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Swiss Observer

Rekordbesuch an der Street Parade: 800 000 feiern trotz extremer Hitze

Die 32. Street Parade in Zürich lockte riesige Menschenmengen an, die bei Temperaturen von 34 Grad die grösste Techno-Party der Welt feierten.

Rekordbesuch an der Street Parade: 800 000 feiern trotz extremer Hitze
AISWI swissinfo.ch

Zürich verwandelte sich am Samstag in einen pulsierenden Glutofen, als sage und schreibe 800 000 Raverinnen und Raver ins Seebecken strömten. Sie trotzten einer sengenden Hitzewelle mit 34 Grad, um die grösste Techno-Party der Welt zu feiern. Die 32. Street Parade bewies, dass nicht einmal drückende Temperaturen die Begeisterung der elektronischen Musikszene dämpfen konnten. Während die Sonne unbarmherzig vom Himmel brannte, stieg die Energie auf den Strassen, und es entstand ein lebendiges, verschwitztes Menschenmeer, das sich bis zum Horizont erstreckte.

Schweisstropfen vermischten sich mit Glitzer und Körperfarbe, als die riesige Menschenmenge das Seeufer in eine Sauna unter freiem Himmel verwandelte. Die schiere Zahl der Teilnehmenden unterstreicht die anhaltende Bedeutung der Parade im globalen Kulturkalender. Die extremen Bedingungen erforderten jedoch Anpassungen: Fächer und Wasserflaschen ersetzten Leuchtstäbe als unverzichtbare Accessoires des Tages. Die Hitze war schon vor dem Einsetzen der Musik spürbar, doch die gemeinsame Ausdauer von beinahe einer Million Menschen machte aus einer möglichen Wetterkrise einen Beweis für Durchhaltevermögen und Feierlaune.

Love Mobiles und Abkühlung mit Wasser

Pünktlich um 14 Uhr setzte der Bass ein, und die 29 Love Mobiles machten sich auf ihre donnernde Fahrt durch die dichten Reihen der Feiernden. Obwohl die offizielle Parade am Nachmittag begann, hatte die Party auf den fest installierten Bühnen bereits um 13 Uhr begonnen. Sie dienten als heisser Auftakt zum Hauptereignis. Die Veranstalter meldeten eine ebenso friedliche wie ausgelassene Stimmung, mit einer

Sanitätsteams bewältigen deutlichen Anstieg der Behandlungen

Die steigenden Temperaturen forderten ihren Tribut von der Menschenmenge und brachten die Rettungsdienste an ihre Grenzen. Schutz & Rettung Zürich behandelte bis 21.30 Uhr rund 520 Personen. Das ist ein besorgniserregender Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die Kombination aus intensiver körperlicher Anstrengung und extremer Hitze schuf ideale Bedingungen für medizinische Notfälle.

Die meisten Einsätze betrafen Schnitt- und Schürfwunden sowie Rauschzustände, doch auch hitzebedingte Kreislaufprobleme waren weit verbreitet. Besorgniserregend war, dass eine Person in lebensbedrohlichem Zustand hospitalisiert werden musste. Dies machte die realen Gefahren hinter den Feierlichkeiten deutlich. Die Sanitätszelte wurden zu wichtigen Oasen in der städtischen Wüste, während die Rettungskräfte darum kämpften, vom Wetter überforderten Teilnehmenden zu helfen und ihren Zustand zu stabilisieren.

Polizei sorgt für Ruhe und Ordnung

Trotz der chaotischen Enge in der Menschenmenge blieb der Anlass weitgehend friedlich, obwohl die Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft blieb. Bis 21 Uhr nahm die Stadtpolizei 28 Personen fest, vor allem wegen Diebstahls und Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bei einem separaten Einsatz am Zürcher Hauptbahnhof nahm die Kantonspolizei sechs Personen wegen verschiedener Delikte fest.

Unterdessen wurden im Ausnüchterungs- und Betreuungszentrum fünf Personen aufgenommen, die zu viel Alkohol oder Drogen konsumiert hatten. Als die offizielle Veranstaltung um Mitternacht zu Ende ging und sich die Menschenmassen in die Zürcher Clubszene verteilten, hielt sich das Gleichgewicht zwischen Feiern und Ordnung. Die geringe Zahl der Festnahmen im Verhältnis zur riesigen Besucherzahl von 800 000 spricht für die insgesamt positive Stimmung, obwohl die Stadt mit der logistischen Herausforderung zu kämpfen hatte, beinahe eine Million Menschen unter extremen Bedingungen zu bewältigen.