Ressourcen
Während des gesamten Anlasses waren mehr als 50 medizinische Fachkräfte, darunter Notärztinnen und Notärzte sowie Sanitätspersonal, im Dauereinsatz. Unter der Leitung des Rennarztes Markus Sinsel war das Team sowohl für die Betreuung der Athletinnen und Athleten während der Rennen als auch für Notfälle unter den Zuschauerinnen und Zuschauern zuständig. Wegen der Rekordbesucherzahl wurde das medizinische Einsatzsystem stark beansprucht, und in einigen Bereichen kam es zu Spitzenzeiten zu Kapazitätsengpässen. Der umfassende Einsatz des Teams deckte alles ab, von Notfällen auf der Piste bis zur medizinischen Betreuung in den Zuschauerbereichen.
Ursachen und Sicherheitsbedenken
Mehrere Faktoren trugen zur hohen Zahl medizinischer Notfälle bei. Die Kombination aus Alkoholkonsum, der traditionell früh am Tag beginnt, und anspruchsvollen winterlichen Bedingungen führte zu erhöhten Risiken. Dr. Sinsel stellte insbesondere fest, dass viele der behandelten Patientinnen und Patienten unter Alkoholeinfluss standen. Das Nebeneinander verschiedener Aktivitäten, darunter Skifahren, Snowboarden, Schlitteln und Fussgängerverkehr, auf rutschigen Flächen erschwerte die Sicherheitsvorkehrungen zusätzlich. Diese Faktoren schufen sowohl für die Besucherinnen und Besucher als auch für die Rettungskräfte ein komplexes Umfeld.
Vorbereitungen und Empfehlungen für die Zukunft
Angesichts der Herausforderungen bei der Veranstaltung 2025 planen die Organisatoren, ihre medizinische Einsatzstrategie zu überprüfen und anzupassen. Dr. Sinsel erklärte, das Versorgungskonzept werde gründlich evaluiert und notwendige Änderungen würden für künftige Veranstaltungen umgesetzt. Mit diesem vorausschauenden Vorgehen soll der wachsenden Besucherzahl besser Rechnung getragen und zugleich eine optimale Notfallversorgung gewährleistet werden. Die Erfahrungen aus der diesjährigen Veranstaltung werden als wichtige Grundlage dienen, um die Sicherheitsmassnahmen bei künftigen Schweizer Wintersportveranstaltungen zu verbessern.